Schutz vor Dübelabzeichnungen

Dank der Fassadenfarbe „maxit Solaren“ ließen sich an einer Wohnanlage in Raschau-Markersbach die aufgetretenen Dübelabzeichnungen eines vor rund 20 Jahren montierten WDVS dauerhaft beseitigen.

Die  Farbe ist eine Kombination aus einer Siliconharzemulsion und mikrofeinen Hohlglaskügelchen.

Die Wohnungsgesellschaft Raschau betreut etwa 1000 Wohneinheiten in der Region. Dazu gehört unter anderem eine Siedlung mit zweigeschossigen Wohngebäuden in der Beethovenstraße in Raschau. Die zumeist in den 1950er Jahren errichteten Immobilien unterscheiden sich teilweise in den Gebäudeabmessungen und der Dachform (Sattel- beziehungsweise Walmdach). Auffällig sind die aus den Eingangsfassaden herausragenden, zentral angelegten Treppenhäuser. In einem jüngeren Gebäude aus den 1970er Jahren wurde ein zweites Treppenhaus durch einen Aufzug ersetzt, um es auch für Bewohner mit körperlichen Einschränkungen nutzbar zu machen.

Die Anzahl der Wohnungen beträgt je nach Gebäudeblock durchschnittlich 11 bis 18 Wohneinheiten. Vorrangig handelt es sich um Zwei- oder Drei-Zimmer-Mietwohnungen mit einer Nutzfläche von rund 60 oder 70 m2. Der angenehme Wohnungszuschnitt ermöglicht den Zugang zu allen Zimmern über einen Mittelflur. Geheizt wird mit Gas. Die Kosten für Heizwärme und Warmwasser liegen pro Quadratmeter im Schnitt bei rund einem Euro.

 

Sanierungsfall mit besonderer Problemstellung

In den 1990er Jahren erfolgte eine sukzessive Grund­sanierung der einzelnen Gebäude. Bäder wurden neu gefliest, alte Holzfenster gegen doppelt verglaste Kunststofffenster ausgetauscht. Vor allem sollte der bauliche Wärmschutz deutlich verbessert werden. Dieser orientierte sich an den Bestimmungen der damals geltenden Wärmeschutzverordnung von 1995. So wurden die 24 cm dicken Ziegelaußenwände in den Jahren 1995 bis 1998 mit einem 8 cm dicken WDVS aus verdübelten Styropor-Dämmplatten versehen. Anschließend erhielten die Außenwände eine Beschichtung aus dünnlagigem Reibeputz. Dieser wies nach einigen Jahren an manchen Stellen jedoch eine starke Algenbildung auf. Besonders auffällig waren die entstehenden hellen Dübelabzeichnungen. Sie bildeten sich aufgrund eines höheren Wärmeabtrags, der an der Fassade stellenweise erfolgte: Direkt über den WDVS-Tellerdübeln trocknete die Fassade schneller ab und verhinderte so einen Algenbefall. Als Konsequenz dieser punktuellen Wärmebrücken entstanden helle kreisrunde Flecken, die sich von der umgebenden veralgten Fläche deutlich abhoben.

 

Effektiver Schutz durch Farbe mit Mikrokügelchen

Nach unbefriedigenden Versuchen mit anderen Farbprodukten konnte schließlich mit der Fassadenfarbe „maxit Solaren“ eine wirksame Problemlösung gefunden werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Fassadenfarben geht man hier völlig neue Wege zum Schutz vor Algenbildung. Ganz bewusst kommen keine unverkapselten Algizide und Fungizide zum Einsatz, die nach relativ kurzer Zeit von Niederschlägen ausge­waschen werden und die Umwelt belasten. Stattdessen setzen die Entwickler der maxit-Gruppe bei der Funktionsbeschichtung „maxit Solaren“ auf die physikalischen Eigenschaften mikroskopisch kleiner Hohlglaskügelchen. In Verbindung mit der Siliconharzemulsion sorgt die Beschichtung für eine besonders glatte Oberfläche, die Regentropfen und Schmutz­partikel abweist. Zugleich trägt die mikroporöse, diffusionsoffene Struktur zu einem ausgeglichenen Feuchtigkeitshaushalt der Fassade bei –vergleichbar mit einer atmungsaktiven Multifunktionsjacke. Gleiches gilt für den Temperaturhaushalt. So kommt es im Sommer bei steilem Einfallswinkel der Sonnenstrahlen durch Reflexion zu einer Reduzierung des Wärmeeintrags. Im Winter ergibt sich dagegen aufgrund flacherer Einfallswinkel durch Absorption eine Erhöhung um bis zu 20 Prozent.

 

Farbe als Teil eines Fassadensanierungssystems

2015 begann die Fassadensanierung. Dabei gingen die Handwerker der Malerwerkstatt Lötzsch aus Annaberg-Buchholz sehr methodisch vor: Neben einer gründlichen Reinigung der Fassaden besserten sie bei Bedarf auch die Putzbeschichtung sorgfältig aus. Anschließend wurden Flächen mit Algenbefall mit „maxit prim 1120“ vorbehandelt. Danach erfolgte eine Hydrophobierung mit der Grundierung „maxit Solarfarbgrund“. Notwendig war dies aufgrund des zu starker Feuchtigkeitsaufnahme neigenden mineralischen Reibeputzes. Die Wasserdampfdurchlässigkeit des Untergrunds blieb dabei voll erhalten.

Vor dem abschließenden zweimaligen Anstrich mit der Fassadenbeschichtung „maxit Solaren“ achteten die Maler auf die vollständige Austrocknung der Grundierung. Auf diese Weise gewährleisten sie einen ­sicheren Verbund von Untergrund und Farbbeschichtung. Um das Erscheinungsbild der Wohnanlage lebendiger zu gestalten, wurden die einzelnen Gebäudeblöcke zudem in verschiedenen Farbtönen (gelb, blau, braun) gestrichen. Eingebettet in grüne Wiesenflächen mit Parkbänken, wirkt die Wohnsiedlung mit der neuen Farbgestaltung nun einladend und freundlich. Das Sanierungsprojekt ist aber noch nicht abgeschlossen: Nach den ersten neun Gebäudeblöcken werden in den kommenden drei bis vier Jahren noch 13 weitere Wohnhäuser mit „maxit Solaren“ optisch aufgewertet und vor Witterung sowie Algenbildung geschützt.

 

Autor

Dipl.-Ing. Hans-Gerd Heye ist Bauingenieur und schreibt als freier Fachjournalist unter anderem für die bauhandwerk. Er lebt und arbeitet in Braunschweig.

Hohlglaskügelchen sorgen in Verbindung mit einer Siliconharzemulsion dafür, dass Regentropfen und Schmutz abperlen

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