So werden Fugen in Verblendmauerwerk richtig verfugt

Neben der Verwendung ungeeigneter Fugenmörtel sind vor allem mangelhafte Planung und Ausführung häufig anzutreffende Ursachen für Schäden an sanierten Ziegelfassaden. Nachdem wir in der vorigen Ausgabe das fachgerechte Entfugen gezeigt haben, geht es diesmal um die Neuverfugung.

Vor der Instandsetzung sollte bei einer Bauzustandsanalyse durch Öffnen des Bauteils festgestellt werden, in welchem Zustand die Luftschichtanker sind und die Festigkeit des verbauten Mauermörtels ermittelt werden. Zudem kann durch die Entnahme des seinerzeit eingesetzten Fugenmörtels und anschließender Analyse im Labor eine Nachrezeptierung erfolgen. Dies ist besonders bei Objekten in der Denkmalpflege eine typische Vorgehensweise.

Anmischen des Fugenmörtels

Die Wasserzugabe sollte stets nach den vom Hersteller definierten Angaben erfolgen. Nur dadurch können die spezifischen Eigenschaften des Produkts gewährleistet werden. Dabei sollte der Handwerker immer nur so viel Mörtel anmischen, wie in etwa 30 bis 60 Minuten verarbeitet werden kann. Um einen gleichmäßigen Fugenfarbton zu erhalten, muss die Wassermenge immer gleich sein.

Untergrundvorbereitung

Besonders bei stark saugenden Ziegeln ist das Vornässen des Mauerwerks unabdingbar. Es sollte aber grundsätzlich angepasst an den jeweiligen Untergrund erfolgen. Ist das Wasser mattfeucht aufgetrocknet kann mit dem Einbringen des Fugenmörtels begonnen werden.

Einbringen des Fugenmörtels

Beim zweilagigen Einbringen des Mörtels sollten zunächst die Lagerfugen ausgefugt und dann die Stoßfugen eingebracht werden. Im zweiten Arbeitsgang geht es andersherum: zuerst die Stoßfugen und anschließend die Lagerfugen ausfugen. Beim zweilagigen Fugen kann der Mörtel in seinem gesamt Querschnitt verdichtet werden, so dass eine homogene Mörtelfuge mit gleichen Eigenschaften in Bezug auf die Wasseraufnahme und Festigkeit entsteht. Hat der Fugenmörtel die richtige Konsistenz, ist nach dem Ausfugen ein Feuchtefilm auf der Fuge erkennbar. Das Glätten beziehungsweise Strukturieren der Fuge kann mit Kelle, Schlauch oder aber Holzspan erfolgen.

Genauso wichtig wie das Vornässen des Untergunds ist das „Feucht halten“ der Fugen. Hierbei sollte die Fuge über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen mit Hilfe einer Gartenspritze nachgenässt werden. Grundsätzlich müssen die Flächen während und nach dem Ausfugen vor Witterung geschützt werden, um den schnellen Entzug des Wassers (Aufbrennen des Mörtels) aus dem Fugenmörtel zu verhindern.

Autor

Ulrich Bührmann ist Anwendungstechniker RTS Bautenschutz bei der Remmers GmbH in Löningen.

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