„Apothekerschrank“ für Handwerker

Unordentlich, unübersichtlich, unwirtschaftlich – ungefähr so hat Stuckateurmeister Bernd Kolb sein eigenes Materiallager in Erinnerung: Die vielen Gebinde, die dich mit der Zeit unweigerlich angesammelt hatten, stapelten sich zu einem nur noch mit Mühe zu handhabenden Haufen…

„Früher hatte ich gar keinen Überblick welche Farben ich wo gelagert hatte, weil ich irgendwann an die meisten Eimer gar nicht mehr zügig drankommen konnte. Jetzt habe ich alles im Griff – meinen Bestand kann ich innerhalb von fünf Minuten komplett durchgehen. Und ich muss viel weniger Farbe wegschmeißen, die durch zu lange Lagerung unbrauchbar geworden ist. Da spart man auch schnell eine Menge Geld.“ Dank „Axel schafft Ordnung“.


Platzsparende Anordnung

Mit seinem System hat Kolb (41) das Regal zwar nicht neu erfunden, aber für den Handwerksbetrieb entscheidend optimiert. Das Axel-Regalsystem funktioniert im Prinzip wie ein Apothekerschrank: Platzsparend sind Regalmodule dicht nebeneinander an Schienen an der Decke oder an einem Tragsystem aus Stahl befestigt. Die Module können kinderleicht ausgezogen werden. An der Stirnseite eines jeden Moduls befindet sich zudem eine Tafel zur Beschriftung. So ist ein schneller und bequemer Zugriff auf den gesuchten Inhalt gewährleistet.

Kinderleicht zu handhaben

Das System ist für schwere Lasten konzipiert und daher extrem stabil und langlebig: „Jedes Regal kann mit maximal 450 kg Gewicht belastet werden, aber die Deckenschienen sind kugelgelagert – selbst mein vierjähriger Sohn kann so ein vollbeladenes Regal bewegen“, erklärt der Handwerksmeister aus Gründelhardt. Das Grundmodul des Axel Regalsystems bietet mit drei Fachböden Platz für zum Beispiel
18 Eimer. Beim Einziehen von drei zusätzlichen Fachböden ist das Regal optimal für 72 Aktenordner geeignet. Schräge Fachböden ergeben Platz für Kleinteile. Das System ist so flexibel, dass sich unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten ergeben, beispielsweise als Aufbewahrung für Schläuche, Leitern und ähnliche sperrige Gegenstände. Die Regalhöhe kann an den vorhandenen Platz angepasst werden.


Wer ist eigentlich Axel…?

Entwickelt hat Bernd Kolb sein Regalsystem 2001 für seine eigene Lagerfläche, basierend auf einem Konzept mit ausziehbaren Lagerflächen, das sein Vater, ebenfalls Stuckateurmeister, sich hatte einfallen lassen. Erst als Bernd Kolb die Rollschienen vom Boden an die Decke verlagerte und somit schwere Lasten einfach zu handhaben waren, funktionierte die Idee in der Praxis: 2004 hat „Axel schafft Ordnung“ in einem Wettbewerb ein dritten Preis erhalten, 2007 wurde das System dann auf der Messe „Farbe“ in Köln vorgestellt, mit großem Zuspruch. Zur Serienproduktion ist es bis jetzt jedoch nicht gekommen: „Wir fertigen und montieren die Regale und das Trägersystem in Handarbeit. So sind wir flexibel in den Maßen und können alles den Kundenwünschen anpassen.“

Eine häufige Frage betrifft den Namen des Regals: Ich muss oft erklären, dass ich nicht Axel bin“, sagt Kolb. „Viele Leute nennen mich wegen des Regals jetzt so.“ Der „richtige“ Axel ist tatsächlich ein sehr ordentlicher gut organisierter Nachbar Kolbs, „so ordentlich, dass er mich zu dem Namen inspiriert hat.“


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