Advertorial / Anzeige

Der SiGeKo ist kein Baustellenpolizist
Warum Handwerksbetriebe von guter Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination profitieren

Auf Baustellen entstehen viele Risiken nicht im einzelnen Gewerk, sondern an den Schnittstellen. Gerüstbauer, Dachdecker, Elektriker, Trockenbauer, Maler, Bodenleger, Abbruchunternehmen und Haustechnik greifen in denselben Bauablauf ein. Verkehrswege verändern sich, Öffnungen entstehen, Material wird zwischengelagert und Arbeiten laufen plötzlich gleichzeitig. Genau hier wird die Arbeit des Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinators, kurz SiGeKo, für Handwerksbetriebe praktisch relevant.

Der SiGeKo übernimmt nicht die Verantwortung der ausführenden Unternehmen. Jeder Betrieb bleibt für seine Beschäftigten, Arbeitsmittel, Unterweisungen, persönliche Schutzausrüstung und Gefährdungsbeurteilung verantwortlich. Die Leistung des SiGeKo liegt in der gewerkeübergreifenden Koordination: Er erkennt Schnittstellen, führt Informationen zusammen, achtet auf den Bauablauf und stößt die Nachverfolgung sicherheitsrelevanter Maßnahmen an.

Für Handwerksbetriebe bedeutet das vor allem mehr Klarheit. Vor Arbeitsbeginn sollte bekannt sein, welche Zugänge genutzt werden, welche Bereiche gesperrt sind, welche Schutzmaßnahmen gelten, welche anderen Gewerke gleichzeitig tätig sind und welche Freigaben benötigt werden. Das betrifft zum Beispiel Gerüste, Absturzstellen, Kraneinsatz, Baustrom, Verkehrswege, Staub, Lärm, Gefahrstoffe, Rückbauarbeiten und Bauen im Bestand.

Wichtig ist auch die Rückmeldung aus der Ausführung. Der SiGeKo sieht nicht jeden Handgriff. Wenn sich vor Ort etwas ändert, muss diese Information wieder in die Koordination zurück. Typische Fälle sind beschädigte Absturzsicherungen, verstellte Verkehrswege, ungeplante Öffnungen, fehlende Gerüstfreigaben, unbekannte Baustoffe, Staubentwicklung, blockierte Rettungswege oder Tätigkeiten, die anders laufen als geplant.

Eine gute Meldung muss nicht lang sein. Sie sollte beantworten: Was wurde wo festgestellt? Welche Tätigkeit ist betroffen? Welche Gefahr oder welcher Prüfbedarf besteht? Was wurde sofort getan? Wer muss entscheiden? Damit kann der SiGeKo den Sachverhalt in Besprechung, Protokoll oder Nachverfolgung aufnehmen.

Auch Dokumentation hilft den Betrieben. Wenn ein Bereich gesperrt wird, eine Freigabe fehlt oder ein Arbeitsverfahren angepasst werden muss, sollte nachvollziehbar sein, warum. Das erleichtert Abstimmung, Nachträge und spätere Klärungen. Gute Dokumentation ist knapp: Ort, Feststellung, Prüfbedarf oder Gefährdung, Maßnahme, Verantwortlicher, Frist und Nachweis.

Für Handwerksbetriebe ist der SiGeKo deshalb kein Gegner, sondern ein Schnittstellenpartner. Wer früh kommuniziert, Änderungen meldet und die eigene Verantwortung sauber wahrnimmt, profitiert von klareren Abläufen und weniger Improvisation. Es geht nicht um zusätzliche Bürokratie, sondern darum, sicher ausführen zu können und zu wissen, was noch geklärt werden muss.

Buchtipp: Donato Muro hat mit „SiGeKo - Planung, Koordination und Baustellenpraxis“ ein dreibändiges Fachwerk veröffentlicht. Band 1 behandelt Rolle, Recht, Planung, Ausführung, Kommunikation und Haftung. Band 2 ist als technischer Gefährdungs- und Maßnahmenatlas aufgebaut. Band 3 ergänzt das Werk um Bauen im Bestand, Rückbau und kontaminierte Bereiche.

Weitere Informationen: https://sicherheitsingenieur.nrw/sigeko-standardwerk/

x