Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Flüchtlingsunterkünfte in Ahaus und die Architekturbiennale, die Ende des Monats in Venedig eröffnet wird, haben mehr miteinander zu tun, als es auf den ersten Blick scheint. Denn in diesem Jahr lautet das Motto in der italienischen Lagunenstadt „Reporting from the Front“ und das des dortigen deutschen Pavillons spezifischer auf die Situation hierzulande gemünzt: „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ (mehr hierzu auf Seite 27).

Von der „Front“ berichten auch wir ab Seite 17 in dieser Ausgabe der bauhandwerk, wenn wir uns in Sachen „Heimat schaffen“ für Flüchtlinge auf den Weg nach Ahaus machen. Dort haben wir uns mit Vertretern der Stadt getroffen und über die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge unterhalten. Die Größe der Unterkünfte ist in Ahaus auf 35 Personen begrenzt und reicht von der Notunterkunft in einer alten Turnhalle bis zur massiv neu erbauten Flüchtlingsunterkunft.

Bei der Erstunterkunft in besagter Turnhalle setzten die Handwerker die von der Stadt geplanten Grundrisse in Trockenbauweise um. Wie ab Seite 22 in diesem Heft in unserem Schwerpunktthema
„Initiative bezahlbarer Wohnungsbau“ zu sehen, bauten die Handwerker auch in Freiburg die dort denkmalgeschützte Stadthalle in nur zweieinhalb Monaten auf die gleiche Weise um.

Die vom Deutschen Architekturmuseum, das für den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig verantwortlich ist, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie dem Bauverlag, in dem auch die bauhandwerk erscheint, ins Leben gerufene „Initiative bezahlbarer Wohnungsbau“ ist ein wichtiger „Baustein“, um auf den Ansturm an Flüchtlingen sozial verträglich mit baulichen Lösungen zu reagieren. Denn die vom NRW-Bauminister Michael Groschek geforderte „Willkommenskultur für Bagger“ ist eine „doppelte Integrationsaufgabe“, wie Vizekanzler Sigmar Gabriel betont, damit es in Deutschland nicht zu sozialen Verwerfungen kommt. „Denn es geht um die Integration der Flüchtlinge und um die Stärkung des Zusammenhalts in unserer Gesellschaft“, sagt Bundesministerin Barbara Hendricks in dem Video, das wir auf der Kommunalkonferenz „Zuwanderung und integrierende Stadtgesellschaft – Was folgt nach der Erstunterbringung“ in Berlin gedreht haben (ab Seite 10). Lassen Sie uns deshalb gemeinsam die Initiative für einen gleichermaßen sozialen wie bezahlbaren Wohnungsbau ergreifen.

Viel Erfolg bei der Arbeit wünscht Ihnen

„Denn es geht um die Integration der Flüchtlinge und um die Stärkung des Zusammenhalts in unserer Gesellschaft“

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