Fenster vor dem Verfall bewahrt

Die Fabrikhallen, Verwaltungs- und Wohngebäude in der Wilhelminen­hofstraße in Berlin wurden

als Zeugnis der Industriearchitektur unter Denkmalschutz gestellt und Schritt für Schritt saniert.

Bei der Sanierung der alten Fenster kam das Capadur Repair System zur Anwen­dung.

Ein am nördlichen Spreeufer gelegenes Restaurant gab der Wilhelminenhofstraße in der zunächst selbständigen und seit 1920 zu Groß-Berlin gehörigen Ortslage Oberschöneweide ihren Namen. Mit dem Fluss als wichtiger Verkehrsader im Rücken entwickelte sich die Straße Ende des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Industriequartier im Südosten der Stadt, in dem die Elektroindustrie eine dominierende Rolle spielte. So entstanden in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts an der Oberspree Betriebe wie das Akkumulatoren-Werk, ein Elektrizitätswerk und das Kabelwerk. Weitere namhafte Unternehmen ließen sich beiderseits der Straße nieder. Der Straßenzug mit den gelb geklinkerten Fabrikbauten gilt bis heute als sehenswertes Denkmal der Industriearchitektur der Gründerzeit und steht deshalb unter Denkmalschutz. Zum Ensemble gehört auch ein Beamtenwohnhaus aus dem Jahre 1906. Letzteres befindet sich heute in privater Hand und wird von der Stiftung Sozialpädagogisches Institut (SPI) genutzt. Die  mehr als ein Jahrhundert alte Bausubstanz ist gut erhalten, bedurfte aber einer Sanierung. Das betrifft auch die in ihrer ursprünglichen Form vorhandenen Fenster.

Kompetenz ausschlaggebend

Den Auftrag dazu erhielt die in Berlin-Pankow ansässige Firma H+H Projekt. Sie hat bei der Reparatur und Sanierung von Türen und Fenstern ihre Kompetenz vielfach unter Beweis gestellt und verfügt neben langjähriger Erfahrung über die erforderliche Marktkenntnis, die Voraussetzung für ein vertretbares Kostenangebot ist. Daraus resultiert auch ein guter Kontakt zum Hersteller Caparol. An der Fassade der Wilhelminenhofstraße 68 hatte die Tischlerfirma, die im Bedarfsfalle auch die notwendigen Glaserarbeiten ausführt, schon 2011 bei den Fenstern für „klare Verhältnisse“ gesorgt. Das Ergebnis fiel so überzeugend aus, dass ihr auch die Überarbeitung der restlichen 64 Fensterflügel anvertraut wurde. Dank in jüngster Zeit gemachter guter Erfahrungen entschied sich Firmenchef Andre Hausmann im Einvernehmen mit der Eigentümerin und Denkmalpflege für den Einsatz des Capadur Repair Systems, mit dem Holzteile nachhaltig instandgesetzt werden können. Hauptbestandteil ist eine zweikomponentige, gut modellierbare, hartelastische Reparaturmasse, die mit dem Holz eine elastische Verbindung eingeht, die weitgehend UV- beziehungsweise wetterstabil ist und damit die alte Bausubstanz erheblich aufwertet.

Aus einer Hand

Schwächste Stelle am Fenster, das wissen die Fachleute von H&H, sind die Verbindungen und Fugen. Sie dauerhaft zu schließen, stand in der Vergangenheit kein geeignetes, dauerhaft wirkendes Material zur Verfügung. Mit den Repair Systemen ist diese Lücke geschlossen. Sie gestatten darüber hinaus, Holzteile zu ersetzen und Risse zu beseitigen. In der kleinen Werkstatt im Hofe des „Strohhalms“, wie die soziale Betreuungsstätte in der Wilhelminenhofstraße heißt, wurde zunächst der Altanstrich vom Fenster entfernt und am blanken Holz die Feuchte gemessen. Sie darf nicht über 18 Prozent liegen, wenn der gewünschte nachhaltige Effekt erreicht werden soll. An Schadstellen und den geöffneten Fugen erfolgt nach der Grundierung mit „Capadur Repair P“ die Reprofilierung und Verfüllung mit „Capadur Repair AS“. Wichtig ist dabei die vorschriftsmäßige Mischung der beiden Komponenten. Nach der Aushärtung werden die Repa­raturstellen geschliffen und anschließend mit Impräg-nier- und Haftgrund beschichtet, ehe Caparol-Fensterlack aufgetragen beziehungsweise der zum System gehörige Fensterkitt eingebracht wird. Bei Bedarf erfolgt ein Austausch der Scheiben und eine Überarbeitung der Verriegelungselemente.

Autor

Wolfram Strehlau ist freier Autor und unterstützt die Firma Caparol bei der Pressearbeit. Er lebt und arbeitet in Berlin.

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