Teil 4: Praktische Baustellenhelfer

„Warum hat dafür eigentlich noch niemand was erfunden?“ fragt man sich, wenn bei der Arbeit die Kleinigkeiten unverhältnismäßig große Schwierigkeiten bereiten. Bautenschützer Martin Ecker und Stuckateurmeister Guntram Lief haben sich dieselbe Frage gestellt – und angefangen, ihre eigenen Lösungen auszutüfteln.

Der „Tragfix“: Verschluss und Tragegriff in einem

Große Säcke mit Baustoffen werden spätestens dann unpraktisch, wenn man nicht den gesamten Inhalt benötigt. Einmal geöffnet sind sie umständlich zu tragen und der Inhalt kann unter Einwirkung von Luftfeuchtigkeit verderben. Eben darüber hatte sich Martin Ecker (45), selbständiger Handwerker mit den Fachgebieten Bautenschutz und Erhaltung, nicht nur einmal aufgeregt: „Viele angebrochene Sackgebinde musste ich irgendwann einfach wegschmeißen – zum Teil waren das hochwertige Spachtel- und Ersatzmassen für den Bautenschutz. Sehr ärgerlich!“

Nach nur einem Tag der intensiven Beschäftigung mit Verschlussmöglichkeiten hatte Ecker ein Grundprinzip für seine kombinierte Verschluss- und Tragehilfe „Tragfix“ parat, die er, stark vereinfacht, als „überdimensinonaler Eisbeutelclip“ beschreibt. „Mit den ersten Zeichnungen bin ich gleich zum Patentamt gegangen“. Die folgende Entwicklungsarbeit bedeutete aber noch einigen Aufwand, auch finanziell. Erst nach unzähligen Prototypen war der Tragfix produktionsreif: „Entscheidend ist, dass man alle Arten von Säcken, vom dünnen Plastikmaterial bis zum Sack aus Schrenzpapier sicher und ohne Beschädigung im Tragfix einklemmen kann.“ Der Tragkomfort von Säcken bis zu 25 kg, der hilft, Verletzungen und Verschleiß vorzubeugen, kam als positiver Begleiteffekt zum Verschluss hinzu.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.tragfix.de


Alles in Reichweite mit dem „Eimercaddy“

Die Idee für den „Eimercaddy“ kam Stuckateurmeister Guntram Lief (42) aus Caan im Westerwald, weil er einem Mitarbeiter mit Bandscheibenproblemen die Arbeit auf dem Gerüst erleichtern wollte. „Beim Auftragen von Putz und Farbe müssen sich Maler und Stuckateure ständig nach dem Eimer bücken. Um diesen Arbeitsweg zu verkürzen, habe ich nach einer Ablagemöglichkeit in angenehmer Höhe gesucht“. Das war Ende 2005 und heraus kam bei diesen Überlegungen der erste Prototyp des Eimercaddys, einer Hängevorrichtung mit ausklappbarer Abstellfläche, die mit bis zu 28 kg belastbar ist. Der Eimercaddy kann, je nach Bedarf, am oberen und mittleren Gerüstgeländerholm des Rückenschutzes eingehängt und auf Rollen verschoben werden. „Das Arbeitsmaterial, ob nun Farbeimer oder Werkzeug, ist so immer bequem auf Hüfthöhe greifbar – eine unheimliche Zeitersparnis und Erleichterung, die sich von Anfang an im täglichen Einsatz bei unserer Arbeit bewährt hat.“, so Lief. Deshalb dauerte es auch nicht lange, bis Handwerker sich erkundigten: „Wo kann ich so etwas kaufen?“ Mittlerweile wird der Eimercaddy von zwei Firmen sowie im Eigenvertrieb bei Lief angeboten und ist – laut Erfinder – bestens geeignet für Maler und Stuckateure, ebenso wie für Dachdecker und Zimmer­leute, Glaser im Fassadenbau und Fensterputzer, die den Eimercaddy als Werkzeugablage nutzen können. Einziger Nachteil der Erfindung – zumindest aus Sicht des Verkäufers – ist die Stabilität: „Die Dinger sind nämlich einfach nicht kaputtzukriegen…“

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.eimercaddy.de


Von Marvin Klostermeier

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