Drainage für Thüringer Travertin

Das Deutsche Nationaltheater mit seiner Fassade aus Thüringer Travertin ist zusammen mit dem Goethe-Schiller-Denkmal ein Wahrzeichen Weimars. Wenig repräsentativ war hingegen lange Zeit der Bühneneingang des Theaters – der schadhafte Belag musste komplett saniert werden.

Der dort zu DDR-Zeiten verarbeitete Betonwerkstein war an vielen Stellen gerissen und lag teilweise lose; zahlreiche Reparaturversuche scheiterten. Bei der Auswahl des neuen Belags diente die 100 Jahre alte Fassade des Theaters als Vorlage: Auch auf Podest und Stufen sollte Thüringer Travertin verarbeitet werden.

Allerdings wollte der Handwerker, Manfred Hauschild aus Weimar diesen hochwertigen Stein auf keinen Fall direkt im Mörtelbett verlegen. „Thüringer Travertin ist ein poröser Kalkstein, der besonders viel Feuchtigkeit aufnimmt. Deshalb war es hier extrem wichtig, dass das Wasser schnell abgeführt wird, um Schäden zu vermeiden.“

Für die Verlegung von Naturstein setzen sich Drain- oder Einkornmörtel zunehmend durch, weil sie das Sickerwasser schnell von oben nach unten ableiten und der Stein nicht unnötig lange mit Wasser belastet wird. Allerdings empfehlen Experten, zusätzlich eine kapillarpassive Drainagematte unter dem Drainmörtel zu verlegen. Denn Einkornmörtel führt das Wasser zwar schnell von oben nach unten ab, eine Untersuchung der Materialprüfanstalt Darmstadt zeigt jedoch, dass er alleine kapillaraktiv ist.

Manfred Hauschild schlug daher dem Bauherren Produkte von Gutjahr vor: die Flächendrainage AquaDrain EK für die Podestflächen und die Stufendrainage AquaDrain SD für die Außentreppe. Beide Systeme stelzen den Belag komplett auf. Gleichzeitig kann Stauwasser auf der Abdichtung nicht mehr zurück in die Belagskonstruktion, um Schäden anzurichten. Außerdem trocknet der Belag durch die Hinterlüftung schneller ab. Beide Systeme haben ein Spezialgittergewebe als Abdeckung, das dauerhaft wasserdurchlässig bleibt.

Aufgrund der Türanschlusshöhe des Bühneneingangs war zudem eine Konstruktionshöhe bis etwa 65 mm vorgegeben – inklusive des 30 mm dicken Travertins. Das heißt, für Drainage und Drainmörtel blieben nur noch gut 30 mm übrig. Ein zementärer Drainmörtel, der mindestens 50 mm Schichtdicke benötigt, schied damit aus. Deshalb kam auch hier eine Lösung von Gutjahr zum Einsatz: MorTecDrain, ein Drainmörtel auf Epoxidharzbasis. Er lässt sich bereits ab einer Schichtdicke von 25 mm – also der Hälfte des zementären Einkornmörtels – verarbeiten.

Drainagesysteme stelzen Treppenbelag komplett auf, damit das Wasser schneller abließen kann

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