3D-Druck mit Beton

Anfang Oktober stellte die Firma Baumit gemeinsam mit der Innovationsagentur Ofroom in Wien erstmals ihr 3D-Drucksystem „BauMinator“ vor. Wir haben den Fotografen Stephan Falk in die Donaumetropole geschickt, um davon einen Film zu drehen.

In China werden bereits ganze Häuser aus Beton gedruckt. Die Firma Winsun Decoration Design and Engineering verwendet hierfür einen 6,60 m hohen, 150 m x 10 m breiten 3D-Drucker. Die Häuser, die dabei herauskommen, sind so hoch wie der Drucker selbst (also 6,60 m) und 10 m x 15 m groß. Ob so etwas auch in Deutschland umsetzbar ist, ist umstritten, denn die Technik ist alles andere als ausgereift und auch die Qualität ist noch fragwürdig. Zudem stehen hierzulande aus Beton gedruckten Häusern auch die hiesigen Bauvorschriften und Normen entgegen. Dabei sind die aus Beton gedruckten Häuser in China unschlagbar günstig: Angeblich soll ein in 24 Stunden gedruckter Rohbau umgerechnet nur rund 3500 Euro kosten.

 

3D-Drucksystem „BauMinator“

Hierzulande forscht unter anderem die TU Dresden an einem baustellentauglichen 3D-Druckverfahren mit Beton. Anfang Oktober präsentierte die Firma Baumit gemeinsam mit der Innovationsagentur Ofroom in Wien erstmals ihr zusammen mit der Universität Innsbruck entwickeltes 3D-Drucksystem „BauMinator“. Seit drei Jahren beschäftigt sich der Hersteller intensiv mit dem Thema 3D-Druck mit Beton und hat hierfür einen Spezialmörtel entwickelt. Neben dem Material sind die Druckdüse und die Software wichtige Komponenten für das 3D-Drucksystem. „Das gedruckte Haus liegt aus unserer Sicht in Europa noch in weiter Ferne, wobei viele Unternehmen weltweit in diesem Bereich forschen. Doch was die Komplexität und Präzision beim Drucken betrifft, sind wir erfreulicherweise so weit wie kein anderer sonst“, meint Robert Schmid, Geschäftsführer der Baumit Beteiligungen GmbH.

 

Von 50 cm bis 5 m ist alles drin

Mit dem „BauMinator“-System können zwischen 50 cm und 5 m große Bauteile gedruckt werden (Beton­fertigteile, Wandelemente, Rohre, Schächte, Dekor- oder Kunstobjekte usw.). Der Einsatz ist vor allem dort sinnvoll, wo eine Schalung sich nicht rechnet oder gar nicht machbar wäre. Interessant ist das Drucken mit Beton für alle Unternehmen, die mit Beton, Mörtel oder ähnlichen Materialien arbeiten – also vom Bauunternehmer, Maurer und Stuckateur über den Fertigteilproduzenten bis hin zum Gartengestalter oder Installationskünstler. Auch die Herstellung komplexer Stuckelemente wäre im 3D-Druckverfahren mit Beton möglich, denn das, was es Anfang Oktober in Wien zu sehen gab, ist nach Worten von Robert Schmid „nur der erste Schritt“.

 

Autor

Dipl.-Ing. Thomas Wieckhorst ist Chefredakteur der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.

Im Internet finden Sie einen Film, den ­Stephan Falk von der 3D-Druckvorführung mit Beton Anfang Oktober in Wien gedreht hat.