SIVV-Fachkraft

Der Schutz und die Instandsetzung von Betonkonstruktionen sind anspruchsvolle Bauaufgaben, die ein hohes Maß an Kenntnissen erfordern. Auf diesem Gebiet können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern, indem sie ihre Mitarbeiter zur SIVV-Fachkraft weiterbilden.

Immer häufiger verlangen private und öffentliche Auftraggeber vor der Auftragsvergabe bei einer Betoninstandsetzung entsprechende Nachweise, wie es die bauaufsichtlich eingeführte Instandsetzungs-Richtlinie auch fordert. Seit 1990 bietet das Bildungszentrum des Baugewerbes e. V. (BZB) in Krefeld als eines von 15 Ausbildungszentren der Bauwirtschaft mit den so genannten SIVV-Lehrgängen ein Weiterbildungsangebot, das umfangreiche Kenntnisse über eine objektgerechte Ausführung von Betoninstandsetzungsarbeiten vermittelt und durch ein entsprechendes Zertifikat bestätigt. Regelmäßig vorgeschriebene Weiterbildungen sorgen dafür, dass die Scheininhaber immer auf dem neuesten Stand der Technik sind.

 

Weiterbildung nicht nur für das Beton- und Stahlbetonbauerhandwerk

Die Teilnehmer des zehntägigen Kurses sind Gesellen oder Facharbeiter des Beton- und Stahlbetonbauerhandwerks, die Spezialwissen erwerben wollen, um später als SIVV-Mann eingesetzt werden zu können. Aber auch Bauleiter und Meister oder Mitarbeiter von Maler- und Sanierungsfirmen beziehungsweise Hochbauunternehmen absolvieren den Lehrgang. Viele Bauingenieure informieren sich hier über die jüngsten Änderungen in der Normung.

Vermittelt werden Kenntnisse zu den harmonisierten Regelwerken Instandsetzungs-Richtlinie, ZTV-ING sowie theoretische Grundlagen und Hintergründe. Etwa 60 Prozent Theorie stehen rund 40 Prozent Praxis gegenüber. Der bestandene SIVV-Schein verleiht den Teilnehmern ein hohes Maß an Verantwortung: Auf der Baustelle sind sie im Rahmen der Qualitätssicherung für die Eigenüberwachung verantwortlich. Das System wird ergänzt durch die Fremdüberwachung durch neutrale Personen, die zum Beispiel bei der Prüf- und Überwachungsstelle der Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken (ib) unter Vertrag sind. Allein in NRW sind für die Prüf- und Überwachungsstelle fünf Überwacher tätig.

Voraussetzung für die Teilnahme an den SIVV-Lehrgängen ist ein zweitägiges Vorbereitungsseminar. Die Teilnahme ist an eine abgeschlossene Berufsausbildung beziehungsweise eine mindestens dreijährige Praxis in der Betoninstandsetzung gebunden. Alle SIVV-Scheininhaber müssen im Abstand von höchstens drei Jahren eine Weiterbildung absolvieren. Der Kurs selbst steht unter fachlicher Kontrolle des Ausbildungsbeirates Schutz und Instandsetzung im Betonbau beim Deutschen Beton- und Bautechnik-Verein e.V. in Berlin. „Diese Qualifikation,“ weiß Dipl.-Ing. Peter Heil, Leiter der BZB Akademie in Krefeld, „steigert die Wettbewerbsfähigkeit und stärkt die Position innerhalb des Unternehmens. Arbeitgeber bevorzugen bei Einstellungen SIVV-Scheininhaber.“

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unterwww.betonerhaltung.com

„Arbeitgeber bevorzugen bei Einstellungen SIVV-Scheininhaber“

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