Kaufmännische Karriere im Handwerk

Mit neuen kaufmännischen Aufstiegsfortbildungen qualifizieren sich Handwerker, Kaufleute, Techniker, Bachelor und Studienabbrecher systematisch für künftige Führungsaufgaben. Die Lehrgänge basieren auf bundesweit einheitlichen Standards und ermöglichen einen Aufstieg Stufe für Stufe.

Seit April vergangenen Jahres existiert der Fortbildungsabschluss „Geprüfter Kaufmännischer Fachwirt / Geprüfte kaufmännische Fachwirtin HwO“. Er ist eine wichtige Voraussetzung auf dem Weg zum Abschluss „Geprüfter Betriebswirt / Geprüfte Betriebswirtin HwO“, den es bereits seit 2014 gibt. Die neu geregelten Inhalte sind klar auf eine Laufbahn ausgerichtet, die individuell und Schritt für Schritt entwickelt werden kann. Die Karriereplanung wird dadurch flexibel.

Die neue Fortbildung ebnet kaufmännischen und gewerblich-technischen Angestellten vieler Branchen den Weg ins Management. Der Lehrgang ersetzt frühere Abschlüsse im Handwerk wie den Bürofachwirt oder den Fachkaufmann. Das Angebot ist dadurch für den Lernenden überschaubarer und transparenter.

Auch für Studienabbrecher ist der Einstieg in eine kaufmännische Laufbahn mit diesem Abschluss möglich. Die Fortbildung steht im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auf einer Ebene mit den Bachelorabschlüssen, ist jedoch nah an der Berufspraxis ausgerichtet und wird berufsbegleitend absolviert. Die Lernenden sind so im ständigen Austausch zwischen Theorie und Praxis. Der Abschluss ist gleichzeitig auch Zugangsvoraussetzung zum „Geprüften Betriebswirt HwO“ und gestattet dort eine Befreiung von Prüfungsteil „Personalmanagement“.

 

Aufgaben und berufliche Perspektiven

Kaufmännische Fachwirte übernehmen betriebswirtschaftliche Führungsaufgaben im Unternehmen. Sie entlasten den Meister oder Unternehmer, führen das Personal und gestalten und kontrollieren Prozesse.

Angestellte mittelständischer Unternehmen profitieren von einer solchen Fortbildung, da sie ihre lang­jährige Praxiserfahrung mit dem neuen Abschluss zielgerichtet einsetzen können. In Zeiten des Fachkräftemangels werden sie als verlässliche Größe gebraucht. Sie geben den Firmen Kontinuität, sichern den Fortbestand und forcieren die Weiterentwicklung. So werden aus jungen Fachkräften die Führungskräfte von morgen, die zur Modernisierung des Unternehmens beitragen.

 

Geprüfter Betriebswirt HwO

Der Abschluss „Geprüfter Betriebswirt HwO“ ist die logische Fortführung der Karriere im Handwerk und der höchste erreichbare Abschluss in den Fortbildungen mit betriebswirtschaftlicher Prägung. Er steht ­
im Deutschen Qualifizierungsrahmen (DQR) auf der Stufe 7 und damit auf einer Ebene mit dem Master. Diese Einstufung unterstreicht die Wertigkeit des Ab­schlusses.

Die direkte Zulassung zum Lehrgang ist für Meister, Techniker, Fachwirte, Diplom-Ingenieure und auch für „Bachelor of Engineering“ und „Bachelor of Science“ vorgesehen. „Fachwirte für kaufmännische Betriebsführung“ haben den zusätzlichen Vorteil, dass ihnen das Fach Personalmanagement angerechnet wird.

Mit dem Wissen aus dem Lehrgang entwickeln Inhaber und Führungskräfte mittelständischer Firmen Kernkompetenzen für die strategische Planung und die operative Steuerung des Unternehmens. Sie kreieren Innnovationen und schaffen heute Lösungen für morgen.

Soweit das Aufstiegs-BAföG noch nicht für eine vorherige Aufstiegsfortbildung ausgeschöpft wurde, ist auch der „Geprüfte Betriebswirt HwO“ förderfähig mit einer Ersparnis bis zu 64 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren.

 

Autor

Wolfgang Ronau leitet die Öffentlichkeitsarbeit der Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld.
So werden aus jungen Fachkräften die Führungskräfte von morgen

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