Das Innenausbau-Set Holz für den „Multimaster“ von Fein im Praxistest

Das Innenausbau-Set für den „Multimaster“ von Fein ist – wie der Name schon sagt – für Handwerker gedacht, die im Innenausbau tätig sind. Mit den insgesamt 45 Teilen an Schneid- und Schleifwerkzeugen geht die Arbeit schnell von der Hand. Das haben wir in einem Test ausprobiert.

Seit der Erfindung des Oszillierers vor über 50 Jahren im Hause Fein ist auch auf dem Gebiet des Werkzeugzubehörs einiges passiert. Natürlich wurde auch der ursprünglich für das Auftrennen von Gipsbandagen in der Medizin entwickelte Oszillierer immer weiter verfeinert und erfreut sich heute unter dem Namen „Multimaster“ bei Handwerkern großer Beliebtheit, wenn es darum geht, etwa Säge- und Schleifarbeiten zügig zu erledigen. Aber für die vielen Anwendungsmöglichkeiten ist das Werkzeugzubehör der Schlüssel, der den Einsatz des Multitools sehr flexibel und vielseitig macht. Seit 2016 lassen sich die Sägen, Schleifplatten usw. mit der gemeinsam mit Bosch entwickelten Werkzeugaufnahme „Starlock“ in Sekundenschnelle mit dem „Multimaster“ verbinden.

14 Zubehör-Sets in drei Varianten

Seit 2020 bietet Fein 14 neu zusammengestellte Zubehör-Sets für alle drei Leistungsklassen von Multitools an. Sie sind so gestaltet, dass der Handwerker auf den ersten Blick sieht, welches Zubehör in den Sets enthalten ist und für welche Gewerke es eingesetzt werden kann. Unterteilt sind die Sets in drei Varianten: in die „Best of Sets“, die „Combo Sets“ sowie die „Profi Sets“. Variante eins, die „Best of Sets“, gibt es in sechs Ausführungen. Darin enthalten sind beispielsweise die beliebtesten Zubehörteile für Säge- und Schleifarbeiten bei der Holz- oder Metallbearbeitung. Damit sind die Sets gute Begleiter für Schreiner, Zimmerleute und Innenausbauer. Mit dem Zubehör-Set „Best of Metal“ sind Metallbauer und Schlosser für flexible Einsätze gerüstet. Die „Best of Sets“ gibt es in den Leistungsklassen „Starlock“, „StarlockPlus“ und „StarlockMax“.

Variante zwei der Zusammenstellungen sind die „Combo Sets“, die in fünf Ausführungen mit jeweils drei wichtigen Zubehören für spezielle Anwendungsfälle erhältlich sind. Sie unterstützen bei Renovierungsarbeiten an Fußböden, bei Sägearbeiten in Holz und Metall, Reparaturarbeiten an gefliesten Flächen oder dann, wenn Aussparungen an beengten Stellen,  wie in den Bereichen Installation oder Modellbau, hergestellt werden müssen. Verfügbar sind die „Combo Sets“ in der Leistungsklasse „Starlock“.

Variante drei – die „Profi Sets“ – haben uns von der Redaktion der bauhandwerk am meisten interessiert. Sie beinhalten Zubehör für das leistungsstärkste Multitool von Fein, den „Multimaster 700“ mit „StarlockMax“-Werkzeugaufnahme. Die Sets eignen sich für die Bereiche Innenausbau, Heizung/Sanitär und Fugensanierung.

Das Innenausbau-Set im Praxistest

Das Innenausbau-Sets besteht aus insgesamt 45 Teilen, wenn man alles – also auch die Schleifblätter – mit hinzuzählt. Insbesondere mit den acht „E-Cut Long-Life“ Sägeblättern lassen sich schnell und präzise alle möglichen Sägearbeiten erledigen. Zusätzlich gibt es noch ein „E-Cut Precision BIM-Sägeblatt“ sowie ein HSS Kreissägeblatt. Des Weiteren gehören ein Tiefenanschlag, ein fester Spachtel, eine Absaugung, eine Dreieckschleifplatte sowie zehn Schleifblätter zur Ausstattung.

