Fotoreportage Breslau, Teil 3: Der Vier-Kuppel-Pavillon von Hans Poelzig

Eine weitere Station der Pres­se­reise des Deutschen Natio­nal­ko­mi­tees für Denk­mal­schutz nach Breslau war im Oktober 2016 der unweit der Jahrhunderthal­le (siehe bauhandwerk 3.2017, Seite 5) gelegene Pa­wilon Czterech Kopuł. Er entstand als so genannter Vier-Kuppel-Pavillon in der Zeit von 1911 bis 1913 als Ausstellungsgebäude für die Jahrhundertausstellung 1913 nach Plänen des Architekten Hans Poelzig (1869 – 1936).

Breslau war auch die Stadt, ­
in der Poelzigs Karriere als Architekt begann: zunächst als Lehrer an der Königlichen Kunst- und Kunstgewerbeschule, deren Direktor er 1903 wurde. Ab 1911 als ­Kö­nig­liche Akademie für Bau- und Kunstgewerbe bezeichnet, machte Poelzig aus der Kunst- und Kunstgewerbeschule eine der fortschrittlichsten Architektur- und Kunst­schulen. 1916 trat er die Nachfolge von Hans Erwein als Stadtbaurat in Dresden an und wurde 1919 Vorsitzender des Deutschen Werkbundes. In Breslau entstanden unter anderem 1909 ein Mehr­familienwohnhaus, 1911 ein Ge­schäftshaus und 1913 der Vier-Kuppel-Pavillon, mit dessen Bau Poelzig die Schlesische Beton Baugesellschaft beauftragte.

Das Gebäude diente nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einem Breslauer Filmunternehmen als Aufnahmehalle. Nachdem die UNESCO es 2006 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen hatte, wurde das Gebäude dem Breslauer Nationalmuseum übergeben und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands beschlossen. Im Zuge der darauf folgenden Sanierungsarbeiten wurden alle späteren Umbauten entfernt und der einstige Innenhof zwischen den vier Kuppel-Gebäuden mit einem Glasdach geschlossen. Mitte vergangenen Jahres eröffnete im Vier-Kuppel-Pavillon das Museum für zeitgenössische Kunst als Filiale des Nationalmuseums.