Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es gibt nicht viele Möglichkeiten, wie man als verantwortlicher Redakteur selbst zu Wort kommen kann. Der „Kommentar“ ist eine Möglichkeit, eine andere das „Editorial“. Seit ich die Zeitschrift dach+holzbau verantworte, habe ich rund 50 Editorials geschrieben und meine Meinung und Haltung kundgetan. Die sei nicht immer bequem, sagte mir jüngst ein Kollege, ich empfand seine Aussage als Kompliment.

Viele Leserbriefe gab es nicht in diesen acht Jahren, ich werte das nicht als Zeichen von Desinteresse, ich glaube einfach, Sie haben genug zu tun auf Ihren Baustellen. Da muss es schon Dicke kommen, bis man sich mal zu Wort meldet.

Kürzlich erreichte die Redaktion allerdings eine Mail, die mir weitergeleitet wurde. Der Schreiber lässt mir über meinen Chefredakteur ausrichten („sagen Sie bitte Ihrem Herrn Sinn …“), dass ich nichts verstanden hätte bezüglich der Zusammenhänge von Flüchtlingspolitik und steigenden Immobilienpreisen. Zur Erklärung: Im Editorial der Ausgabe 3.2016 habe ich beschrieben, wie unser damaliger Volontär ein Berufsschulzentrum besuchte und sehr differenziert über den Ausbildungsstand der Jugendlichen aus Flüchtlingsländern berichtet hat (von hoch motiviert bis sehr wenig motiviert). Es ging darum, Handwerksbetriebe zu ermuntern, den Menschen, die in unser Land kommen, eine Ausbildung zu ermöglichen. Die Flüchtlingspolitik erörterte ich damals allerdings nicht.  

In der letzten Ausgabe habe ich die Wohnraumpolitik von Städten angeprangert. Mir ist es unerklärlich, wie Städte zum Stopfen von Haushaltlöchern kurzfristige Lösungen suchen und Wohnraum an Spekulanten anstatt zum Beispiel an Genossenschaften verkaufen. Das geschieht leider jeden Tag und führt dazu, dass Wohnraum eine spekulative Angelegenheit wird und damit immer teurer.

Der oben genannte Leser bemängelt nun meine Naivität: Ich würde in den „Chor der Bahnhofsklatscher“ und „selbsternannten Gutmenschen einstimmen“, schreibt er und „mich hinterher wundern, dass die Mieten steigen“, weil doch diese Menschen Wohnraum bräuchten.

Ich sehe das anders, ich glaube nicht, dass Wohnraum teurer werden muss, nur weil er knapp ist. Für mich ist bezahlbarer Wohnraum ein Menschenrecht!

Trotzdem bin ich froh, Reaktionen wie die obige zu bekommen, schließlich möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen und Ihre Ansichten und Haltungen erfahren. Das machen wir übrigens auch über unsere Facebookseite auf www.facebook.com/dachundholzbau. Wenn wir auf Terminen sind, berichten wir darüber, machen Bilder und Videos, teilen Beiträge, um Sie über Neuigkeiten zu informieren.

Ich werde das auch zukünftig für die dach+holzbau tun, obgleich ich mit dieser Ausgabe als verantwortlicher Redakteur in die zweite Reihe zurücktrete. Mein Nachfolger ist ein Eigengewächs aus der Redaktion. Stephan Thomas hat Technikjournalismus studiert und zwei Jahre lang in der bauhandwerk- / dach+holzbau-Redaktion seine Ausbildung absolviert. Hier konnte er sich im Bau-Metier genügend Wissen aneignen, um den verantwortlichen Redakteursposten nun zu übernehmen. Ich freue mich, dass der Staffelstab (oder besser der Meterstab und der Latthammer) in neue, junge Hände gelangt und damit auch neue Sichtweisen die Redaktion bereichern.

Ich dagegen werde Ihnen als Redakteur weiterhin treu bleiben und die Zeitschrift mitgestalten und begleiten.

Alles Gute Ihnen, eine schöne Weihnachtszeit und frohes Schaffen wünscht Ihnen Ihr

Uns interessiert Ihre Meinung und wir möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen

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Ihr Draht zur Redaktion

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