So stellt man mit Putz eine Bretterwand-Optik her

Oberputze auf Wandflächen im Innen- oder Außenbereich können in Brettoptik frei gestaltet nachgestellt werden, um Putzflächen zu veredeln. Mit dieser Gestaltungstechnik werden komplette Wandflächen oder auch nur Teilbereiche strukturiert, um optische Akzente zu setzen.

Gegebenenfalls sollte vor Beginn der eigentlichen Arbeiten eine Haft­brücke aufgetragen werden. Dann wird das gewählte Putzsystem mit Kelle und Traufel auf die zu beschichtende Fläche aufge­tragen. Hier wurde Baumit „Multi5“ verwendet, ein kunststoffvergüteter mineralischer Mörtel (Körnung 1,2 mm), der in einer Schichtdicke von etwa 8 mm aufgetragen wird. Anschließend wird die Fläche mit der Kelle eingedrückt und mit der Traufel leicht geebnet.

Dann werden die „Bretterfugen“ mit der Trapezlatte in die Putzschicht eingedrückt und mit der Lanzette frei Hand nachgezogen. Unmittelbar danach sollte man den noch feuchten Putz weiter bearbeiten. Hierfür strukturiert man mit einem Stück Draht oder einem eigens dafür erstellten Werkzeug – einem Putzkamm – den Putz durch vorsichtiges Kämmen an der Oberfläche. Scharfe Kanten werden durch leichtes Überstreichen mit einem angefeuchteten Pinsel eingeebnet. Je nach Anwendungsgebiet (innen oder außen) wird die Oberfläche anschließend beschichtet. Mineralische Außenputze sollten gegebenenfalls mit entsprechender Grundierung vorbehandelt und zweimal (Grund- und Schlussanstrich) mit einer Systemgerechten Fassadenfarbe beschichtet werden. Im Beispiel wurde die grundbeschichtete Oberfläche mit einer verarbeitungsfertigen Baumit Lasur im Farbton  „Gentle“ beschichtet. Überschüssige Farbe trägt man im Anschluss mit einem trockenen Pinsel oder einem Schwamm wieder ab. Je nach gewünschter Farbintensität kann dieser Vorgang wiederholt werden. Die Farbintensität beurteilt man am besten nach dem Abtrocknen des ersten Lasurauftrags (mindestens
12 Stunden).

Autor

Mario Filser ist Anwendungstechniker bei der Baumit GmbH in Bad Hindelang.

Tipp 1

Zur Auswahl und Beurteilung empfiehlt es sich, eine individuell Musterfläche anzulegen.

Tipp 2

Unterschiedlich verzerrte Vertiefungen entstehen durch nicht Richtungsorientiertes Arbeiten beim Ebnen.

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