Insbesondere die E-Cut-Sägeblätter sind für besonders präzise Schnitte geeignet. Wir haben mit einem E-Cut-Sägeblatt Wood alte Zigarrenkästen aufgeschnitten, was mit ruhiger Hand sehr gut gelingt. Dass das Trennen von solchen Leimverbindungen mit einem E-Cut-Sägeblatt schnell geht, ist klar. Wir wollten – abgesehen von den im Innenausbau sonst üblichen Anwendungen wie das Kürzen von Türstöcken – auch ungewöhnliche Materialien wie „maridur“ (thermisch formbare Polyurethanplatten) und Paulownia-Platten aus dem Holz des Blauglockenbaums sägen. Selbst durch eine 20 mm dicke „maridur“-Platte mit der höchsten Dichte von 700 kg/m3, mit der der Hersteller die Platten anbietet, gleitet das E-Cut-Sägeblatt wie durch Butter. Man muss schon aufpassen, dass man nicht zu schnell wird beim Sägen.

Am meisten gespannt waren wir allerdings auf das HSS Kreissägeblatt mit einem Durchmesser von 100 mm. Die maximale Schnitttiefe des zur Minikreissäge umgerüsteten Oszillierers beträgt 20 mm. Um das HSS Kreissägeblatt nutzen zu können, muss man die Werkzeugaufnahme des „Multimasters“ allerdings erst einmal umrüsten. Alles was man dazu braucht – selbst der Inbusschlüssel – ist mit dabei. Am Ende wird das Kreissägeblatt wie gewohnt über die „Starlock“-Werkzeugaufnahme befestigt.

Wir haben das Kreissägeblatt mit einer 18 mm dicken Birkemultiplexplatte an seine Belastungsgrenze gebracht. Bei mäßigem Schneidfortschritt mit ordentlich Druck auf dem Schneidwerkzeug fängt das Holz alsbald an zu rauchen und versengt an der Schnittkante. Für solche Arbeiten sollte man ein anderes Werkzeug wählen, zum Beispiel eine Tauch- oder Handkreissäge. Durch das vergleichsweise weiche Holz des Blauglockenbaums arbeitet sich das Blatt der Minikreissäge bei gleicher Materialdicke hingegen anstandslos. Je nach Härte des Holzes liegt der Anwendungsschwerpunkt der Minikreissäge also bei Platten mit unter 10 mm Dicke.

Ein Hauptanwendungsgebiet des Multimasters sind Schleifarbeiten. Im Innenausbau-Set ist eine gelochte Dreieckschleifplatte mit zehn Schleifblättern in den Körnungen 60, 80 und 120 dabei. Diese haben wir für unsere Anwendungen noch um die Rundschleifplatte mit 100 mm Durchmesser und dazu passende Schleifblätter in den gleichen Körnungen ergänzt. Man könnte meinen, das Schleifen wäre das eigentliche Arbeitsfeld des „Mutlimasters“. Das ist es natürlich nicht. Aber Schleifarbeiten gehen mit der Dreiecks- und Rundschleifplatte derart gut von der Hand, dass man selbst gebogene Oberflächen eigentlich mit keinem anderen Werkzeug lieber schleifen möchte. Auch bei der Vorbereitung von Türgewänden und Türblättern für eine anschließende Lackierung leisten die Schleifplatten eine hervorragende Arbeit. Hier natürlich gekoppelt mit der Absaugung, damit kein Schleifstaub in die Wohnräume gelangt.

Fazit

Mit den auf das jeweilige Material, also Holz oder Metall, abgestimmten C-Cut-Sägeblättern arbeitet sich der „Multimaster“ in Abhängigkeit der Dicke und der Härte des Materials kontinuierlich durch. Wer eine ruhige Hand hat, kann damit sehr präzise Schnitte führen. Die Minikreissäge erlaubt deutlich geführtere Schnitte und besitzt zudem einen Tiefenanschlag. Die Schnitttiefe beträgt maximal 20 mm, das Einsatzgebiet liegt unseres Erachtens allerdings bei deutlich niedrigeren Dicken unter 10 mm und eher weichen Materialien. Insbesondere bei Schleifarbeiten mit der Dreieck- oder Rundschleifplatte ist der Multimaster unserer Meinung nach das Werkzeug der Wahl.

Autor

Dipl.-Ing. Thomas Wieckhorst ist Chefredakteur der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.

Wir haben das Innenausbau-Set Holz für den Multimaster ausgiebig getestet. Welche Erfahrungen wir mit den E-Cut-Sägeblättern, der Dreieckschleifplatte und vor allem dem HSS Kreissägeblatt gemacht haben, zeigt unser Video.

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