Energetische Sanierung der Eisenbahnersiedlung Wülknitz mit mineralischer Innendämmung

Die Eisenbahnersiedlung Wülknitz ist eine Gartenstadt aus den zwanziger Jahren. Bei der Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Komplexes wurde das kapillaraktive Innendämm-System „TecTem Insulation Board Indoor“ von Knauf Aquapanel eingesetzt.

Die Eisenbahnersiedlung Wülknitz – in der Gemeinde Wülknitz im Landkreis Meißen gelegen – wurde von 1923 bis 1927 für die Familien der bei der Eisenbahn beschäftigen Mitarbeiter errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Die großzügige und grüne Wohnsiedlung, besteht aus zwölf Haupthäusern und mehreren Nebengelassen. Nach der Wende war das Wohngebiet, in dem man zuvor noch mit Kamin und Feuerholz geheizt hatte, dem Verfall preisgegeben, bis ein privater Investor sich der Siedlung annahm und eine umfassende Sanierung in Gang setzte.

Modern und zeitgemäß wohnen

Die denkmalgeschützten Fassaden, Eingangsbögen und Fenstergewände mussten erhalten bleiben. Nachdem man zuerst einen Dämmputz in Erwägung gezogen hatte, wurde schließlich doch statt einer Außendämmung eine Innendämmung gewählt.

Dabei entschied man sich für das System von Knauf Aquapanel: „TecTem Insulation Board Indoor“. Die mineralische und kapillaraktive Dämmplatte aus Perlit bietet durch gute thermische Kennwerte eine sehr wirksame Reduzierung von Wärmeverlusten und durch ihren alkalischen pH-Wert 10 Schutz vor Schimmelpilzbildung. Die aus Perlite hergestellten Dämmplatten haben die Eigenschaft, auftretendes Kondenswasser aufzunehmen und zeitverzögert wieder abzugeben; mögliche Feuchtespitzen werden auf diese Weise zuverlässig abgepuffert.

Das Mauerwerk: alt aber solide

Die Außenwände der Gebäude waren zwar alt, aber durchweg in erstaunlich gutem Zustand: Nach Entfernung von alten Farbaufträgen kam ein Kalkputz zu Tage, der nur an einigen Stellen ausgebessert werden musste und damit einen geeigneten, planen Untergrund für die Montage der Dämmplatten bietet. Es gab keinerlei Anzeichen für Feuchtigkeit oder gar Schimmel in den Wänden.

Gedämmt wurden alle außen liegenden Wände und auch die Wände, die an die unbeheizten Treppenhäuser beziehungsweise Flure angrenzen. Berechnungen ergaben, dass die Dämmplatte in 50 mm Dicke die gewünschten Anforderungen erfüllt.

In wenigen Arbeitsschritten montiert

Die Mitarbeiter der Firma Großenhainer Ausbau verklebten die „TecTem“-Platten entsprechend der Verarbeitungsrichtlinie vollflächig mit dem auf das System abgestimmten, diffusionsoffenen Klebe­spachtel, wobei der Spachtel auf die Platte aufgebracht wird. Auf dem Boden und an den Übergängen zur Decke kamen Entkopplungsstreifen zum Einsatz. Montiert wurde waagerecht, im Verband, mit einem Mindestplattenversatz von 20 cm, dicht gestoßen, lot- und fluchtgerecht ausgerichtet. An Wandöffnungen (Fenstern und Türen) mussten die Handwerker darauf achten, dass die Stoßfugen der Platten nicht über den Eckpunkten lagen.

Eventuell vorhandene Fugen größer als 2 mm schlossen die Handwerker mit „TecTem“-Füllmörtel, größere Fugen mit Plattenstreifen. Anschließend trugen sie auf die getrocknete Grundierung den Flächenspachtel in Bahnbreite des Gewebes auf, und betteten das Armierungsgewebe darin ein, das dann mit dem Flächenspachtel überzogen wurde. Die Dicke des gewebearmierten Flächenspachtels beträgt insgesamt 5 mm. An den Fensterecken wurden zur Aufnahme von Kerbspannungen zusätzliche Armierungsstreifen im Winkel von 45° eingebettet. Den Abschluss der gedämmten Wände bildet eine gefilzte Putzoberfläche mit feiner Struktur, auf die eine Silikatfarbe aufgetragen wurde.

Fliesen auf der Innendämmung

In den Bädern kam an den Außenwänden ebenfalls die Innendämmung zum Einsatz, sogar an Wänden mit Fliesenbelag. Gefliest wurde hier gemäß Verarbeitungsvorgabe maximal zwei Drittel der Wandfläche, damit der Feuchtigkeitsaustausch gewährleistet bleibt. Im Spritzwasserbereich wird die Fläche vor dem Fliesen mit „Flächendicht“ bearbeitet, Einschnitte für Armaturen schlossen die Handwerker vor und nach dem Fliesen mit dauerelastischem und fungizidem Flächenkitt. Als Fliesenkleber wurde ein wasserfestes und flexibles Produkt gewählt, ebenso beim Fugenmaterial.

Autor

Dipl.-Ing. Michael Weyers ist Leiter der Anwendungstechnik der Firma Knauf Aquapanel in Dortmund.
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