Preis für Handwerk in der Denkmalpflege

Der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ist eine Institution. Jedes Jahr wird er in zwei Bundesländern verliehen: 2009 waren Ende November Nordrhein-Westfalen und Brandenburg dran.

Der im Bauhandwerk sehr angesehene Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ist ein von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gestifteter Preis. Alljährlich wird er gegen Ende des Jahres in zwei Bundesländern an private Eigentümer verliehen, die bei der Bewahrung ihres Denkmals in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk Herausragendes geleistet haben. Im vergangenen Jahr waren Nordrhein-Westfalen und Brandenburg an der Reihe. Am 11. November fand die Preisverleihung in Nordrhein-Westfalen im Schlösschen des Regierungspräsidenten in Düsseldorf statt. Otto Kentzler, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, überreichte dort gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Prof. Gottfried Kiesow, drei Denkmaleigentümern und 13 Handwerkern die Auszeichnungen. In Brandenburg fand die Preisverleihung erst am 26. November in der Staatskanzlei in Potsdam statt. Dort überreichte Otto Kentzler gemeinsam mit Dr. Rosemarie Wilcken vom Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz fünf Denkmaleigentümern und 27 Handwerkern die Auszeichnungen. Die an den Restaurierungsarbeiten beteiligten Betriebe erhielten Ehrenurkunden, für die privaten Denkmaleigentümer gab es pro Bundesland jeweils 15 000 Euro.

 

Fachwerkhaus in Bad Salzuflen gerettet

In NRW ging einer der Bundespreise an die Eigentümergemeinschaft Kramp, die mit einem fast aufgegebenen Fachwerkhaus in Bad Salzuflen eindrucksvoll den Beweis angetreten hat, dass eine qualitätvolle denkmalpflegerische Restaurierung wirtschaftlich durchaus machbar ist. Das in einer ebenso schwierigen wie städtebaulich wichtigen Situation gelegene Kantoren- und Küsterhaus konnte mit erfahrenen und im Team eingespielten Handwerksbetrieben wieder zum Blickfang im Baugefüge des Straßenzugs werden.

Ackerbürgerhaus in Steinfurt erhalten

Auch der Heimatverein Borghorst wurde für sein Engagement in NRW ausgezeichnet. Der Verein hat nicht nur das älteste Gebäude der Stadt in Steinfurt vor dem Verfall bewahrt, sondern es auch wieder zu einem beliebten Ort der Gemeinde gemacht. Mit großer handwerklicher Kompetenz und dem Engagement des Heimatvereins wurde der hohe Zeugniswert des Mitte des 17. Jahrhunderts erbauten Ackerbürgerhauses jenseits aller Rentabilitätsüberlegungen auch für folgende Generationen erhalten.

Wohnhaus in Leichlingen wiederhergestellt

Die Eheleute Petra Bärschneider und Dr. Frank Tschentscher wurden für die behutsame Wiederherstellung eines Wohnhauses in Leichlingen in NRW ausgezeichnet. Sie haben in vorbildlicher Gemeinschaftsleistung von Handwerkern, Architektin und Denkmalpflege ein schon fast verlorenes landschaftstypisches Ensemble vor dem Untergang bewart. Der respektvolle Umgang mit der Substanz sowie das unaufdringliche Anpassen der eigenen Nutzungsvorstellungen an die Möglichkeiten der historischen Haus- und Raumdisposition gehen nach Meinung der Jury mit der hohen handwerklichen Qualität in der Ausführung einher.

Mittelalterliches Ensemble in Brandenburg gerettet

Für die Rettung des für die Baugeschichte der Stadt Brandenburg bedeutsamen Gebäudeensembles wurde Jürgen Menke in Brandenburg ausgezeichnet. Dem völlig desolaten Haus drohte schon der Abriss, als sich der Eigentümer von der Möglichkeit einer Erhaltung überzeugen ließ. Mit großartigen handwerklichen Leistungen wurde unter der Anleitung eines engagierten Architekturbüros ein wichtiges Dokument der mittelalterlichen Stadtgeschichte gerettet.

Gründerzeitvilla in Brandenburg erhalten

Für die Wiederherstellung der völlig verwahrlosten Villa Witte in Brandenburg wurde dort auch Sven Ströher ausgezeichnet. Die ehemalige Fabrikantenvilla von 1899 musste grundsaniert werden, bevor sie einer neuen Nutzung zugeführt werden konnte. Der Wunsch nach größtmöglicher Originaltreue und Substanzerhaltung führte in Verbindung mit hervorragenden handwerklichen Leistungen zur Wiedergewinnung eines prächtigen Villenbaus in einem der Gründerzeitviertel der Stadt (siehe „Baustelle des Monats“ ab Seite 16 in diesem Heft).

Müllerhaus in Brüssow wiederhergestellt

Mit der Übernahme des ehemaligen Müllerhauses in Brüssow haben Ulrike Dziallas und Steffen Armbruster ein vom Einsturz bedrohtes Baudenkmal gerettet und wurden dafür in Brandenburg ausgezeichnet. Die neuen Eigentümer haben sich bei der grundlegenden Wiederherstellung ihres Denkmals an der Maxime des größtmöglichen Substanzerhalts orientiert. Dabei haben sie sich gemeinsam mit einer Vielzahl qualifizierter Handwerksbetriebe um möglichst substanzschonende Lösungen bemüht.

Forsthaus in Temmen restauriert

Das ehemalige Forsthaus in Temmen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts ist trotz erheblicher Verluste durch einen Brand ein das Ortsbild prägendes Bauensemble. Für die Erhaltung haben sich Bernhard, Bettina und Martin Krassuski eine Auszeichnung in Brandenburg verdient, wobei sie für die Restaurierung eine Vielzahl hochkarätiger Handwerksbetriebe beschäftigt haben.

Jugendstilhaus in Velten instandgesetzt

Für die stimmige und qualitätvolle Instandsetzung eines Jugendstilhauses in Velten wurde das Ehepaar Birge und Günter Riebe in Brandenburg ausgezeichnet. Sie haben das entstellte Gebäude wieder zu einem Schmuckstück im Straßenzug gemacht und sich dabei eines erfahrenen Architekturbüros und erstklassig arbeitender Handwerksbetriebe der Region bedient.

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