Ruckelt’s noch bei der Digitalisierung?

Wie die Baubranche digitale Potenziale voll ausschöpft

Von Andreas Köninger

In zahlreichen Industrien haben technische Neuerungen die Arbeit revolutioniert. Auch auf dem Bau verwandeln sich analoge Inhalte immer mehr in digitale Daten. Online-Hilfsmittel und Software-Lösungen optimieren neben der Kundenkommunikation zunehmend auch maschinelle Vorgehensweisen oder ersetzen sogar ganze Abläufe.

Es entstehen neue Infrastrukturen und Systeme, die auf dem Prinzip der Konnektivität basieren und alle Prozessschritte sowie Daten miteinander vernetzen. So lassen sich viele manuelle Tätigkeiten automatisieren, unnötige Ressourcenverschwendung minimieren und die gewonnene Zeit für wertschöpfende Aufgaben einsetzen. Das heißt jedoch nicht, dass jeder kleinere und mittlere Handwerksbetrieb in blinden Aktionismus verfallen sollte. Stattdessen lohnt es sich, einzelne Geschäftsbereiche unter die Lupe zu nehmen und zu prüfen, wie sich abhängig von der Genetik des Businessmodells und der Unternehmensgröße passende Prozesse und Entwicklungen anstoßen lassen. Dabei gilt es verschiedene Faktoren zu berücksichtigen.

Digitale Selbstläufer?

Kein Unternehmen gleicht dem anderen. So arbeiten beispielsweise auf Neubau spezialisierte Firmen entlang feststehender Leistungskataloge in Ausschreibungen und orientieren sich dabei an fixen Preisen, die dem Leistungsrahmen entsprechen. Fallen Änderungen an, greift das Verursacher-Schuldprinzip. Die Kosten trägt also, wer für die Nacharbeit verantwortlich ist. Im Zweifelsfall bedeutet das für Fachfirmen, die Korrekturen kostenfrei zu erledigen oder eine zusätzliche Rechnung.

Experten im Bereich Sanierung und Renovierung arbeiten hingegen auf Basis einer Aufwandsentschädigung, die im Festpreis laufen und mit Puffern kalkuliert werden. Um einen möglich hohen Profit zu erwirtschaften, fallen diese idealerweise so gering wie möglich aus. Entsprechend individuell gestaltet sich auch der Weg dieser Betriebe zum Unternehmen 4.0. Daher steht am Anfang jeder Modernisierungsstrategie die Frage, welche digitalen Kanäle, Tools und Programme für Kunden und Mitarbeiter benötigt werden. Neben zahlreichen relevanten Abteilungen im Unternehmen, sollte die Digitalisierung im Zentrum stehen. Wo kann diese bei wertschöpfenden Prozessen unterstützen? Gibt es neue Dienstleistungen, die solche technischen Neuerungen mit sich bringen? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, ergibt sich die weitere Planung.

Und Größe ist doch wichtig!

Ein weiterer Faktor, der bei einer erfolgreichen digitalen Transformation eine Rolle spielt, ist die Betriebsgröße. Kleinere Unternehmen müssen ihre Prozesse beispielsweise besonders flexibel gestalten. Konkret bedeutet das: Alle erforderlichen Informationen sollten jederzeit schnell und einfach erfassbar sein. Dank kurzer interner Wege genügt für eine merkliche Effizienzsteigerung bereits ein einfaches und generelles Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) zur Organisation jeglicher betrieblichen Ressourcen. Mit wenigen gezielten Handgriffen kommt so Struktur ins Papierchaos, was nicht zuletzt auch Kundenbetreuung und Projektabwicklung erleichtert.

Dabei muss das Unternehmen nicht zwingend auf eine spezialisierte Bausoftware zurückgreifen. Im Gegenteil: Kleine Handwerks- oder Baubetriebe benötigen einfache, integrierte Cloudlösungen, die im Tagesgeschäft mitlaufen und die Mitarbeiter dabei unterstützen, das Unternehmen zu organisieren. Im Mittelpunkt steht eine allumfassende Anfang-bis-Ende-Integration, bei der keine hohen Gemeinkosten anfallen.

Identischer Wissenstand für Mitarbeiter

In Unternehmen mittlerer Größe, die auf einer arbeitsteiligen Organisationstruktur basieren, sieht das bereits anders aus. Hier müssen alle an einem Projekt beteiligten Angestellten über einen identischen Wissenstand verfügen. Wie das sicherzustellen ist? Durch ein zentralisiertes Informationssystem, das es erlaubt, die gespeicherten Daten zu verwalten, zu versionieren, abzuspeichern und – wenn nötig – einem mehrstufigen Prüf- und Freigabeprozess zu unterziehen. So können alle jederzeit auf notwendige Informationen zugreifen und gleichzeitig die Einhaltung der vertraglichen Vereinbarungen sicherstellen. Um dabei eine optimale Kosteneffizienz zu schaffen, empfiehlt es sich, ausschließlich essenzielle Software einzukaufen. Zwei bis drei Teilsysteme, die sich den jeweiligen Arbeitsbereichen zuordnen lassen, stellen dabei eine gute Grundlage dar.

Hilfe von externen Beratern

In Betrieben mit Großaufträgen und mehr als 500 Mitarbeitern gilt es darüber hinaus auch alle anderen Schnittstellen zu integrieren, damit beispielsweise auch der Zusammenhang zwischen Einkauf, Personal und Buchhaltung hergestellt werden kann. Dabei kann es sich lohnen, anstatt großer Branchenlösung auf Systeme zu setzen, die individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten werden.

Wer hier über keine eigenen Spezialisten verfügt, findet Hilfe bei externen Beratern. Diese Experten helfen Betrieben nicht nur bei der Umsetzung und der Implementierung von unternehmenseigenen Strategien, sondern auch in Sachen Business- und Kommunikationsinhalte in Systemen, Prozessen und Organisationen.

Autor

Andreas Köninger, Vorstand der SinkaCom AG, ein Creative Office für Design Thinking, IT- und Online-Dienstleistungen. Das Unternehmen hält seine Expertise in den Geschäftsfeldern Retail sowie den Themenfeldern Content-Management und der App-Entwicklung. Um ihren Kunden einen wirklichen Mehrwert zu bieten, kombiniert die SinkaCom AG Standard- beziehungsweise Individualsoftware und potenziert so auftretende Synergieeffekte.

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