20 Jahre altes WDVS aus Multipor geöffnet

20 Jahre ist der Dämmstoff „Multipor“ schon alt. 1997 startete Hebel mit der Entwicklung der heutigen Mineraldämmplatte in Hennersdorf. Bereits kurze Zeit danach wurde in Stulln im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf ein Einfamilienhaus mit diesen Platten gedämmt, die damals noch unter der Marke Hebel vertrieben wurden. Den „Geburtstag“ nahm das Unternehmen Xella, das die Mineraldämmplatten heute vertreibt, zum Anlass, das Wärmedämm-Verbundsystem, das vor 20 Jahren an dem Haus in Stulln mit „Multipor“ befestigt wurde, gerade dort zu öffnen, wo dieses besonders stark der Witterung ausgesetzt ist. Wir von der Redaktion der bauhandwerk sind Ende September zu diesem Termin nach Stulln gefahren, um uns mit eigenen Augen davon zu überzeugen, wie die Dämmung nach 20 Jahren unter dem Putz aussieht.

Gemeinsam mit dem Sachverständigen Michael Hladik kletterten wir auf dem Gerüst vor dem Westgiebel bis zum Dachgeschoss. Dort öffnete ein Mitarbeiter von Xella das WDVS links oben an einem Fenster auf einer Fläche von 30 x 30 cm. Gespannt warteten wir auf das Urteil des Sachverständigen. Anschließend wurde auch im Erdgeschoss das WDVS an einer weiteren Stelle links unten an einer Fensterbank geöffnet. Damit auch Sie diese spannenden Momente miterleben können, haben wir davon einen Film gedreht, den Sie unter www.youtube.com/bauhandwerk finden. Hladik kommt in seinem Gutachten zu dem Schluss, dass unter dem dicken Putz an keiner Stelle Feuchtigkeit in der Dämmung zu finden ist. Nicht einmal am Fenster links unten im Erdgeschoss, wo das Wasser bei Regen aufgrund des fehlenden Neigungswinkels der Fensterbank darauf stehen muss, ist Feuchtigkeit in den Dämmstoff eingedrungen. Ein alles im allem sehr gutes Ergebnis für ein 20 Jahre altes WDVS.

Seit der Entwicklung vor 20 Jahren wurden über 25 Millionen m2 Fläche mit den Mineraldämmplatten ausgeführt. Schon 1990 gab es erste Überlegungen, aus Hebel Porenbeton eine leichte Dämmplatte zu machen. Dazu baute man damals das Hebel Technikum am Standort Hennersdorf, das unter anderem als Pilotanlage für die zukünftige Dämmplattenproduktion dienen sollte. Das Technikum nahm seinen Betrieb aber erst im August 1996 auf. Letztendlich wurde der Hebel Werksstandort in Stulln zur Herstellung der Platte umgerüstet. 

Sicher hat der eine oder andere von Ihnen den sehr leichten Dämmstoff auch bereits selbst einmal auf einer Baustelle verarbeitet. Wir von der Redaktion der bauhandwerk haben die Platten Anfang 2016 auf einer Denkmalbaustelle in Bergkamen als Innendämmung mit Lehm verklebt und verputzt und damit so unsere eigenen Erfahrungen gemacht. Von daher hat es uns sehr interessiert, wie man so leichte Mineraldämmplatten wie „Multipor“ so herstellen kann, dass sie einem auf der Baustelle bei der Verarbeitung nicht zerbrechen. Daher haben wir uns die Produktion der Platten im Werk in Stulln angesehen und auch davon ein Video gedreht, dass Sie unter www.youtube.com/bauhandwerk finden. In der Produktion erhalten die Platten im Autoklaven ihre Grundfestigkeit. Diese reicht jedoch für das Handling auf der Baustelle nicht aus. Daher werden die Platten, nachdem sie auf ihr endgültiges Maß geschnitten wurden, noch rundum mit Wasserglas beschichtet.