Holzschutz auf Ölbasis

Um die natürlichen Eigenschaften von frei bewitterten Holzoberflächen lange zu erhalten, eignet sich insbesondere der Einsatz von ölbasierten Holzanstrichen. Der Aufwand für einen Schutzanstrich, der Schlagregen, Wind und Wetter standhält ist dabei vergleichsweise gering.

„Der richtige Holzschutz stellt immer wieder eine Herausforderung dar“, weiß Roman Wegner, Produktmanager Color bei Osmo. „Es handelt sich bei Holz um einen Werkstoff, der lebt und atmet. Eine gute Oberflächenbeschichtung muss diese Eigenschaften berücksichtigen.“ Unerlässlich sind daher tiefer gehende Kenntnisse zum Thema Holzanstriche, damit lange Haltbarkeit und zuverlässiger Schutz gewährleistet werden können. „Wir verarbeiten für unsere Holzanstriche nur aufwendig gereinigte und veredelte Öle. Die Pigmente der farbigen Anstriche sind frei von schädlichen Schwermetallen und Verunreinigungen. Um die Streichfähigkeit zu gewährleisten, verwenden wir als Lösungsmittel entaromatisiertes Testbenzin.“ Auf Öko-Lösemittel, wie zum Beispiel Orangenöl, werde bei Osmo bewusst verzichtet, da diese im Verdacht stehen, bei manchen Menschen Allergien auszulösen. Die Farben werden im Farbenwerk in Münster entwickelt und produziert.

Konstruktiver Holzschutz kommt zuerst

Generell sollten Holzfassaden als hinterlüftete Fassade (DIN 18 516) ausgeführt werden. Bei richtig ausgeführtem, baulichem Holzschutz werden Holzfassaden und auch die entsprechende Unterkonstruktion in die Gefährdungsklasse 0 eingeordnet (DIN 68 800). Daher ist nach der DIN kein chemischer Holzschutz vorgesehen. Auf Wunsch des Bauherrn kann das Holz vor der Montage allseitig mit der farblosen Öl-Imprägnierung behandelt werden. Denn durch Sporenflug in der Atmosphäre kann es auch bei Holzfassaden zu oberflächlichem Algenbefall kommen. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine Holzschädigung, sondern um eine optische Beeinträchtigung. Die Öl-Farbe aus der Serie Holzwerker von Osmo ist mit einem Wirkstoff vorbeugend gegen oberflächlichen Algenbefall ausgerüstet, dieser wird damit zuverlässig verhindert.

Zuerst prüfen, dann streichen

Ölbasierte Anstrichsysteme eignen sich für alle Hölzer im Außenbereich gleichermaßen gut, doch Holzfassade ist nicht gleich Holzfassade. Eine wichtige Rolle spielt der Zustand der Oberfläche: Handelt es sich um einen Erstanstrich oder ist eine Renovierung gefragt? Der erste Schritt bei der Neugestaltung der Fassade ist daher die Prüfung und Vorbereitung des Untergrundes. Ist ein Erstanstrich auf unbehandeltem Holz gefragt, kann die ölbasierte Farbe ohne Grundierung direkt aufgetragen werden. Die Holzoberfläche muss dafür sauber, trocken und frostfrei sein; Osmo empfiehlt bei Verwendung seiner Produkte beispielsweise eine Holzfeuchte von maximal 20 Prozent. Liegt der Wert höher, ist das Holz zu nass. Die Poren verdichten sich so sehr, dass die Farbe nicht eindringen kann. Flächen, die vorher bereits mit einem offenporigen Anstrich behandelt wurden, müssen gesäubert werden. Bei allen filmbildenden beziehungsweise geschlossenen Oberflächen muss der Anstrich komplett entfernt werden. Grundsätzlich ist ein Probeanstrich sinnvoll, um die Haftung des ölbasierten Anstrichsystems zu prüfen. Für das Streichen selbst bedarf es keinerlei besonderer Werkzeuge; Pinsel oder Mikrofaserrolle sollten jedoch für ölbasierte Farbe geeignet sein. Um ein tadelloses Ergebnis zu erzielen, sind zwei Anstriche erforderlich.

Verarbeitung: Auch über Kopf arbeiten ist möglich

Wer zum ersten Mal mit ölbasierten Anstrichen arbeitet, wird überrascht sein, wie ergiebig sie sind. Qualitätsprodukte punkten durch ihre hohe Reichweite und Deckkraft, die aus dem hohen Festkörperanteil der Farbe resultiert. Ein sehr dünner Materialauftrag genügt bereits. Daraus ergibt sich ein günstiger Quadratmeter-Preis. „Die Verarbeitung unserer ölbasierten Anstrichsysteme ist zudem eine saubere Sache“, so Wegner. „Bei der Entwicklung der Holzwerker-Produkte wurde der Fokus auf die Optimierung ihrer technischen Eigenschaften gelegt. Sie zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie thixotrop eingestellt und daher tropf- und spritzgehemmt sind. Über Kopf Arbeiten, wie sie beim Streichen von Dachüberständen oder Giebeln anfallen, werden somit erleichtert.“ Da keine Grundierung und kein Zwischenschliff vor dem Auftragen des zweiten Anstrichs notwendig sind, spart man sich zwei komplette Arbeitsgänge. Der zeitliche Aufwand für den Maler verringert sich. Darüber hinaus können ölbasierte Anstrichsysteme saisonal unabhängig verarbeitet werden. Die Anstriche sind selbst bei Frost streich- sowie lagerfähig. Bei Hitze wiederum trocknen die ölbasierten Anstriche nicht so schnell an und lassen sich ansatzfrei verstreichen.

Gleichmäßiger und lang anhaltender Anstrich

Die Verwendung von ölbasierten Anstrichen zahlt sich nicht nur für den Handwerker aus. Der Kunde erhält eine Holzfassade mit einem gleichmäßigen und lang anhaltenden Anstrich in einem deckenden oder transparenten Farbton. Da das Öl tief in das Holz eindringt, verankert es sich mit den Holzfasern und füllt die Poren. Staunässe wird auf diese Weise verhindert, so dass das Quellen und Schwinden des Holzes vermindert wird. Das Ergebnis ist ein langlebiger Anstrich, der weder reißt noch blättert und elastisch mit dem Holz verbunden bleibt.

Ölbasierte Holzanstriche eignen sich ideal zur Erneuerung alter offenporiger Anstriche und verwitterter Holzoberflächen. Im Rahmen einer Renovierung lassen sie sich problemlos und ohne Schleifen überstreichen. „Da bei Osmo sowohl die Profi- als auch die Heimwerker-Produkte demselben System entspringen, kann die mit Holzwerker-Ölfarbe beschichtete Holzfassade problemlos mit derselben Öl-Farbe oder mit der Landhausfarbe aus unserem Do-it-yourself-Sortiment nachgestrichen werden“, erläutert Wegner. „Ein vorheriges Abschleifen entfällt, denn unsere ölbasierten Holzanstriche wittern erodierend ab.“

Bei Holzfeuchten über 20 Prozent ist das Holz zu nass, die Farbe kann nicht eindringen

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