Fußbodenheizung unter Trockenestrich

Trockenestriche lassen sich problemlos mit Fußbodenheizungen kombinieren. Zwischen Heizung und Estrichelementen sollte aber eine Trennlage verlegt werden, damit beides nicht mit­einander verklebt. Wir zeigen im dritten Teil unserer Serie, was bei der Kombination von Trockenestrichen und Fußbodenheizungen noch zu beachten ist.

Die Verbreitung von Fußbodenheizungen hat in den vergangenen Jahren immer mehr zu­ge­nommen. Inzwischen werden viele neu gebaute Ein- und Zwei­familienhäuser und mehr­geschossige Wohnhäuser mit Fuß­bo­den­heizungen ausgestattet. Die Syste­me verbreiten Wärme und schaffen zusätz­liche Stellfläche. Auch bei der Modernisierung sind Fußbodenheizungen eine echte Alternative zu konventionellen Heizsystemen. Hinzu kommt die Möglichkeit einer freien innenarchitektonischen Gestaltung, ohne auf Heizkörper Rücksicht nehmen zu müssen.

Fußbodenheizungen bei Altbauten

Auch die Industrie hat sich auf diese Entwicklung eingestellt. Während klassische Fußbodenheizungen ursprünglich im Nassestrich verlegt wurden, sind inzwischen eine Vielzahl unterschiedlicher Flächenheizsysteme auf dem Markt. Sie lassen sich teilweise mit trockenen Fußbodensystemen kombinieren. Damit können Fußbodenheizungen nun auch bei Renovierungen und Modernisierungen ohne großen Aufwand eingebaut werden. Vor allem bei Altbauten mit Holzbalkendecken war dies aus statischen Gründen wegen des hohen Gewichts herkömmlicher Es­triche lange Zeit nicht möglich. Grundsätzlich aber ist zu beachten: Fußbodenheizungen müssen vom Hersteller für die Kombination mit Trockenestrichen freigegeben sein.

Nach Aushärten des Klebers belastbar

Trockenstriche bieten dabei Vorteile: Sie lassen sich schnell einbauen, benötigen nur eine geringe Aufbauhöhe und bringen im Vergleich zu herkömmlichen Estrichen deutlich weniger Gewicht in den Bau ein, bei vergleichbarer Belastbarkeit. Je nach Fabrikat, Aufbau und System sind in Trockenbauweise Flächengewichte ab 23 kg/m² möglich. Bei Zementestrichen zum Beispiel müssen dagegen Flächengewichte von mindestens 100 kg/m² berücksichtigt werden.

Gegenüber herkömmlichen Estrichkonstruktionen wird durch den Einsatz von Trockenestrichen das Einbringen von Feuchtigkeit in den Bau vermieden. Das spart Zeit und beschleunigt den Bauablauf. Gerade bei Holzbauten schonen Trockenestriche die Konstruktion, vermeiden die Durchfeuchtung der sonst trockenen Baustoffe und die spätere Rissgefahr in Ecken und Anschlüssen. Während bei konventionellen Estrichen eine Trocknungszeit von rund vier Wochen berücksichtigt werden muss und der Boden in diesem Zeitraum nicht belegt werden darf, können nachfolgende Gewerke nach der Verlegung von Trockenestrichen fast ohne Zeitverzug weiterarbeiten. Der Boden ist nach Aushärten des Klebers voll belastbar. Einen Tag nach dem Verlegen kann man die Oberbeläge aufbringen.

Fußbodenheizungen in Feuchträumen

Für unterschiedliche Belastungen stehen unterschiedliche Produkte zur Verfügung. Vorteile durch eine höhere mechanische und statische Belastbarkeit bieten Trockenestrich-Systeme aus Gipsfaserplatten.

Der Hersteller Fermacell empfiehlt etwa bei Fußbodenheizungen das 25 mm dicke Estrichelement „2 E 22“ als druckverteilende Schicht und als Untergrund für Gehbeläge. Es kann in Kombination mit Warmwasser-Heizungssystemen oder dem sogenannten Klimaboden eingesetzt werden und ist für den Einsatz im Anwendungsbereich 1 (zum Beispiel Räume und Flure in Wohngebäuden mit einer zulässigen Einzellast von 1,0 kN oder einer zulässigen Nutzlast von 1,5/2,0 kN/m²) sowie für häusliche Feuchträume geeignet.

In Feuchträumen können Fußbo­denheizungen beispielsweise auch mit dem zement­ge­bundenen Fermacell „Powerpanel TE“-Estrichelement eingebaut werden, das ebenfalls für Warm­wasser-Fußboden­heizungen geeignet ist. Wegen seiner speziellen Eigenschaften ist dieses Estrichelement auch für elektrische Systeme geeignet.

Unebenheiten ausgleichen mit Nivelliermasse

Die Verlegung erfolgt wie bei herkömmlichen Fermacell-Estrich- und „Powerpanel“-Elementen. Werden unter dem Heizungssystem Zusatzschichten verlegt, müssen sie ausreichend druckfest sein. Dabei muss die zulässige maximale Dämmschichtdicke inklusive der Formplatte der Fußbodenheizung eingehalten werden. Grundsätzlich ist für die Verlegung von Fußbodenheizsystemen ein ebener Untergrund erforderlich. Geringe Höhen im Bereich bis 20 mm können mit einer geeigneten Bodennivelliermasse ausgeglichen werden.

Für Unebenheiten bis zu 100 mm gibt es Ausgleichsschüttungen ohne Bindemittel. In der Regel handelt es sich dabei um ein mineralisches Granulat, das im Recyclingverfahren hergestellt wird.

Gebundene Schüttung für dickere Schichten

Bei der Ver­legung verkrallt sich das Material ineinander, so dass eine tragfähige Ausgleichsschicht entsteht. Eine ­aufwendige Nachverdichtung ist nicht nötig. Die ­Ausgleichsschüttung von Fermacell bietet zudem Brandschutz in der Baustoffklasse A1. Größere Schütthöhen bis zu 2000 mm werden mit gebundenen Schüttungen erstellt.

Werden Fußbodenheizungssysteme direkt auf der Ausgleichsschüttung oder auf einer zusätzlichen Mineralwolldämmplatte verlegt, ist folgendes zu beachten: Zwischen Ausgleichsschüttung/Mineralwolldämmplatte und Fußbodenheizung sollte man eine 10 mm dicke Gipsfaserplatte lose verlegen. Diese dient als lastverteilende Schicht. Weitere Details zu den Fußbodenheizungssystemen, wie etwa die Verlegung von Wärmeleit­­blechen oder die Ausführungen der Randbereiche oder Rohransammlungen, stehen in den jeweiligen Herstellerangaben.

Vor der Verlegung der Estrichelemente ist es empfehlenswert, auf den Fußbodenheizungsformplatten eine Trennlage (etwa PE-Trennfolie mit mindestens 0,2 mm oder Kraftpapier) aufzulegen, um ein Verkleben der Estrichelemente mit dem Fußbodenheizungssystem zu verhindern.

Broschüre Fußbodenheizung & Trockenestriche

Alle wichtigen Details zum Thema Fußbodenheizung finden Sie in der Broschüre „Fermacell Estrichelemente auf  Fußbodenheizung“. Darin ist außerdem ein Herstellerverzeichnis geeigneter Fußbodenheizungssysteme enthalten. Die Broschüre kann heruntergeladen werden unter: www.fermacell.de/downloads


Autorin

Rita Jacobs M.A. führt ein PR-Büro mit Schwerpunkt Bau und Architektur in Düsseldorf. Sie unterstützt die Firma Ferma­cell bei der Pressearbeit und arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.