Schwenk Dämmtechnik

Die 1847 gegründete Unternehmensgruppe Schwenk gehört zu den ältesten Firmen der deutschen Baustoffindustrie. Die Redaktion der bauhandwerk hat mit Jörg-Michael Krichel, der gemeinsam mit Dieter Ruf die Geschäfte des Bereiches Dämmtechnik führt, das neuen Glaswolle-Werk in Bernburg (Sachsen-Anhalt) besucht.

Die Schwenk Dämmtechnik GmbH & Co. KG mit Sitz im bayrischen Landsberg beschäftigt sich seit über 100 Jahren mit der Herstellung und Weiterentwicklung von Dämmstoffen und ist mit Produkten aus Glaswolle, Styropor, Neopor und Styrodur erfolgreich auf dem Markt tätig. 1994 brachte Schwenk beispielsweise mit PerimeterDuo Perimeterdämmungen aus EPS auf den Markt, ein Jahr später Fassadendämmungen aus Neopor. 2008 wurde eine Perimeterdämmung für den Passivhausstandard zur Marktreife gebracht. Ab 2009 wurde das Produktprogramm um Glaswolle erweitert und 2010 um Produkte der Wärmeleitgruppe 032 ergänzt. Aktuelle Neuentwicklung ist die Glaswolle climowool, die seit Februar dieses Jahres in Bernburg vom Band läuft.

Basis für Fortschritte unter dem Namen climowool ist ein gutes Zusammenspiel zwischen dem neuartigen Bindemittel und der nach dem patentierten climoTec-Verfahren hergestellten Faser. Saubere Schnitte und exakte Trennkanten ohne besonderes Stauben und Ausfransen sind wichtige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Lästige Nebenwirkungen für den Handwerker, wie Jucken und Hautrötungen, werden durch das weiche climowool-Material auf ein Minimum reduziert.

 

Produktentwicklung: Der Kunde hat ein

Wörtchen mitzureden

Bei der Entwicklung von climowool spielten die Bedürfnisse der Verarbeiter eine wichtige Rolle. Deshalb ließ Schwenk den Handwerker als letztendlichen Kunden aktiv an der Entwicklung teilhaben, erläutert Krichel: „Im August 2009 haben wir 1200 Handwerker telefonisch befragt, was ihnen an der Verarbeitung von Glaswolle gefällt und was verbessert werden könnte. Diese Antworten haben wir in den ersten Optimierungsschritt einfließen lassen. Das Ergebnis wurde von unterschiedlichen Personen aus dem Unternehmen in der Verarbeitung beurteilt. Nach etlichen weiteren Anpassungs-Schritten haben wir ausgewählten Handwerker das Produkt für den Alltagstest gegeben. Zur Markteinführung im Februar 2011 wollten wir ein optimales Produkten haben, das vor allem den ursprünglichen Ansprüchen der Handwerker gerecht wird – im Bezug auf Verarbeitungsfreundlichkeit, also Klemmkraft und Feuchteunempfindlichkeit, ebenso wie auf Verarbeiterfreundlichkeit; Climowool ist nahezu geruchsfrei hat einen angenehmen Griff und weist nur eine geringe Staubentwicklung auf.“

 

Erfolg oder Misserfolg?

Ob climowool nicht nur bei den Testern, sondern bei der gesamten Kundschaft gut ankommt, lässt sich noch nicht beurteilen. „Wir sehen aber, dass die Produktionszahlen der Nachfrage entsprechend deutlich ansteigen. Ende des Jahres haben wir ein eindeutiges Ergebnis, ob der Start von climowool erfolgreich war oder nicht“, sagt Krichel.

In der Zwischenzeit begnügt sich das Unternehmen aber nicht mit Warten aufs Endergebnis; es wird weiterhin Marktforschung an der Basis betrieben: Im Rahmen einer sogenannten „Verarbeiter-Offensive“ werden bundesweit Veranstaltungen bei Baustoffhändler organisiert – die „climowool-Tage“. Dort bekommen vom Händler eingeladene Verarbeiter eine Palette Material und einen Bewertungsbogen für den Praxistest ausgehändigt. „Auf diese Weise können wir uns sicher sein, eine offene und kritische Bewertung zu erhalten. Da die Teilnehmer von den Händlern und nicht von uns ausgesucht werden besteht gar keine Möglichkeit, das Ergebnis zu filtern oder irgendwie sonst beschönigend zu beeinflussen. Das ist auch nicht Sinn der Sache – allein die ehrliche Meinung der Handwerker ist für uns hilfreich. Erste Ergebnisse sind schon zurückgekehrt, und wir können uns über 95 Prozent positive Bewertungen freuen – das ist ein extrem hoher Wert.“

 

Der Handwerker entscheidet

Die Verarbeiter-Offensive ist beispielhaft für die Strategie der Schwenk Dämmtechnik, ein Produkt auf die Anforderungen der Zielgruppe abzustimmen: „Unsere Zielgruppe sind die Handwerker die unsere Dämmstoffe verarbeiten. Sie treffen die Kaufentscheidung und somit auch die Entscheidung für bessere Produkte“, bringt Jörg-Michael Krichel es auf den Punkt. „Der Fachhandel trägt dabei aber ebenso eine entscheidende Rolle, indem er Neuentwicklungen in der Markteinführung unterstützt und viele Servicefunktionen übernimmt.“ Im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Kunden am Verkaufsstandort setzt Schwenk auf professionelle Marketinginstrumente, „zum Beispiel auffällige Aufsteller, Beratungsunterlagen oder Produktmuster, die nicht nur einen kommunikativen Auftritt ermöglichen, sondern auch bei der Beratung unterstützen.“

Mit dem Bau eines neuen Kundencenters, das auch ein Fortbildungszentrum beinhalten wird, setzt Schwenk Dämmtechnik ein weiteres Signal für eine langfristige Ausrichtung auf den Markt und dessen Bedürfnisse.


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