Neuer Treffpunkt alte Kirche Innendämmung bei der Umnutzung der St. Franziskuskirche in Nürnberg

In der St. Franziskuskirche in Nürnberg befinden sich seit Ende 2011 ein Veranstaltungssaal, eine Bücherei und eine Wohnung. Bei der Umnutzung musste die Kirche energietechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Hierzu wurde der Saal samt Nebenräumen von innen mit TecTem Insulation Board Indoor gedämmt.

Die St. Franziskuskirche wurde 1929 mit einem Schwesternbau errichtet. 1960 entschloss man sich zu einem Neubau direkt nebenan und vermietete die alte Kirche als Studio an einen Fotografen. Das Schwesternhaus wurde weiterhin für Zwecke der Pfarrei genutzt. Die Pfarrgemeinde stellte 2007 den vorhandenen Pfarrsaal des Neubaus für den Ausbau einer Kinderkrippe für ein- bis dreijährige Kinder zur Verfügung. Dabei wurde mit der Erzdiözese Bamberg vereinbart, dass als Ersatz ein neuer Saal in der alten Kirche einschließlich der erforderlichen Nebenräume errichtet wird, wofür das Gebäude grundlegend saniert werden musste. Einzig der Kindergarten, der seit langem in Nebenräumen der alten Kirche untergebracht ist, hatte schon einige Jahre zuvor eine Sanierung erfahren.

In Zusammenarbeit des Bauherrn, der Katholischen Kirchenstiftung St. Franziskus Nürnberg, mit dem ortsansässigen Architekturbüro Löser + Körner + Partner entstand ein neues Nutzungskonzept, das den Erhalt des Gebäudes sichert und gleichzeitig seine Wirtschaftlichkeit berücksichtigt. Die sanierte alte Kirche ist jetzt unterteilt in einen Saal für Veranstaltungen, ein zweigeschossiges Foyer, Archivräume und eine Bücherei über zwei Etagen mit einer internen Treppe. Über dem Saal befindet sich ein Spitzboden, über der Bücherei eine Wohnung im Dachgeschoss. 

 

Anforderungen der EnEV einhalten

Um das Gebäude energietechnisch auf den neuesten Stand zu bringen und die Anforderungen der EnEV zu erfüllen, musste das Gebäude gedämmt werden. Da eine Außendämmung aufgrund der unter Denkmalschutz stehenden Fassadengestaltung mit einem sehr grob gekörnten Kellenwurfputz nicht möglich war, schrieben die Architekten eine Innendämmung aus.

Die Frage nach dem Material für eine effiziente, langlebige und einfach zu montierende Dämmung wurde im Laufe der Ausschreibung definiert. Das Architekturbüro und das verarbeitende Unternehmen, die MJM Gesellschaft für Decken und Trennwandsysteme mbH aus Nürnberg, entschieden sich für das kapillaraktive, mineralische TecTem System von Knauf Perlite, das komplett ohne Dampfbremse montiert werden kann. „Die TecTem Platte nimmt wesentlich besser Feuchtigkeit auf als Mineralschaumplatten, das hat uns überzeugt“, so Gerhard Müller von MJM. „Dazu kommt, dass wir ohne Montage einer Dampfbremse schneller vorankommen und auch risikoärmer arbeiten können.“ 

Die Dämmplatte hat eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,045 W/mK. Mit einem pH-Wert von 10 und der natürlichen Fähigkeit zur Feuchtigkeitsregulierung bieten die nicht brennbaren Platten (Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13501-1) nicht nur hervorragende Dämmeigenschaften, sondern auch größtmöglichen Schimmelpilzschutz.

 

Berechnung der erwünschten Dämmleistung

Um die notwendige Materialdicke für die Platten zu ermitteln, führte der Hersteller Knauf Perlite eine U-Wert-Berechnung durch mit dem Ergebnis, dass eine 100 mm dicke Platte die erwünschte Dämmleistung erbringt. Zur Wahl steht das Material mit Dicken von 50 bis 200 mm und als Laibungsplatte mit 25 mm Dicke. Insgesamt kamen in der St. Franziskuskirche 450 m² TecTem Insulation Board Indoor zum Einsatz.

Für die Montage wurde zunächst der Untergrund vorbereitet, der teilweise lose oder hohle Kalkputz entfernt und ein Kalkputz aufgebracht. Letzterer ist diffusionsoffen und ergänzt so den ebenfalls diffusionsoffenen Dämmstoff. Nachdem auf dem Boden und an der Decke ein Entkopplungsstreifen angebracht worden war, konnten die Platten verklebt werden – waagerecht, im Verbund, mit einem Versatz von mindestens 20 cm – mit dem zum System gehöhrenden und daher gleichfalls diffusionsoffenen Klebespachtel.

 

Montage an extrem hohen Wänden

Aufgrund der außergewöhnlichen Deckenhöhen von bis zu 6,40 m wurden alle Dämmplatten mittig gedübelt und fixiert. Um in den Übergängen Wärmebrücken zu vermeiden, kam an den Fensterlaibungen eine nur 50 mm dicke TecTem Platte zum Einsatz. Nach Auftrag der Grundierung auf der gesamten Fläche und deren Trocknung brachten die Handwerker eine 4-5 mm dicke Schicht Flächenspachtel auf und betteten das Armierungsgewebe oberflächennah ein. Anschließend wurde mit dem Flächenspachtel nochmal dünn übergezogen. Ein abschließender Feinputz erhielt einen Anstrich in einem leicht abgetön-ten Weiß. Zudem wurde die alte Holzbalkendecke enfernt und eine neue Decke mit Bauplatten abgehängt. Den Hohlraum zwischen Rohdecke und abgehängter Decke wurde mit Dämmmaterial verfüllt. Im großen Saal der Kirche dämmten die Handwerker auch die beiden einander gegenüberliegenden Außenwände innen komplett. Die Wände tragen auch die Heizkörper, für deren Befestigung die Handwerker thermisch entkoppelte Dübel einsetzten, um Wärmebrücken zu verhindern. 

 

Dämmung auch unter den Fliesen

In der Küche und im WC kam ebenfalls die mineralische Innendämmung zum Einsatz – auch an Wänden mit Fliesenbelag im Spritzwasserbereich. Dort ebenso wie im nicht mit Spritzwasser beaufschlagten Bereich zogen die Handwerker den Flächenspachtel komplett durch, legten das Gewebe ein und verdübelten die Platten bei noch feuchtem TecTem Flächenspachtel mit STR U-Dübeln im Untergrund. Im Spritzwasserbereich bearbeiteten sie die Fläche vor dem Fliesen mit Knauf Flächendicht und schlossen Einschnitte für Armaturen usw. mit dauerelastischem, fungizidem Flächenkitt. Auch der Fliesenkleber und das Fugenmaterial sind wasserfest und flexibel.

 

Autorin

Dipl.-Ing. Architektin Andrea Grond ist verantwortliche Produktmanagerin mit dem Schwerpunkt technische Beratung von Architekten und Handwerkern bei der Firma Knauf Perlite in Dortmund.

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