Nachgebaute Denkmalfenster in Norden mit Remmers-Lacksystem im Vierschichtaufbau geschützt

Bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes in Norden schlug die Tischlerei Werner Windeler den Austausch der alten Fenster gegen originalgetreue Nachbauten vor. Diese wurden mit dem System von Remmers geschützt.

Gut 25 Jahre hat der Schreinermeister Werner Windeler in Fischerhude gebraucht, um seinen Einmannbetrieb zu einem modernen Unter­nehmen mit 16 Mitarbeitern und einer hochmodernen Technik aufzubauen. Die Bautischlerei fertigt heute unter anderem Fenster, Haustüren, Treppen und Wintergärten. Wegen der erstklassigen Referenzen erreichen viele Ausschreibungen den Betrieb, denn dem Unternehmen wurde 2011 in Bremen auch ein Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege zugesprochen.

Im August 2015 versandte die Eigentümerin eines denkmalgeschützten Gebäudes in Norden (Ostfriesland), die Immobiliengesellschaft der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, über die Architekten Mario Friedrich und Ingo Hemesath die Ausschreibung für den Austausch sowie die Sanierung von Fenstern und Türen. Auf den beigefügten Fotos, die morsche Ecken sowie aufgeplatzte Lacke zeigten, war bereits die teilweise fortgeschrittene Zerstörung insbesondere der ortstypischen Blockrahmenfenster vorne zur Straße erkennbar. Das rissige Holz war mittlerweile schutzlos der Witterung ausgesetzt.

„Nach einem Ortstermin in Norden war ich mir sicher, dass eine Restaurierung keinen Sinn ergibt. Daraufhin habe ich dem Architekten eine Begründung geschrieben, dass eine Aufarbeitung weder wirtschaftlich noch zufriedenstellend sein würde. Unser Vorschlag, den ich für alternativlos hielt, war der komplette Austausch der alten Fenster gegen neue, unter Beachtung aller Anforderungen der Baudenkmalpflege“, erinnert sich Malte von Monkiewitsch, Projektleiter der Tischlerei Werner Windeler.

Bauherr und Architekten folgten dem Rat des Unternehmens und der Auftrag wurde erteilt. Es war die Belohnung für eine klare Positionierung, die neben dem Aspekt der Dauerhaftigkeit der gewählten Lösung auch die Vorteile aktueller technischer Standards hat.

Die 56 Fenster- und fünf Türelemente sollten exakt dem klassischen Erscheinungsbild entsprechen, gleichzeitig aber allen heutigen Anforderungen genügen im Hinblick auf Funktion und Witterungsbeständigkeit und selbstverständlich optimale energetische Eigenschaften aufweisen. Ganz nebenbei war es insgesamt auch die preisgünstigste Variante.

Zusammen mit weiteren Arbeiten erhielt die Fassade des Gebäudes im Zuge der Sanierung nun die dringend benötigte Erneuerung und Auffrischung. Weil das „Haus der SPD“ zentral gelegen und regional sehr bekannt ist, wurde der gelungene Austausch der historischen Fenster zum Stadtgespräch.

Langzeitschutz gegen Verwitterung

Als Grundmaterial für die Fensterproduktion wurden ausschließlich Dreifach-Lärchenlaminate der Firma Roggemann verarbeitet. Diese Fensterkanteln garantieren hohe Maßhaltigkeit bei optimalem Holzfeuchtegehalt. Beide Eigenschaften sind wichtige Qualitätskriterien, ideal ergänzt durch einen Langzeitschutz gegen Verwitterung mit einem industriellen Remmers-Lacksystem im Vierschichtaufbau.

Remmers hat schon vor Jahren ein Konzept für das langlebige Holzfenster entwickelt. Realisiert durch ein Produkt-, Verfahrens- und Qualitätssicherungssystem, das eine nahezu 100prozentige Schadensfreiheit bei Holzfenstern erreicht. Das Ergebnis: die „Remmers-System-Ga­ran­tie“ (RSG). Sie sichert zu, dass 10 Jahre lang keine Sanierungsanstriche nötig sind.

Die Werner Windeler Tischlerei GmbH ist ein zertifizierter Sys­tempartner und produziert alle Fenster- und Türenelemente aus Holz nach diesen Vorgaben, auch wenn die RSG nicht explizit bei jedem Auftrag in Anspruch genommen wird.  Seit knapp 10 Jahren bietet der Handwerksbetrieb die RSG an und musste in diesem Zeitraum keine einzige Reklamation abwickeln.

