Weiße Wolle für die Wand Mit Einblasdämmung aus Mineralwolle für zweischaliges Mauerwerk Ziegelbauten aus den 1960er-Jahren in Westerstede gedämmt

In Westerstede wurde die Luftschicht im zweischaligen Mauerwerk von vier baugleichen mehrgeschossigen Wohnhäusern nachträglich mit dem Mineralwolledämmstoff Supafil Cavity Wall von Knauf Insulation ausgeblasen. Der U-Wert der Außenwände verbesserte sich dadurch von 1,49 W/m2K auf 0,40 W/m2K.

Typisch für den Nordwesten Niedersachsens wurden in Westerstede die meisten Gebäude in robuste zweischalige Klinkerfassaden gekleidet. Anders als bei Neubauten, deren Luftschicht zwischen dem tragenden Mauerwerk und der vorgesetzten Klinkerschale mit einer Kerndämmung versehen wird, ist der Gebäudebestand aus den Jahren vor 1980 oft gänzlich ungedämmt. In Westerstede gibt es viele Häuser aus den 1950er und 1960er Jahren, deren Gebäudehüllen marginalen oder gar keinen Wärmeschutz nach heutigem Standard haben.

Zu dieser sanierungsbedürftigen Kategorie zählten auch vier 1966 baugleich errichtete Wohnblöcke in der Breslauer Straße, die insgesamt 84 Wohneinheiten beherbergen. Zwar beweist die baulich ordentliche Substanz der vier Mehrgeschosser, dass sich die Vermieter gemeinsam mit der Hausverwaltung Harre aus Rastede redlich um die nötigen Instandhaltungsarbeiten gekümmert haben, jedoch brachte ein 2008 in Auftrag gegebener Energieausweis an den Tag, dass es um den Wärmeschutz der vier Häuser nicht zum Besten stand. Die fehlende Dämmung in den Außenwänden ließ im Winter nicht nur die Räume ungemütlich auskühlen, sondern provozierte an den zur Nordseite orientierten Wänden vereinzelt sogar Schimmelbefall.

Spezialist empfiehlt Einblasdämmung aus Glaswolle 

In Anbetracht der energetischen und stellenweise hygienischen Mängel beschlossen die beiden Eigentümergemeinschaften den Wärmeschutz der vier Wohnblöcke zu Beginn dieses Jahres zu verbessern. Der beauftragte Betrieb, Ammerländer Energiespar Kontor (AEK), der mit der nachträglichen Dämmung von Altbauten viele Erfahrungen gesammelt hat und unterschiedliche Materialien und Verfahren einsetzt, empfahl mit Knauf Insulation Supafil Cavity Wall eine Einblasdämmung aus loser, nichtbrennbarer (Baustoffklasse A1) Glaswolle ohne jeglichen Bindemittelzusatz. Aus Sicht des Betriebs war das weiße, flockige Material, das optisch ein wenig an Watte erinnert, optimal geeignet, um den 70 mm schmalen Luftspalt zwischen der Außenwand aus 115 mm Kalksandsteinmauerwerk und der 115 mm Klinkerschale zu verfüllen. Zumal die Glaswolle mit der Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) 035 einer der leistungsfähigsten Einblasdämmstoffe ist. Zudem genügen kleine Löcher in den Mauerwerksfugen, um die mineralischen Flocken sauber, schnell und lückenfrei über Schläuche und Düsen in die letzten Winkel und Ecken der Hohlräume zu blasen und dort zu verdichten.

Kleine Löcher, große Wirkung 

Vor dem Einblasen prüfte AEK Geschäftsführer Hartmut Mäcken mit einem Endoskop die Beschaffenheit der Hohlräume und machte mit dem Nebeltest Fehlstellen im Mauerwerk sichtbar. In diesem Zuge ermittelte er auch die Dicke der Luftschicht, um den Materialbedarf für den Dämmstoff zu errechnen. Der Blick mit dem Endoskop hinter die Klinkerkulissen offenbarte im unteren Wandabschnitt an manchen Stellen herab gefallenen Schutt und Mörtelbatzen. Um diese von außen nicht erkennbaren Wärmebrücken zu beseitigen, wurden an den betroffenen Stellen vereinzelt Klinkersteine herausgenommen und der Hohlraum von den störenden Bruchstücken befreit. Als nächstes ging es an das Bohren der Löcher – üblicherweise reichen ein bis zwei kleine Löcher pro Quadratmeter. Mit einem Durchmesser von nur 16 bis 18 mm konnten die Bohrer exakt an den T-Fugen angesetzt werden, ohne die Klinkersteine anzukratzen. Somit bleiben später nach dem Verschließen der Löcher mit farblich passendem Fugmörtel keine störenden Spuren an der Klinkerfassade zurück.

Nachträgliche Fassadendämmung ohne Gerüst und Dreck 

Um die optimale Dämmwirkung zu entfalten, muss der Schüttdämmstoff auf ein bestimmtes Maß verdichtet werden – für das Erreichen der zugesicherten Wärmeleitfähigkeit λ von 0,035 W/mK müssen die Handwerker eine Schüttdichte von 30 bis 40 kg/m3 einhalten. Für die Dämmung der insgesamt rund 4000 m2 Fassadenfläche wurden insgesamt rund 280 m3 Supafil Cavity Wall verarbeitet. Mit Leitern und einem Steiger arbeitete sich das Team des Energiespar Kontors binnen zehn Arbeitstagen rund um die dreigeschossigen Wohnblöcke und verbesserte Stück um Stück den
U-Wert der Außenwände von vormals 1,49 auf nun 0,40 W/m2K. Supafil Schüttdämmstoffe sind besonders emissionsarm, weshalb sie mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind. Aufgrund ihrer mineralischen Beschaffenheit sind die wasserabweisenden Flocken resistent gegen Schimmelbefall. Sie verrotten auch nicht, sind setzungssicher und rieseln nicht nach – auch nicht durch Mauerwerksöffnungen, Rollladenkästen oder nachträgliche Bohrungen für Steckdosen oder Schalter. Allerdings dürfen die Knauf Insulation Supafil Schüttdämmstoffe nur von qualifizierten, vom Hersteller autorisierten und geschulten Fachbetrieben verarbeitet werden – eben solche wie das Ammerländer Energiespar Kontor.

Autor

Josef Denk ist bei der Firma Knauf Insulation in Simbach am Inn für die Anwendungstechnik und Systementwicklung im Bereich Hochbau zuständig.

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