Ausrollen, festkleben und verschweißen: Dachabdichtung mit FPO-Kaltselbstklebebahn

Die FPO-Kaltselbstklebebahn „Flagon Premio Stick“ mit einer reißfesten Glasvlieseinlage soll Flachdächer vor der Witterung und mechanischen Schäden schützen. Sie lässt sich auf EPS-, PUR/PIR- und OSB-Platten ohne weitere Lagesicherung verkleben. Wir zeigen, wie das Verlegen funktioniert.

Die Dachabdichtungsbahn „Flagon Premio Stick“ ist witterungs- und UV-beständig. Durch die Klebeschicht auf der Unterseite lässt sie sich einfach und schnell verlegen. Vor dem Verlegen muss der Untergrund sauber und trocken sein, die Umgebungstemperatur muss unbedingt über 10 °C liegen.

Aufkanten des Schweißrandes

Der erste Schritt beim Verlegen der Bahn ist das Aufkanten des Schweißrandes mit einer Handrolle (siehe Foto 1 oben). Danach wird die Bahn mit dem aufgekanteten Rand am aufgehenden Bauteil ausgerichtet, die Schutzfolie von der Unterseite abgezogen und verklebt. Dabei ist zu beachten: Bei einem Verrutschen der Bahn können sich Falten bilden.

Vor dem Verkleben ruhen lassen

Als nächstes wird die Folgebahn neben der ersten Bahn ausgerollt und ausgerichtet. Für eine optimale Verarbeitung lässt man die ausgerollte Bahn etwa 10 bis 15 Minuten ruhen und nivellieren. Danach wird die Bahn bis zur Hälfte zurückgerollt und zunächst die erste Hälfte verklebt. Dafür schneidet man vorsichtig die unterseitige Schutzfolie ein, zieht die Klebefolie ab und rollt die Bahn aus. Achtung: Nach dem Verkleben ist keine Lagekorrektur mehr möglich. Anschließend sollte die Bahn mit einer schweren Andruckwalze gleichmäßig angepresst werden. Bei der anderen Hälfte der Bahn verhält es sich genauso.

Randfixierung

An An- und Abschlüssen und an Durchdringungen ist eine Randfixierung zur Aufnahme horizontaler Kräfte nötig (siehe Foto rechts). Der aufgekantete Rand der Dachbahn wird über eine Befestigungsschiene an der Attika mechanisch fixiert. Bei der Verklebung auf kritischen Untergründen (etwa porösen, unebenen oder nicht ausreichend haftfähigen Untergründen) und/oder Anschlüssen an aufgehenden Bauteilen muss je nach Vorgabe ein Haftgrund zur Verstärkung der Klebekraft eingesetzt werden.

Verschweißen der Dachbahnen

„Flagon Premio Stick“ hat einen beidseitigen, vliesfreien Schweißrand von 6 cm, der zur Nahtüberlappung genutzt wird. Kopfstöße werden mit einem „Flagon“-FPO-Abdeckstreifen überschweißt und verschlossen. Um die optimalen Schweißparameter für Hand- und Automatenverschweißungen zu ermitteln, ist es empfehlenswert, eine Probeverschweißung durchzuführen. Die Bewertung der Verschweißungsqualität erfolgt nach der Probeschweißung mittels zerstörendem Schältest. Von der Probeverschweißung können stichprobenartige Schälproben entnommen werden, die eine Mindestverschweißungsbreite von 20 mm aufweisen müssen. Dazu werden in die vollständig abgekühlte Bahn etwa 2-3 cm breite „Prüflinge“ eingeschnitten und entgegen der Naht aufgezogen. Eine exakte Prüfung der Nahtfestigkeit und -breite nach DIN13956 kann nur unter labortechnischen Bedingungen dokumentiert werden. Grundsätzlich wird eine stichprobenartige Schälprobe im abgekühlten Zustand der Kunststoffbahn empfohlen. Die Schälprobe ist nur eine Empfehlung, dokumentiert allerdings als einzige Methode die Nahtfügequalität auf verbindliche Art und Weise. Sie sollte direkt vom Dachhandwerker durchgeführt werden.

Verschweißung in drei Schritten

Die verklebten FPO-Bahnen werden in drei Schritten verschweißt. Zuerst werden die Nahtüberlappungen der beiden Bahnen im hinteren Überlappungsbereich punktuell per Heißluftschweißgerät fixiert. Diese Heftpunkte dienen als provisorische Fixierung und sollten nicht homogen verschweißt werden.

Nach dem Heften werden die Bahnen in einem Abstand von etwa 40 mm von der Kante miteinander per Heißluft und Anpressdruck über die Andrückrolle homogen verschweißt. Hierbei lässt man einen Streifen von etwa 25-30 mm Breite für die Hauptverschweißung frei.

Um die geforderte Verschweißungsbreite von mindestens 20 mm zu gewährleisten, wird jetzt die offen gebliebene Nahtüberlappung verschweißt. Hierfür wird die Andrückrolle in einem Abstand von etwa 10-20 mm parallel zur Schweißdüse bis über die Bahnenkante geführt. Eine kleine Schweißraupe sollte dabei erkennbar sein.

Automat für sichere Nahtfügung

Bei größeren Dachflächen ist die Verwendung eines Schweißautomaten zweckmäßig, um Zeit zu sparen. Ein Schweißautomat bietet durch den eigenen Antrieb und dem gleichbleibenden Anpressdruck eine konstante und sichere Nahtfügung. Die Verschweißungsparameter aus Temperatur zu Geschwindigkeit werden einmalig für die am Bauvorhaben vorherrschenden Bedingungen justiert und reduzieren die Gefahr von Fehlverschweißungen der Bahnen deutlich.

Autor

Giuseppe Chirico ist Produktmanager im Bereich Dachabdichtungen („Flag“-Produkte) bei Soprema.