Furniere aus Ulmenholz für die Zentral- und Hochschulbibliothek in Luzern

Bei der im Dezember 2019 abgeschlossenen Sanierung der denkmalgeschützten Zentral- und Hochschulbibliothek in Luzern verarbeiteten die Handwerker für die Innenräume Ulmenfurnier der Firma Roser.

Die Stadt Luzern ist das gesellschaftliche und kulturelle Zentrum der Zentralschweiz. Seit 1951 ist dort die Zentral- und Hochschulbibliothek des Kantons angesiedelt. Nach einigem hin und her hat ein Bürgerentscheid bewirkt, dass das in die Jahre gekommene Gebäude restauriert werden soll. Im Dezember 2019 wurden die umfangreichen Sanierungsarbeiten abgeschlossen und die Bibliothek wiedereröffnet. Besonderen Wert legte man bei der Sanierung auf Materialen, die schon beim inzwischen denkmalgeschützten Neubau seinerzeit zum Einsatz kamen. In verantwortungsvoller Weise haben die Luzerner Architekten Thomas Lussi und Remo Halter diese komplexe Aufgabe gemeistert und dabei Furnier der Firma Roser AG, einem Mitgliedsunternehmen der Initiative Furnier + Natur (IFN), verwendet.

Holzfurnier statt Teppich und Kunststoff

Die Luzerner Bibliothek hat eine überregionale Bedeutung. Sie ist in der ganzen Schweiz schon immer als fortschrittlich bekannt. Ihr gesamter Bücherbestand liegt bei schätzungsweise 1,5 Millionen Stück, wovon nach der Wiedereröffnung rund 50 000 Bücher in der Präsenz-Bibliothek heute der Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Luzerner Architekten Thomas Lussi und Remo Halter suchten für den Innenausbau nach einer speziellen und robusten Holzart, um dem altehrwürdigen Gebäude, dem Innenausbau denkmalpflegerisch und den Anforderungen der täglichen Nutzung gerecht zu werden. Das war in den 1970er und 1980er Jahren anders. Damals wurden Sanierungen immer mit den gerade angesagten Materialien vorgenommen. So kam es, dass im Innenausbau vieler alter Gebäude etwa Kunststoffe oder Teppiche die Originalmaterialien ablösten. „Heute haben Architektur und Innenarchitektur ein anderes Verständnis von Renovierung. Es wird Wert auf Originalität gelegt, möglichst verbunden mit intelligenter Hightech-Produktion. Das kam unseren Furnieren zugute“, erläutert Tobias Scherg, Mitglied der Geschäftsführung der Roser AG in Birsfelden und Leiter des Geschäftsbereichs Furnier, die Materialauswahl der Architekten.

Farblich verändertes Ulmenfurnier für die Oberflächen

„In unserem großzügig angelegten konzept.raum erarbeiteten wir mit den Architekten individuelle 1:1 Situationen. Diese diente als Referenz für die spätere konzeptgetreue Umsetzung unserer Ideen. Unsere Wahl fiel auf ‚Ulme Stone‘. Hierbei handelt es sich um ein Ulmenfurnier, das mit einem natürlichen Verfahren farblich verändert wird. Durch eine Eisen-/Gerbstoffreaktion erhält die Holzart einen natürlichen und warmen Farbton und fügt sich dezent in das Gebäude ein. Dank dieses technischen Verfahrens konnten sämtliche furnierte Innenausbauten, wie auch der Parkettboden und die Treppenstufen, farblich homogen gestaltet werden“, erläutert Scherg den planerischen und technischen Prozess. Besonders stolz ist man bei der Roser AG auf das optimiert ineinandergreifende Herstellungsverfahren. Dank des digitalen Datentransfers mit dem eigenen Zuschnitt-Center, können die vielen unterschiedlichen Teile in idealer Reihenfolge zunächst zugeschnitten und dann zeitgenau ausgeliefert werden. „Dadurch sind wir in der Lage, deutliche Einsparungen zu erzielen. Kunde und Material profitieren von unserem effizienten Supply-Chain-Management“, schließt Scherg.

Fazit

Nun können die Gäste der Luzerner Zentral- und Hochschulbibliothek nicht nur die vielen Bücher und Sammlungen genießen, sondern auch die feinsinnigen Qualitäten des ursprünglichen Bauwerks. Das Ulmenfurnier ist dabei zeitlos und von bleibendem Wert. Außerdem ist es robust genug, um den täglichen Anforderungen Stand zu halten. Die Architekten beweisen mit dieser Materialauswahl ihre hohe ökologische Verantwortung.

Autorin

Ursula Geismann ist Geschäftsführerin der Initiative Furnier + Natur e.V. (IFN) in Bonn.

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