Standpunkt: Der Bauhandwerker als Energiesparmeister

Handwerker sollten in energetischen Fragen gut beraten können. Wie das mit den traditionellen Aufgaben des Bauhandwerkers zusammengeht, haben wir Zimme­rermeis­ter Markus Gruber gefragt, denn er ist Energiesparmeister im Bauhandwerk 2008 und konnte aus eigener Erfahrung einiges dazu berichten.

 

„Energiesparen beginnt im Kopf. Nur theoretische Absichtserklärungen verändern nichts. Dabei ist das Thema bei allen, die im Baubereich praktisch tätig sind, nicht wirklich neu. Zu allen Zeiten hat man versucht den jeweiligen Bedingungen gemäß auch energiesparend zu bauen. Mittlerweile sind aber nicht nur die Anforderungen deutlich gestiegen, sondern auch die Möglichkeiten. Ob Neubau oder Sanierung – an einer optimierten, energie-
sparenden Dämmung kommt niemand mehr vorbei.

Gerade den Zimmerern fällt dabei eine besondere Rolle zu. Aufgrund der Historie bringt der Zimmermann ein hohes Maß an Erfahrung im Umgang mit traditionellen Bau- und Konstruktionsweisen mit. Diese gilt es mit den modernen Baustoffen und den veränderten Ansprüchen der Bauherren zu kombinieren. Der Zimmermann muss als ausführender Handwerker das Potential erkennen, dass ein Neubau, aber noch viel mehr ein Umbau oder eine Erweiterung bietet. Den Bauherrn nur auf die gesetzlichen Anforderungen hinzuweisen, ist für mich zu wenig. Vielmehr müssen in einem Prozess gemeinsam mit dem Architekten und dem Bauherrn energetische Ziele für das Bauvorhaben definiert werden. Der finanzielle Mehraufwand beispielsweise durch eine deutlich bessere Wärmedämmung wandelt sich für den Bauherrn in einen langfristigen Vorteil. Um ihm diese Sichtweise zu ermöglichen, ist neben handwerklichem Geschick auch ein hohes Maß an Beratungskompetenz notwendig. Energiesparen beginnt von daher tatsächlich schon im Kopf des Handwerkers, der um Rat und Hilfe gebeten wird. Er muss nicht nur seine beste Arbeit abliefern wollen, sondern auch seine beste Beratung mit Blick auf Energieeinsparung. Ich will Bauherren nicht dazu überreden, sondern sie überzeugen den richtigen Weg zu gehen. Denn nur dann haben sie die positive Einstellung dazu.“