Sicherheitsschuhe

Das Eindringen von scharfen oder spitzen Gegenständen wie Nägeln oder Holzsplittern in den Schuh stellt auf Baustellen ein Verletzungsrisiko dar. Wer etwa als Maurer, Zimmermann oder Maler dort arbeitet, muss daher Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S3 tragen.

Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S3 bieten Handwerkern einen wirksamen Schutz vor Verletzungen. Sie können gefährlichen Unfällen vorbeugen und sind auf den Einsatz in Baustellen oder unter freiem Himmel zugeschnitten. Sie müssen in jedem Fall mit Zehenschutzkappen und durchtrittsicheren Zwischensohlen ausgestattet sein. Das schreibt die europaweit verbindliche Norm EN ISO 20345 vor. Zusätzlich gehören eine profilierte, rutschsichere Laufsohle und bedingte Wasserdichtigkeit zur Standardausstattung. Wasserdichtigkeit bedeutet, dass das Material zumindest für 60 Minuten den permanenten Kontakt mit Feuchtigkeit von außen erlaubt, ohne dass das Schuhinnere nass wird. Die Komponenten eines Sicherheitsschuhs können dabei unterschiedlich gefertigt sein, unterscheiden sich jedoch zumeist nicht in ihrer Wirkungsweise. So beugen Zehenschutzkappen aus Kunststoff oder Stahl schmerzhaften Quetschungen am Vorderfuß vor; Zwischensohlen aus hochwertigen Textilfasern oder Stahl bieten dagegen zuverlässigen Durchtrittschutz. Für Arbeiten auf dem Bau, wo es für gewöhnlich rauer zugeht, empfehlen sich allerdings Zehenschutzkappen und durchtrittsichere Zwischensohlen aus Stahl. Das Material ist im Praxiseinsatz schlichtweg widerstandsfähiger.

 

Fester Stand auf dem Dach

Rutsch- und Sturzunfälle stehen auf der Liste der häufigsten Todesursachen am Bau ganz oben. Für einen Zimmermann kommt es deshalb auch darauf an, beispielsweise beim Errichten einer Dachkonstruktion, einen sicheren Stand zu haben. Laufsohlen aus Gummi und Polyurethan bieten hier eine erhöhte Rutschfestigkeit und vermindern so – als Ergänzung zur Absturzsicherung – das Risiko, in luftiger Höhe auszurutschen und vom Dach zu fallen. Zusätzlich müssen die Sicherheitsschuhe für den Einsatz bei Wind und Wetter geeignet sein. Daher kommt es auf Obermaterialien an, die besonders widerstandsfähig und wasserabweisend sind. Und wer bei sommerlichen Temperaturen ans Werk gehen muss, genießt ein angenehmeres Tragegefühl, wenn seine Sicherheitsschuhe mit einer Klimamembran ausgestattet sind. Diese erlaubt eine Luftzirkulation und transportiert Schweiß nach außen ab. Zugleich schützt sie vor eindringender Feuchtigkeit, etwa beim Tritt in Pfützen. Hochwertige Modelle wie der Lowa Colorado Work GTX von Elten sind daher mit einer modernen Gore-Tex-Membran ausgestattet.

 

Schutz vor aggressiven Baustoffen

Auch die Sicherheitsschuhe eines Maurers müssen viel aushalten. Sie kommen dort zum Einsatz, wo es besonders rau zugeht. Kalk, spritzender Zement und raue Steine greifen den Sicherheitsschuh besonders an – und beschleunigen seinen Verschleiß. Ist der Schuh kaputt, muss er ausgetauscht werden. So entstehen Kosten, die sich mit dem richtigen Schuhwerk reduzieren lassen. Denn: Robuste Obermaterialien wie Vollrindleder sind schmutzabweisend, leichter zu reinigen und erhöhen die Lebenszeit eines Sicherheitsschuhs.

 

Bösen Fehltritten vorbeugen

Wer als Maurer arbeitet, kennt die Verletzungsgefahren am Bau. Schnell ist es passiert: Man leistet sich auf Lehm, Sand oder extrem trockenem Boden einen Fehltritt, rutscht aus und knickt böse um. Die Folge sind schmerzhafte Verletzungen an Bändern und Sprunggelenken, die im schlimmsten Fall zu langen Ausfallzeiten führen. Moderne Sicherheitsschuhe wie der Renzo Biomex ESD sind daher mit einem Umknickschutz ausgestattet, der Ferse und Fußgelenk umschließt und das Sprunggelenk stabilisiert. Zugleich sorgt eine Manschette aus leichtem Kunststoff dafür, dass man sich weiterhin flexibel bewegen kann – sie bewegt sich beim Gehen und Knien über zwei Drehpunkte mit und behindert daher die natürlichen Bewegungsabläufe nicht.

 

Malerschuhe für langes Stehen

Maler unterdessen verharren bei ihrer Arbeit häufig in einer Position. Sie stehen oder knien dann über einen längeren Zeitraum, ohne sich viel von der Stelle zu bewegen. Nach einem langen Arbeitstag können sich daher am Fuß schmerzhafte Druckstellen bilden oder übermäßige Ermüdungserscheinungen einstellen. Was viele Beschäftigte nicht wissen: Mit dem richtigen Schuh kann man diesen Beschwerden vorbeugen. Modelle mit bequemer Passform und geringem Gewicht erhöhen den Tragekomfort – erst recht, wenn der Sicherheitsschuh über viele Stunden am Fuß sitzen muss. Mittlerweile gibt es viele sportliche und leichte Modelle, die den Eindruck vermitteln, bei der Arbeit einen Freizeitschuh zu tragen – und das eben nicht nur optisch, sondern auch vom Tragegefühl her.

 

Besonders leicht zu reinigen

Wer wie Maler täglich mit Farben, Lacken und Lösungsmitteln arbeitet, weiß: Das Obermaterial darf im Kontakt mit aggressiven Substanzen nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Landen Farb- oder Lackspritzer auf dem Schuh, sollte er überdies leicht zu reinigen sein. Modelle wie der L10 Painter sind zudem mit einer Laufsohle ausgestattet, die abriebfest, öl- und kraftstoffbeständig ist.

Für fast jede Tätigkeit am Bau findet sich heute ein passgenauer Sicherheitsschuh, der in Funktion und Material auf die Besonderheiten eines Gewerks zugeschnitten ist. Hersteller wie Elten bieten auf ihrer Homepage sogar spezielle Schuhfinder an, die bei der Auswahl des richtigen Modells helfen. Wer heute also noch über zu schwere und klobige Sicherheitsschuhe klagt, sollte schleunigst den nächsten Fachhändler aufsuchen oder bequem im Internet nach einem neuen Fußschutz Ausschau halten.

 

Autor

Björn Mende ist als Fachjournalist bei der Agentur für strategische Kommunikation document 1 in Goch tätig.

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