Viel Praxis auf dem 12. Allgäuer Baufachkongress

Auch auf dem Allgäuer Baufachkongress, den die Firma Baumit Ende Januar mittlerweile zum zwölften Mal in Oberstdorf veranstaltete, standen einmal mehr die Zusammenarbeit der einzelnen Gewerke auf der Baustelle und die Ausführung der täglichen Arbeit in Vordergrund.

Auf dem mittlerweile zum zwölften Mal von Baumit veranstalteten Allgäuer Baufachkongresse, der vom 20. bis 22. Januar in Oberstdorf stattfand, ging es einmal mehr um das Thema Networking, also um die Vernetzung aller am Bau Beteiligten. Dies fand nicht nur in Themen der zunehmenden digitalen Vernetzung wie BIM (Building Information Modeling) seinen Ausdruck, sondern auch in reger Diskussion der drei Hauptzielgruppen (Handwerk, Handel und Architekten) in den Pausen des unter dem Motto „Wissen ist Markt“ stehenden Kongresses. Damit stand indirekt und direkt auch die Reduzierung der „Reibungsverluste“ auf der Baustelle im Mittelpunkt der rund 60 Vorträge. Fazit: Ziel sollte das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Gewerke untereinander sein.

Eine Baustelle ist wie ein Orchester

Aufeinander abstimmen müssen sich auch die Musiker eines Orchesters, und auch sie müssen üben, üben, üben, um ihr Handwerk zu beherrschen. Dafür brauchen sie erstklassige Instrumente, die ihre Werkzeuge sind. Nach der Begrüßung der Kongressteilnehmer durch den Baumit-Geschäftsführer Heiko Werf machte Christian Gansch, Dirigent internationaler Top-Orchester, in seinem Eröffnungsvortrag deutlich, wie erstaunlich viele Parallelen es zwischen der Arbeit eines Orchesters und der auf der Baustelle gibt. Auch im Orchester gibt es bis zu zwölf „Vorarbeiter und Bauleiter“, die für die einzelnen Instrumente wie Geigen, Bratschen, Blech- und Holzbläser usw. verantwortlich sind. Diese „Gewerke“ müssen sich untereinander abstimmen. Der „Architekt“ dieser Musik muss den Überblick behalten, sollte sich aber auf seine „Vorarbeiter und Bauleiter“ verlassen können. Auch in einem Orchester geht es um die gegenseitige Wertschätzung des vermeintlich auch noch so unwichtig erscheinenden Instruments.

Mehr Praxis

Überhaupt wurde der Praxis deutlich mehr Bedeutung beigemessen. Neben den Vortragsthemen machen dies vor allem die insgesamt sechs Praxisvorführungen im evangelischen Gemeindehaus deutlich, die ziemlich gut besucht waren. Die Ausführung glatter, feiner und modellierter Oberflächen wurde hier ebenso gezeigt wie die Besenstrich-, Kammzug- und Zupftechnik sowie die Technik der Betoninterpretation. Teilnehmer konnten diese Techniken – gekleidet in weiße Overalls – auf Putztafeln auch selbst ausprobieren. Das haben auch wir von der Redaktion der bauhandwerk uns nicht nehmen lassen und zumindest die Kammzugtechnik einmal selbst ausprobiert.

Autor
Dipl.-Ing. Thomas Wieckhorst ist Chefredakteur der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.