Es werde Licht 
Altes Dachfenster an einem Arbeitstag ausgetauscht

Im Gästezimmer einer Ferienwohnung sollte das einfache Dachfenster durch eine Kombination zweier nebeneinander liegender Dachwohnfenster ersetzt werden. Wie die Handwerker den fachgerechten Fenstertausch an einem Arbeitstag ausführten, zeigt der folgende Baustellenbericht.

Von den Ferienwohnungen des Gästehauses haben die Bewohner einen schönen Ausblick in die Landschaft des Allgäus. Damit auch die Gäste im Dachgeschoss dieses Panorama in voller Breite genießen können, entschloss sich der Betreiber in einem der Schlafzimmer das bisher vorhandene einzelne und eher kleine Fenster gegen eine großzügige Kombination zweier nebeneinander liegender Dachwohnfenster auszutauschen. Der Betreiber hatte sehr genaue Vorstellungen, wie der Fensteraustausch stattfinden sollte und stellte die Handwerker damit vor eine große Herausforderung. So war als Zeitspanne für den Umbau ein einziger Arbeitstag vorgegeben, der noch dazu im eher gästeschwachen Herbst mit seinen schon sehr kurzen Tagen liegen sollte. Die Arbeiten begannen deshalb in der Dunkelheit des Morgens und endeten in der erneuten Dunkelheit des Abends.

Noch anspruchsvoller war eine weitere Forderung des Auftraggebers, der das Gästezimmer nach dem Fenstertausch nicht renovieren wollte. Durch die Verwendung aufeinander abgestimmter Systemkomponenten von Velux gelang es den Handwerkern jedoch, den Umbau wie gefordert an einem Arbeitstag und ohne Beeinträchtigung des Innenraums auszuführen.

Vorab hatte sich der Handwerker auf der Homepage des Herstellers (www.velux.de) die passenden Produkte für den Fenstertausch herausgesucht und bestellt. Dadurch erhielt er neben den beiden Fenstern auch alle darauf abgestimmten und erforderlichen Dämm-, Verbindungs- und Anschlussprodukte für den fachgerechten Einbau mit einer einzigen Lieferung.

 

Ausbau des alten Fensters und Einfügen der Wechsel

 

Die Arbeiten begannen mit dem Ausbau des alten Dachfensters und seines Innenfutters. Von außen wurden die Dachdeckung, die Lattung und Konterlattung sowie die Zwischensparrendämmung aufgenommen, so dass Platz für die beiden neuen Fenster von jeweils 78 x 140 cm Größe entstand. In der Fläche der künftigen Fenster befanden sich zwei Sparren, die zunächst herausgesägt werden mussten. Die Statik des Dachs wurde mit quer verlaufenden Balken als Wechsel oberhalb und unterhalb der künftigen Fensterfläche wiederhergestellt. Die zuvor entfernten Sparrenabschnitte konnten rechts und links von den neuen Fenstern wieder zwischen den Wechseln eingesetzt werden. Die Verbindung der Sparren und Wechsel untereinander stellten die Handwerker mit aufgenagelten Balkenschuhen her. Auch die raumseitige Innenverkleidung stellten sie in passender Größe wieder her.

 

Fensteröffnung und Einfügen der Hilfssparren

 

Der erste Schritt des Neueinbaus war die sorgfältige Wiederherstellung von Wärmedämmung, Unterdeckbahn, Konterlattung und Dachlattung im Anschlussbereich um die Fenster herum. Dabei platzierten die Handwerker maßgenau auch die obere und untere Hilfslatte für die Fenstermontage, so dass ein freier Raum entstand, dessen Höhe sich aus der Fensterhöhe von 140 cm zuzüglich 4,5 cm ergab. Die Breite betrug 2 x 78 cm für die Fenster plus 10 cm für den mittleren Hilfssparren plus etwa 5 cm für eine ungehinderte Fenstermontage – in Summe also 171 cm.

Der Hilfssparren für die Fensterkombination ist 10 cm breit und auf der Raumseite bereits ansichtsfertig. In diesem Fall hatte sich der Kunde für die Ausführung der Fenster und des Hilfssparrens mit einer weißen Kunststoffbeschichtung entschieden. Den Sparren schnitten die Handwerker auf Länge zu und klinkten ihn an beiden Enden aus, damit hier die Dach- und die Hilfslatte flächenbündig aufgenommen werden kann. Beim Zuschnitt des Hilfssparrens mussten die Handwerker auf eine passende Unterlage (zum Beispiel Dämmstoff oder Karton) achten, um die Oberfläche nicht zu beschädigen. Passende Beschläge für die Sparrenmontage waren der Lieferung beigefügt.

Montage der Dämmelemente und Blendrahmen

 

Links und rechts des Hilfssparrens musste anschließend die mitgelieferte Dichtung verklebt werden. In die so vorbereiteten Fensteröffnungen konnten nun Dämmelemente eingelegt werden, um Wärmebrücken zwischen dem Fenster und der Dachfläche zu minimieren. Die Dämmelemente sind Bestandteil des Dämm- und Anschlusssets BDX.

