Mobil und präzise

Die neue Multifräse MF 26 cc von Mafell im bauhandwerk-Praxistest

Flexibel, handlich, präzise und staubarm. So bewirbt Mafell die neue Multifräse MF 26 cc. Der Hersteller bietet das mobile Elektrowerkzeug als Alternative zu Oberfräse und Kreissäge in drei Varianten für Holz-, Trocken- und Fassadenbau an. Wir haben jetzt getestet, was die Multifräse wirklich kann.

Flexibel, handlich, präzise und staubarm. So bewirbt Mafell die neue Multifräse MF 26 cc. Der Hersteller bietet das mobile Elektrowerkzeug als Alternative zu Oberfräse und Kreissäge in drei Varianten für Holz-, Trocken- und Fassadenbau an. Wir haben jetzt getestet, was die Multifräse wirklich kann.

Genauer gesagt: Wir haben testen lassen, und zwar ausgiebig und unter realistischen Bedingungen: Acht Wochen lang haben Mitarbeiter der Okel GmbH & Co. KG aus Diemelstadt die MF 26 cc in der Variante mit Trockenbauzubehör auf verschiedenen Baustellen im Einsatz gehabt. Die Erfahrungen der ausgewiesenen Ausbauspezialisten mit dem neuen Werkzeug hat Bauleiter Burkhard Rohr (46) für die bauhandwerk zusammengefasst.


Rohr hat dabei jedoch nicht nur die Bewertungen seiner Kollegen eingeholt, sondern die Multifräse auch selbst dem Praxistest unterzogen. Für den begleitenden Test-Film, den Sie auf www.bauhandwerk.de ansehen können, hat er in der Werkstatt mit Hilfe von V-Nut-Fräsungen sehr schnell und sicher eine Abkastung aus der glasvliesummantelten Spezialplatte LaHydro von Siniat hergestellt.

Ein Werkzeug für Spezialaufgaben

Die Aufgabe der kabelgeführten rund 5 kg schweren 1400-Watt-Maschine bestand bei Okel dementsprechend auch vorrangig im Fräsen von Nuten in Trockenbauplatten. Zuvor hatte man im Betrieb noch keine mobile Fräse verwendet. „Große Stückzahlen bearbeiten wir stationär in der Werkstatt“, so Firmenchef Burkhard Okel. „Aber für kleinere Mengen oder spezielle Maße vor Ort auf der Baustelle können wir so ein Gerät schon gebrauchen.“

So sieht es auch Bauleiter Rohr, der ohnehin nur Gutes über das Werkzeug zu berichten hat: „Die Handhabung ist sehr einfach und die Maschine hat einwandfrei funktioniert“. Die Frästiefe lässt sich mit dem Gipskartonfräser MF-GF 90 bis zu 12,5 mm stufenlos justieren. Das ist insbesondere bei der Arbeit mit Trockenbauplatten ein sehr wichtiger Punkt. Bei Okel wird die MF 26 cc regelmäßig für Abkastungen eingesetzt, „für indirekte Beleuchtung, verdeckte Lüftungen – da muss man es genauso machen können, wie der Architekt oder der Bauherr das haben will“, erklärt Burkhard Rohr. Die mobile Fräse erweist sich bei diesen Arbeiten als sehr nützlich, wenn man Kantenschutzschienen einsparen will, denn: „Kantenschutz ist aufwendig. Der muss zwei bis dreimal gespachtelt werden.“

Exakte Einstellungsmöglichkeiten

Um das zu vermeiden, werden die Trockenbauplatten mit V-Nuten versehen; dafür muss die Tiefenjustierung ganz exakt sein, „damit man die Kaschierung nicht durchschneidet – und das kann man mit der Maschine ja auf einen Zehntelmillimeter genau einstellen“, lobt der Bauleiter. „Man erhält so immer die Schnitttiefe, die man haben will. Das ist optimal.“

Der Werkzeugwechsel ist auch „schnell gemacht“, wenn man zum Beispiel die mitgelieferte Schlitzeinheit MF-SE 3 mit einem Dreifachblatt aufsetzt, mit der sich Längsschnitte für Rundungen ausführen lassen. Die Multifräse kann man auch zur Tauchsäge umrüsten; für verschiedene Materialien gibt es die entsprechenden Sägeblätter mit einer maximalen Schnitttiefe von 26 mm. Mit dem Verstellnuter lassen sich Schnitte in Holz- und Schichtstoffplatten ebenso tief ausführen, die Breite der Nut kann der Handwerker dabei von 14,4 bis 25 mm variieren.

Robuste Hülle, leistungsfähige Absaugvorrichtung

Der Gipskartonfräser kam bei den Okel-Mitarbeitern nicht nur wegen seiner Genauigkeit gut an: Sehr praktisch fanden es die Handwerker, dass die Klingen drei geschärfte Kanten besitzen, also zweimal einfach um eine Feststellschraube gedreht werden können, bevor sie ausgetauscht werden müssen. Bezüglich der Robustheit der Maschine gab es nach zwei Monaten im Einsatz keine Klagen, und mit der Absaugvorrichtung ist Burkhard Rohr ebenfalls sehr zufrieden. Gegenüber einer Oberfräse entwickelt die Multifräse nämlich deutlich weniger Staub bei der Arbeit und hinterlässt eine nahezu staubfreie Nut. Zudem, wird die Oberfläche der Platten bei der Bearbeitung mechanisch weniger beansprucht. Die mitgelieferte Führungsschiene sorgt für genaue Schnitte auf 1,6 m Länge, und wenn das zu kurz ist, lässt sich noch ein 80-cm-Adapter draufsetzen. Insgesamt reichte der Ausrüstungsumfang den Handwerkern auf der Baustelle voll aus.

Es gibt keine Nachteile

Das Gewicht von 5 kg fand keine besondere Erwähnung: nicht superleicht aber bestimmt auch nicht zu schwer, dass es sich auf Dauer negativ in der Handhabung bemerkbar gemacht hätte – einfach „so ähnlich wie eine Handkreissäge“. Noch was? Irgendwelche Nachteile? Mehr als „Es gibt keine“ fällt dem Ausbauprofi dazu nicht ein. Der Hersteller kann sich also über eine rundweg positive Schlussbewertung freuen: „So eine mobile Fräse können wir auf jeden Fall gebrauchen, das ist ’ne feine Sache.“

Autor:
Von Marvin Klostermeier

Von Marvin Klostermeier

Im Internet finden Sie einen Film zu unserem Werkzeugtest sowie einen Prospekt des Herstellers mit technischen Daten und Anwendungsinfos. Geben Sie hierzu bitte den Webcode in die Suchleiste ein.

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dach+holzbau 8.2013

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