Blähton für Eiskeller am Trifels

Womit verfüllt man am besten einen einsturzgefährdeten Eiskeller? In Annweiler am Trifels entschied man sich für rund 500 m3 Blähtonschüttung. Das nahezu selbstverdichtende Granulat gewährleistet die langfristige statische Sicherheit für die nachfolgende Bebauung. Außerdem ließ es sich schnell und wirtschaftlich per Schlauchleitung direkt vom Silo-Lkw aus in die Gewölbe einblasen.

Im Juli 2016 begann unter der Leitung der Stadtwerke Annweiler die Erschließung des Neubaugebiets „Bindersbacher Tal“. Die Herausforderung lag dabei im historischen, aus dem Jahr 1863 stammenden Eiskeller, der neben einem baufälligen Gebäude aus insgesamt fünf unterirdischen, einsturzgefährdeten Gewölben bestand. Wie die meisten Eiskeller wurde auch er nicht mehr benötigt, als Anfang des 20. Jahrhunderts die Nutzung von Kühlmaschinen die Eisblocklagerung überflüssig machte.

Die ersten Erschließungsarbeiten umfassten den Abriss des oberirdischen Eiskellergebäudes. Im Sinne der Neubau­gebietsplanung, die das Inge­nieurbüro Schulbaum e.K. aus Landau erstellte, wurden an seiner Stelle rund 2 m hohe Stützmauern errichtet. Sie sichern das abfallende Gelände und tragen wesentlich zur statischen Sicherheit des Geländes bei, auf dem später Wohngebäude und Straßen errichtet werden sollen. Um die hohen Auflasten sicher und dauerhaft aufnehmen zu können, wurden anschließend drei der fünf Gewölbekeller verfüllt. Eine zentrale Frage war dabei die Wahl des Füllstoffs, zumal die Keller eine komplizierte Raumgeometrie aufwiesen. Letztlich fiel die Entscheidung für eine Verfüllung mit rund 500 m3 Liapor 1-4 mm. Für den Eintrag des losen Blähtongranulats sprachen dabei viele Faktoren: „Das Material ist formstabil und statisch tragfähig sowie bautechnisch sehr einfach einzubringen“, erklärt Helmut Schwarz­müller vom Karlsruher Ingenieurbüro Roth + Partner GmbH, das die Verfüllung projektierte. „Dazu kommt, dass das Material quasi selbstverdichtend ist und so die Langfristigkeit der Maßnahme sichert. Es erfordert keine zusätzliche Nachverdichtung, die in den engen Gewölben sowieso praktisch gar nicht durchführbar gewesen wäre.“

Ausgeführt wurden die Arbeiten im Februar vergangenen Jahres. Die Verfüllung erfolgte direkt vom ­Silo-Lkw aus über Schlauchleitungen. Damit ließ sich das Material innerhalb weniger Tage staubfrei einbringen, und zwar wie gefordert bis zur Decke auch in den hintersten Gewölbeteilen. Die beiden übrigen Gewölbekeller blieben dagegen erhalten. „Eine begehbare Tunnelröhre aus Stahlbeton ermöglicht künftig sogar den Zugang zu zweien der fünf Gewölbe, die zuvor nicht betreten werden konnten“, erklärt Reiner Paul, Leiter der Annweiler Stadtwerke. „Gleichzeitig bleibt so auch der Lebensraum für die dort ansässigen Fledermäuse gewahrt.“

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