Im Innenraum hängten die Handwerker nun die Flügel der Fenster aus und entfernten die Transportsicherungen. Der Blendrahmen mit den angesetzten Winkeln ließ sich dadurch leicht auf das Dach hinausreichen und dort positionieren, wobei die beiden Blendrahmenunterteile bündig verlaufen müssen. Sofort nach dem Anschrauben der Blendrahmen mit den beiliegenden Schrauben kann das Fenster wieder eingehängt und die Öffnung damit verschlossen werden, was wegen eines aufziehenden Regens in diesem Fall eine wichtige Option war.

 

Fertigstellung

der Dachfläche

 

Wie das Dämmelement, so liegt auch die äußere Anschlussschürze dem Komplettpaket für den Fenstertausch verarbeitungsfertig bei. Die Schürze wurde nach Einbauanleitung an den Blendrahmen und die Lattung getackert beziehungsweise geklebt. Sie gewährleistet den regensicheren Anschluss des Fensters und leitet eventuell eingedrungenes Wasser auf die Unterdeckbahn. Auch im Rinnenbereich zwischen den Fenstern, die hier mit tief liegender Wasserführung nebeneinander gesetzt wurden, muss die Anschlussschürze verlegt und befestigt werden.

Im oberen Teil besitzt die Schürze ein längeres Anschlussstück, das zur fachgerechten Einbindung der Wasserableitrinne dient. Eine gemeinsame Ableitrinne für beide Fenster wird schräg über den Fenstern montiert, wozu die Handwerker hier die Konterlattung entsprechend ausklinkten. Das Anschlussstück der Schürze und die Unterdeckbahn der Dachfläche werden dann in die Rinne eingelegt und befestigt, wodurch eine lückenlose und sichere Wasserführung gewährleistet ist.

Nächster Schritt der äußeren Arbeiten ist das Anbringen der Abdeck- und Eindeckrahmenbleche. Eine Besonderheit war hier, dass der Kunde zwei Fenster mit zwar gleicher Optik, aber unterschiedlicher Funktionalität ausgewählt hatte. Das von außen linke Fenster ist ein Klapp-Schwing-Fenster, das per Hand geöffnet wird und durch seine Klappfunktion ein direktes Herantreten und damit einen optimalen Ausblick ermöglicht. Das rechte Fenster ist hingegen ein Solarfenster, das sich – allein durch Sonnenenergie und damit ohne zusätzliche Stromversorgung – per Funkfernbedienung betätigen lässt. Für den Handwerker ergeben sich dadurch allerdings kaum Unterschiede in der Montage. Die Außenarbeiten für beide Fenster werden mit der Wiederverlegung der Dachdeckung abgeschlossen.

 

Arbeiten im Innenraum

 

Die ergänzenden Arbeiten auf der Raumseite bestehen für die Handwerker in der lückenlosen Anbindung der Dampfsperre und der Montage des Innenfutters. Die Dampfsperrschürze ist wiederum Teil des Innenfutters. Sie wird am Fenster angeschlossen und ohne Unterbrechung mit Klebeband an der schon vorhandenen Luftdichtheitsfolie der Dachfläche verklebt.

Den sozusagen krönenden Abschluss, der den Fenstern ihre optische Perfektion gibt, bildet das Innenfutter, dessen Einzelteile nebst Schablonen und Anreißwerkzeugen ebenfalls zum Lieferumfang gehören. Das Innenfutter wurde komplett im Raum montiert, dann als Ganzes in die Öffnung gehoben und dort befestigt. Das Futter überdeckt alle Schnittkanten, so dass der Raum nach dem Saubermachen sofort wieder voll benutzbar war.

 

Solarausrüstung

 

Der solare Fensterantrieb lässt sich unmittelbar im Anschluss an die Fenstermontage ausführen, doch wegen des extrem schlecht gewordenen Wetters verlegten die Handwerker diese Arbeiten im beschriebenen Fall auf einen späteren Tag. Denn nach der Montage des Solarrolladens, der hier für beide Fenster vorgesehen war, muss auf den Rollladenkasten das Solarfeld für den Fensterantrieb aufgeklebt werden, was einen trockenen Untergrund erfordert. Diese Arbeiten verursachen keinen Schmutz und werden ohne Öffnung des Daches nur auf der Außenseite vorgenommen. Sie ließen sich dadurch auch nachträglich im bereits wieder eingerichteten Zimmer ausführen. Dies galt auch für die ebenfalls vorgesehenen Innenrollos, die als Sichtschutz oder auch zur Lichtregulierung in dem nunmehr mit einer deutlich vergrößerten verglasten Fläche ausgestatteten Raum unterm Dach eingesetzt werden sollten.

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