Effizienz beim Fenstertausch

Das ehemalige IBM-Bürogebäude in der Frankfurter Herriotstraße wurde 2012 saniert und umgebaut. Neuer Nutzer ist der Facility Management-Dienstleister WISAG. Der Verwaltungshauptsitz benötigt durch den Austausch sämtlicher Fenster nur rund die Hälfte der vorher erforderlichen Wärmemenge.

Kurzer Blick zurück: Der Bauantrag für das Gebäude in der Herriotstraße in Frankfurt-Niederrad wurde 1983 gestellt. Der Entwurf stammte vom Frankfurter Architekten-Team Hansjörg Kny und Wilfried Gladis. Zwei Jahre später war der Zweckbau bezugsfertig, der als Backoffice für den amerikanischen Computer-Konzern IBM dienen sollte. Die tragenden Strukturen sind in Beton ausgeführt, mit einer Lochfassade aus Naturstein. Die Innenräume waren durch Leichtbauwände entsprechend des Gebäuderasters gegliedert. Die Wärmedämmung spielte damals nur eine untergeordnete Rolle.

Energieeffizienz an erster Stelle

„Nach Lage und Raumangebot war das Objekt genau das, was wir für unsere stark gewachsene Verwaltung gesucht haben“, erläutert Oliver Spoida, Geschäftsführer der WISAG-Tochter 2com und Projektleiter des Umbaus. „Nur der Energieeffizienzstandard entsprach nicht unseren Vorstellungen.“

Bei der Frage des Heizsystems fiel die Wahl auf eine Grundwasser-Wärmepumpe. Voraussetzung für die optimale Funktion dieser Technik ist ein niedriger Energiebedarf des Gebäudes. Also wurde das Institut für Fassadentechnik Frankfurt (IFFT) beauftragt, ein Fassadengutachten zu erstellen. Das Fazit: Mit dem Austausch der etwa 25 Jahre alten Alu-Fenster ließe sich etwa die Hälfte des Energieverbrauchs einsparen. Eine Dämmung der Fassade wäre zwar empfehlenswert gewesen, ließ sich aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzen.

„Wir hatten keinen Hersteller favorisiert. Schüco Systeme waren für uns kein Muss“,  erläutert Oliver Spoida. „Aber unterm Strich hat Schüco das Rennen gemacht, weil das Fenstersystem technisch und wirtschaftlich überzeugen konnte. Dazu kam die Option, die alten Fensterprofile fachgerecht zu recyceln. Das wirkte sich nicht nur auf den Preis aus. Es entsprach auch unseren Vorstellungen von nachhaltigem Bauen.“

Neue Fenster in alten Blendrahmen

Den Auftrag, die 463 Fenster mit einer Gesamtfläche von mehr als 2000 m² auszutauschen, erhielt die Anders Metallbau GmbH aus Fritzlar. Das 140-Mitarbeiter starke Unternehmen realisiert weltweit anspruchsvolle Projekte mit Auftragsgrößen von bis zu 15 Millionen Euro. Um Zeit und Kosten zu sparen blieben die vorhandenen Blendrahmen erhalten. Die Monteure entfernten nur die bestehenden Flügel und Pfosten, um dann die neuen Elemente in den Blendrahmen des Bestandsfensters einzubauen. „Bei einem Komplettaustausch hätten auch der Naturstein, die Laibungsverkleidungen, die Fensterbänke und der Sonnenschutz demontiert werden müssen“, erklärt Objektleiter Dirk Schirmer. „So aber haben wir einen optimalen Kosten-Nutzen-Effekt.” Auf diese Weise dauerte der Austausch eines Fensterelements nur rund 90 Minuten. Für diese Art der Fenstererneuerung war kein Gerüst erforderlich. Ein Außenaufzug diente der Anlieferung der neuen Elemente und für den Abtransport der alten.

UW-Wert: 1,2 W/m2K

Zum Einsatz kam das Aluminium-Fenstersystem Schüco AWS 75.SI. Damit ließen sich die geforderten Dämmwerte mühelos erreichen: Während die alten Fenster einen UW-Wert von 3,2 hatten, erreichen die neuen einen Wert von 1,2 W/m2K. Ein Plus bei der Gestaltung waren die schmalen Profile. Um eine klare Gliederung der Fassade zu erreichen, folgte die Achsaufteilung der Fenster einem regelmäßigen Raster von 1,20 m. Dadurch ergaben sich auch klar definierte Elementgrößen, für die keine Toleranzen zu berücksichtigen waren. Um letztlich einen einwandfreien Anschluss zu gewährleisten, entwickelte Anders Metallbau gemeinsam mit Schüco zwei Sonderdichtungen.

Altfenster-Recycling

Eine besondere Rolle bei der Sanierung spielte das Thema Nachhaltigkeit. Auch hier konnten Schüco und Anders Metallbau die Erwartungen des Bauherrn erfüllen: Beide Firmen machen sich für den Wertstoffkreislauf stark und sind daher Mitglieder der Recycling-Initiative A/U/F, die alte Aluminium-Fenster-, Türen- und Fassadenprofile wiederverwertet. „Wir demontieren die Fenster, anschließend werden sie recycelt und zu neuen Produkten verarbeitet“, so Franziska Anders. Damit schließt sich der Wertstoffkreislauf: Die Umwelt wird geschont und wertvolle Ressourcen werden gespart.

Autorin

Ulrike Krüger ist Pressereferentin bei der Schüco International KG in Bielefeld.

Sanierung von 2000 m² Fensterfläche reduziert den Wärmeenergiebedarf um 50 Prozent

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