Vor die Wand geklebt

Beim Neubau eines Motel One in Dresden wurde das Illbruck Vorwandmontage-System eingesetzt, das die Fenster in der zweischaligen Konstruktion bauphysikalisch ideal in einer Ebene mit der Wärmedämmung platziert. Die so montierten Fenster weisen vergleichbare Schallschutzwerte auf, wie konventionell eingebaute.

Die städtebauliche Planung für das Zwingerforum stammt aus dem Jahr 1991. Für die Fassade wurde 2010 ein separater Wettbewerb ausgeschrieben, der zu der Beauftragung  des Dresdener Architekturbüros Knerer und Lang führte. Die Fassade des Hotel- und Bürogebäudes ist klassisch in drei Zonen gegliedert: Sockelgeschoss, Mittelteil und Dachgesims. Der Sockel besitzt eine zweigeschossige Arkade. Die Lochfassade darüber ist durch gekippte Ziegelwandschäfte und horizontale Bänder strukturiert, die ihr eine lebendige Wirkung verleihen.

Der Neubau besteht aus zwei Teilen: Im langen Riegel, der den Postplatz schließt, befindet sich ein Hotel mit 288 Zimmern, im kürzeren Gebäudeteil sind Büros untergebracht. Die Fenster, die zum Teil mit Sonnenschutzglas ausgeführt sind, wurden in eleganten stehenden, zweigeteilten Formaten gewählt – aus Aluminium für die Büros und aus Kunststoff mit Aluminiumdeckschalen für das Hotel.

Die mit dem Einbau der Fenster im Hotel beauftragte Firma Schreinerei & Metallbau Wagner GmbH aus Niederwürschnitz schlug zur zeitgemäßen Befestigung das neue Illbruck Vorwandmontage-System vor, das sich insbesondere für zweischalige Lochfassaden eignet. Neben der guten Wärmedämmung und dem ausgezeichneten Schallschutz überzeugt es durch schnelle, einfache Verarbeitung und ökologischen Mehrwert. Der Clou am System: Die Abtragung der Lasten durch die Fenster, die vor der Wand montiert sind, erfolgt ausschließlich über einen Spezialkleber.

Ausgeklügelter Aufbau

Im ersten Schritt wurden die Dreieckszargen aus Recyclingwerkstoff, die Illbruck PR007 Fenstermontagezargen (λ = 0,07 W/mK), um die Fensteröffnung geklebt. Die Anschlussfugen zwischen Fenster und Zarge haben die Handwerker mit dem Multifunktions-Dichtungsband Illbruck TP652 illmod trioplex+ abgedichtet, das sich sowohl für die passivhausgerechte Abdichtung als auch für die speziellen Anforderungen von Neubauten und Sanierungen eignet. Mit wenigen Handgriffen ist bereits die Abdichtung des Fensters nach RAL – mit den drei Abdichtungsebenen innen, Mitte und außen – vollständig, bevor überhaupt das Wärmedämmverbundsystem oder die zweite Schale montiert wird. „Das bedeutet deutlich mehr Sicherheit vor Mängeln im Bauanschluss“, fasst Karsten Vogel, Bauleiter bei der Schreinerei & Metallbau Wagner GmbH, seine Erfahrung zusammen.

Das Illbruck Vorwandmontage-System ermöglicht die Befestigung und die Abdichtung des Fensters in einem Arbeitsschritt. Es bietet dem Fenstermonteur eine gerade Laibung, wie er sie kennt. Distanzklötze sind nicht notwendig, was die Montage zusätzlich vereinfacht. Es entstehen klar definierte, planbare Abdichtungsebenen, die fachgerecht ausgeführt werden können. Auch bei einer späteren Sanierung ist diese Lösung hilfreich: Die Fenster lassen sich austauschen, ohne die Wandkonstruktion zu zerstören. Vogel schätzt, dass er für den Fenstereinbau jetzt nur noch ein Viertel der Zeit braucht. Dazu trägt vor allem die perfekte Klebung bei, insbesondere am Motel One, wo die Brüstungen laut Vogel nur 8 cm dick waren. „Da hält ohnehin keine Schraube“, kommentiert der Fensterbauer. Auch die Bauherren, als Bauträger naturgemäß neuen Lösungen gegenüber etwas skeptisch, überzeugte eine Mustermontage sofort.

Zertifiziert und passivhaustauglich

Der Isothermenverlauf ist optimal, weil das Fenster, wie vom Passivhaus Institut Darmstadt empfohlen, wärmebrückenfrei in der Dämmebene sitzt.

Beim Schallschutz erreicht das Gesamtsystem den Referenzwert von 43 dB. Das entspricht dem gegenwärtig maximal möglichen Schallschutz von vor der Wand montierten Fenstern.

Autorin

Dipl.-Ing. Dagmar Ruhnau ist bei der PR-Agentur pro publica in Filderstadt als Fachjournalistin tätig.

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