Kreative Oberfläche mit Putz: Weidengeflecht-Optik

Die Weidengeflecht-Oberflächentechnik wird innen eingesetzt, um durch verschiedene Putzarten und Körnungen und durch die Wahl der anschließenden Beschichtung unterschiedliche Optiken zu erzeugen oder ausgewählte Teilbereiche hervorzuheben.

Für die Ausführung dieser Technik sind auf mineralischer Basis ein Haftmörtel, Kalk- und Edelputze geeignet, bei den pastösen Materialien eignen sich Hand- und Spritzspachtel sowie Innenputze auf Kalkbasis. Die Oberfläche kann man mit diversen Innenfarben wie Innensilikat- oder Dispersionsfarbe („KlimaSilikatin“, „DivinaReneo“) beschichten.

Putz auftragen und strukturieren

Zuerst den Putz mit einer Traufel etwas über Kornstärke auf den vorbereiteten Untergrund aufziehen. Im noch frischen Zustand drückt man mit der Kante der Kelle oder Traufel die Struktur in die Putzschicht. Hierfür wird das Werkzeug senkrecht und unregelmäßig, mit der Kante in kurzen Zügen, bahnenweise von oben nach unten in das Material gestupft.

Farbig Beschichten

Abhängig vom Putzsystem wird die Oberfläche nach dem Durchtrocknen der Putzfläche mit dem dafür geeigneten Anstrichsystem durch eine Grund-, Zwischen- und Schlussbeschichtung versehen. Bei stark saugenden Untergründen sollte vorab eine dafür im System vorgesehene Grundierung aufgebracht werden.

Durch das Colorieren der Putzfläche mit Lasuren lassen sich weitere, farbig interessante Oberflächen erzielen. Durch das Auftragen mit einem Pinsel, gezielt kombiniert mit mehreren Farbtönen, können weitere Effekte dargestellt werden.

Zuviel aufgetragene Lasur kann man im noch frischen Zustand durch Abwischen mit einem Schwamm an der Oberfläche abnehmen. Nach dem Abtrocknen erscheint die Oberfläche wolkig im Lasureffekt.

Autor

Thomas Stärke arbeitet als Anwendungstechniker bei der Baumit GmbH in Bad Hindelang.

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