Fotoreportage: Schloss Wörlitz

Das Schloss Wörlitz und das umgebende Gartenreich Dessau-Wörlitz nahm die UNESCO 2000 in die Welterbeliste auf. Aus gutem Grund, denn der Mitte des 18. Jahrhunderts von Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau beauftragte Garten sollte mit seinen zahlreichen Brücken und Kleinbauten ganz im Sinne von Humanismus und Aufklärung seinen Untertanen den Kleinstaat erklären. Dazu gehörte natürlich auch ein Schloss – selbstverständlich das größte Gebäude auf dem Areal. Und weil Fürst Franz ein moderner Mann und obendrein mit dem Baumeister Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff gut befreundet war, entstand das Schloss nach Plänen von Erdmannsdorff in einem damals noch unbekannten und daher sehr avantgardistischen Baustil: dem Klassizismus. Schloss Wörlitz war damit das erste klassizistische Bauwerk Deutschlands. Die fehlenden Lisenen der Hauptfassade zum Beispiel empfanden die Kritiker damals als Baufehler. Erdmannsdorff vertrat allerdings die Auffassung, dass man nur durch die Nachahmung der Antike dem Ungeschmack der Zeit entgehen könne – eine seinerzeit radikale Position. Fürst Franz steuerte – inspiriert durch seine vielen Auslandsaufenthalte – nicht nur einen Palmensaal, sondern für die damalige Zeit auch einige sehr fortschrittliche Einrichtungen wie Essensaufzüge und in die Wände versenkbare Türen bei. Heute gilt das zwischen 1769 und 1773 erbaute Schloss Wörlitz als eines der berühmtesten Gebäude der deutschen Baugeschichte.

Schloss Wörlitz war Station der diesjährigen Pressereise des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz. Weitere Stationen stellen wir in den kommenden Ausgaben der bauhandwerk vor. Die Fotoreportage im nächsten Heft zeigt die Doppelkapelle Landsberg.

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