Zweite Dichtebene als Schutz vor Feuchtigkeit an der Fensterbank beim WDVS

Fensterbänke zum Schutz gedämmter Fassaden vor eindringender Feuchtigkeit sind ein wichtiger Bestandteil von WDVS. Deren Abdichtung muss richtig und genau geplant werden, um die Fassadendämmung vor Wind, Wetter und Schlagregen zu schützen.

Eindringende Feuchtigkeit in den Dämmstoff durch mangelhafte Ausführung von Anschlüssen oder ungenauem Einbau von Fensterbänken ist ein häufiger Mangel, der im Regelfall zu teuren Reklamationen führt.

Wenn keine schlagregendichten Fensterbanksysteme vorgesehen sind, muss zum Schutz des Dämmstoffs eine zweite Dichtebene eingebaut werden. Um dies fachgerecht umzusetzen gibt es mehrere Möglichkeiten und Systeme. Mit selbstklebender Dichtbahn oder mit geeigneten Dichtmassen kann die wannenförmige, wasserabführende Dichtebene hergestellt werden. Als Grundlage für beide Systeme bietet sich eine keilförmige Fensterbankplatte an, die mit einer Neigung von 5 Grad auf den Dämmstoff und unter die Fensterbank appliziert wird.

Der Keil wird auf das Einbaumaß und die Dämmstoffdicke zugeschnitten und systemabhängig mit geeignetem Kleber eingesetzt. Hierbei ist es wichtig, bereits beim Einbau alle Anschlussfugen zu schließen, um ein späteres Beschichten zu vereinfachen. Diese Fensterbankkeile gibt es auch mit einer wasserdichten Sperrbahn beschichtet für Holzfaserdämmsysteme, die nach dem Einbau nur noch mit selbstklebenden Dichtbändern versehen werden.

Baumit bietet eine hierfür geeignete Fensterbankdichtmasse an, mit der die zweite Dichtebene ohne extra Dichtbänder ausgeführt werden kann. Mit dem „Attikaprofil APU W 43“, das an dem vorderen Abschluss des Dämmkeils eingearbeitet wird, stellt man sicher, dass das abgeführte Wasser nicht an der Fassade abläuft. Dazu wird die Dichtmasse dünn mit dem Pinsel auf die Oberfläche des Keils aufgetragen und das APU Profil mit einer Traufel eingelegt und befestigt. Hierbei muss man darauf achten, dass ein Abstand in Schichtdicke der Armierungslage der Fassadenfläche eingehalten wird. Ist das Profil eingelegt, wird das Gewebe und alle Anschlüsse übers Eck satt mit der Fensterbankdichtmasse eingestrichen. Anschließend kann die Armierung mit Gewebediagonalen und Gewebe wie üblich eingearbeitet werden. Das Attikaprofil muss dabei satt mit Armierungsmörtel unterfüttert sein, und das Flächengewebe sollte unter den Gewebestreifen der APU Leiste geschoben werden.

Nach Fertigstellung der Fassadenfläche wird die Fensterbank wie gewohnt montiert. Soll die Fensterbank mit Kleber fixiert werden, muss der Kleberauftrag so erfolgen, dass ein Ablauf des eventuell eindringenden Wassers gewährleistet ist.

 

Autor

Thomas Stärke arbeitet als Anwendungstechniker bei der Baumit GmbH in Bad Hindelang.

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