Flachdachentwässerung, Teil 6: Sanierungsgullys richtig bemessen

Probleme lassen sich lösen, Fehler bei der Flachdachentwässerung vermeiden. In einer Serie bieten wir Dachhandwerkern Tipps, damit es in der täglichen Praxis gut läuft. Teil 6 beschäftigt sich mit der Frage, wie man Sanierungsgullys richtig bemisst und auswählt.

Jede Dachsanierung ist anders und muss individuell betrachtet werden. Bei der Sichtung der Sanierungsbaustelle gilt es zuerst zu entscheiden, ob eine Sanierung des Gullytopfes ausreicht, oder ob bis in das Rohr saniert werden muss. Anschließend muss der Topfdurchmesser oder der Rohrinnendurchmesser gemessen werden. Nur mit dem exakten Innenmaß kann der passende Sanierungsgully gefunden werden.

Durchmesser bestimmen

Um dem Dachdecker die Wahl des richtigen Sanierungsbauteils zu erleichtern, hat der Hersteller Sita eine Tabelle entwickelt, in der sich die passenden Bauteile einfach ablesen lassen (die Tabelle finden Sie im Internet auf der Sita-Website im „SitaTipp.006“, Link siehe Infokasten unten). Maßgeblich ist immer der Innendurchmesser des vorhandenen Rohres oder Gullys. Ist der passende Sanierungsgully ausgewählt, werden Dichtung und Gully eingesetzt und an die Abdichtungsbahn angeschlossen. Auf diese Weise ergibt sich eine bis zu zwei Meter rückstausichere Sanierung. Das bestätigt die Prüfung der „SitaSani Gullys“ durch den TÜV Rheinland nach RAL-GZ 694 der Gütegemeinschaft GET und der DIN EN 1253-2.

Überbrückungshilfen

Im Zuge der EnEV und vermehrten Energieeinsparungsbestrebungen werden Flachdachaufbauten heute immer höher. Um auch für besonders dicke Wärmedämmpakete eine sichere Lösung bieten zu können, sind Sanierungsgullys bis zu einer Länge von 550 mm erhältlich. Mehrfachdichtungen tragen hier dazu bei, die Anforderungen der DIN EN 1253 noch zu übertreffen. Muss eine zusätzliche Dämmstofflage überbrückt werden, helfen weitere Bauteile zum erneuten Aufstocken und sicheren Anschluss an die Abdichtung. Egal ob man eine Gully-in-Topf-Sanierung oder Gully-in-Rohr-Sanierung durchführt: Die passenden Sanierungsbauteile ebnen den Weg zur problemlosen Überbrückung von Dämmstoffpaketen.

Autorin

Dr.-Ing. Susanne Kasparek ist Produktmanagerin bei der Sita Bauelemente GmbH in Rheda-Wiedenbrück.

Praxistipp-Download

Diesen Praxistipp können Sie als einen von elf Tipps in der Gratis-Download-Bibliothek von Sita herunterladen. Die PDF-Dokumente finden Sie unter dem Link www.sita
-bauelemente.de
unter dem Menüpunkt „Service“.

Thematisch passende Artikel:

12/2017

Flachdachentwässerung, Teil 5: Gullys sanieren, die unter Druck stehen (Druckstromentwässerung)

Wird ein Flachdachdach mit bestehenden Druckentwässerungsanlagen saniert, ist oft auch eine Erneuerung oder ein Austausch der Funktionsteile, also Gully, „Airstop“, Kiesfang und Dichtung,...

mehr
7-8/2017

Flachdachentwässerung, Teil 2: Sanieren von Altgullys, die zu nah an der Attika liegen

Bei der Sanierung von Flachdächern kann oftmals der vorhandene Gully nicht problemlos ausgebaut und ausgetauscht werden, da der geforderte Abstand von 30 cm zu aufgehenden Bauteilen nicht eingehalten...

mehr
09/2017

Flachdachentwässerung, Teil 3: Neuer Gully für den alten Topf

Bei der Sanierung von Flachdächern lassen sich vorhandene Gullys nicht immer problemlos ausbauen, vor allem dann nicht, wenn sie in die Betondecke einbetoniert sind. Ein rückstausicherer Anschluss...

mehr
06/2017

Flachdachentwässerung, Teil 1: Zur Sicherheit mit Sicherungsschelle

Bei Starkregenereignissen können sich an Gullys enorme Wassermengen sammeln, die dazu führen, dass Rohre nahezu voll gefüllt sind und eventuell überlaufen. Die Lösung des Problems Zwischen Gully...

mehr
06/2017

Mit Klemmflansch oder Kragen

In Deutschland ist das nicht belüftete Flachdach (Warmdach) eine der häufigsten Flachdachkonstruktionen. Für solche Warmdächer sind sowohl die „Uni­versal“- als auch die...

mehr