„Wir setzen auf einen vierstufigen Beschichtungsaufbau, damit das Holzfenster im Wettbewerb mit anderen Rahmen­ma­teri­alien die Nase vorn behält“, erklärt Holger Weha, Leiter Oberflächenbeschichtung bei Windeler. Als erstes erfolge die Einzelteil-Imprägnierung und Holzverfestigung mit „Induline SW-900“. Sie schütze die Hirnhölzer und Schlitz-/Zapfen-Verbin­dun­gen vor eindringender Feuchtigkeit, verfestige das Holz und egalisiere den Untergrund zur Verhinderung von Flecken bei Lasuraufbauten.  Danach erfolge die Grundierung mit „GW-201“, die Zwischenbeschichtung mit „Induline ZW-400“ und die Endbeschichtung mit „DW-601-50“. „Bei diesen industriellen Lackqualitäten ist der Anteil hochwertiger Polyurethan- und Acrylat-Bindemittel besonders hoch. Sie verleihen den Beschichtungen außergewöhnliche Dauerelastizität und die selbstvernetzenden Acrylate der neuesten Generation gewährleisten eine frühe Wasserfestigkeit und Nasshaftung.“

Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde

Auch heute noch wird das Bild norddeutscher Ortschaften von Ziegelbauten bestimmt. Sie gehören zu dem Gebäudebestand Deutschlands, der unter Denkmal-, Milieu- oder Ensembleschutzes steht. Das gilt auch für das Objekt am Burggraben 46 in Norden. Es wurde als eines der ersten Verwaltungsgebäude errichtet, das ausschließlich Büros für den Betrieb einer Krankenkasse enthielt. Das Gebäude ist in weiten Teilen noch original erhalten. Seine, das Stadtbild prägende, Dominanz begründete 1990 die Eintragung als Baudenkmal.

Das Bauvorhaben Fensteraustausch erforderte deshalb zunächst eine denkmalrechtliche Genehmigung, die von den Architekten Mario Friedrich und Ingo Hemesath erfolgreich beantragt wurde. Profilquerschnitte, schmale Profile, historische Beschläge und zahlreiche weitere Detaillösungen wurden mit der Behörde abgestimmt. Um die kulturhistorische Bedeutung des Gebäudes zu erhalten, sollten die neuen Fenster in Form und Gestaltung möglichst genau den historischen Originalen gleichen. Die Verwendung hierzu passender Profilstärken war deshalb unabdingbar.

Die Werner Windeler Tischlerei GmbH setzt bei solchen Bauvorhaben bevorzugt ein spezielles Denkmalschutzprofil ein, das IV 68 Denkmalschutzfenster mit den klassischen Wetterschenkeln auf der Außenseite. Beim Vorderhaus wurden historische Beschläge wie die Schweriner Fensterstangen verwendet und auch historische Oberlichtbeschläge. Im rückwärtigen Bau hingegen einwärts öffnende Fensterelemente, die mit einem speziellen Zwischengetriebe im Stulpbereich ausgestattet sind. Das hat den Vorteil, dass im Stulpbereich insgesamt 2 cm gewonnen und die gesamte Glasfläche um 4 cm erweitert wird. Das ermöglicht eine Rahmen-Ansichtsbreite des Flügels von außen von 34 mm. Zudem wird der Sitz der Griffolive mittig auf eine zusätzliche Schlagleiste ermöglicht, was wiederum dem historischen Bild entspricht. Das ist für die Erfüllung der Vorgaben der Denkmalbehörde sehr wichtig, denn normale Fensterprofile weisen deutlich größere Ansichtsbreiten auf.

Autor

Jürgen Dirkes ist Produktmanager Holzfarben und Lacke bei der Remmers GmbH in Löningen.

Baubeteiligte (Auswahl)

Bauherr Immobiliengesellschaft der SPD

Architekten Mario Friedrich und Ingo Hemesath, Hamburg, www.hemesath-architektur.de

Fensterbau und Oberflächenbeschichtung

Tischlerei Werner Windeler, Fischerhude,

www.tischlerei-windeler.de

Herstellerindex (Auswahl)

Lärchenholzkanteln Enno Roggemann, Bremen,

https://roggemann.de

Lacksystem Remmers, Löningen, www.remmers.de