Dicke Ziegelmauern für das Berliner Schloss

Um die 22 500 m2 großen historischen Fassaden des Berliner Schlosses rekonstruieren zu können, werden über drei Millionen Ziegel benötigt. Um die dicken Ziegelwände zu mauern, greifen die Mitarbeiter des Bamberger Natursteinwerks Hermann Graser auf Trasskalkmörtel der Schwenk Putztechnik zurück.

Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses ist eine der bedeutendsten Baustellen der Gegenwart. Schließlich geht es darum, eines der wichtigsten barocken Gebäude deutscher Geschichte wiederherzustellen. Das 1443 errichtete und später mehrmals erweiterte Berliner Schloss war im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe der Alliierten stark beschädigt worden. Endgültig zerstört wurde es allerdings erst durch die Sprengung, die die Führung der DDR 1950 angeordnet hatte.

2002 fasste der Deutsche Bundestag einen Grundsatzbeschluss zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses. Demzufolge soll der letzte barocke Erweiterungsbau des Berliner Schlosses unter Kurfürst Friedrich III., dem späteren König Friedrich I. von Preußen, rekonstruiert werden. Der Bau war zwischen 1699 und 1726 nach Entwürfen von Andreas Schlüter und Johann Friedrich Eosander Freiherr von Göthe entstanden.

2008 gewann das Architekturbüro Franco Stella aus Vicenza den internationalen Architekturwettbewerb. Der Entwurf von Stella verbindet die Wiederherstellung der historischen Mitte Berlins mit dem Konzept des „Humboldt-Forums“, das Wissenschaft, Kultur und gesellschaftlichen Austausch unter einem Dach vereint. Die Entwicklung der historischen Fassaden übernahm das Berliner Büro Stuhlemmer Architekten, die Bauleitung liegt in Händen des Hamburger Büros gmp – von Gerkan, Marg und Partner.

Drei Millionen Ziegel für die historischen Fassaden

Bauherr des Berliner Schlosses ist die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum. Die Gesamtbaukosten sind mit derzeit 590 Millionen Euro kalkuliert. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2019 geplant. 11 400 m2 Fassadenfläche werden aus Betonfertigteilen zeitgenössisch ausgeführt. Die Fläche der rekonstruierten Fassaden ist mit 22 500 m2 doppelt so groß. Dafür werden über drei Millionen Ziegel und mehr als 9000 m3 Natursandstein benötigt. Für die unter anderem mit diesen Arbeiten betraute Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH ist der Auftrag am Berliner Schloss eine Mammutaufgabe. Das Team um Bauleiter Martin Hohn ist rund um die Uhr im Einsatz. Neben den Mauerwerksleistungen erbringen die Spezialisten auch 2400 m3 an hochwertigen Steinmetzarbeiten, zum Beispiel für skulpturalen Schmuck, Fenster­gewände, Gesimse und Säulen. Zum Auftrag zählen 600 vollständig ausgearbeitete Bildhauerwerkstücke, darunter 42 Wappenschilder mit Kronen, 78 Widderköpfe, 41 Adler mit Flügelspannweiten von bis zu 2,70 m, sowie 44 stilisierte Opferstierköpfe.

„Bei einem Großprojekt dieser Dimension muss man sich zu 100 Prozent auf die Materialien verlassen können. Das Gleiche gilt für die Zuverlässigkeit der Partner“, sagt Herman Graser junior Geschäftsführer des Bamberger Natursteinwerks. Für das Mauerwerk der Rücklagenfassaden der Nord- und Südseite des Berliner Schlosses sowie die Portale I und V als Zugang zum weltberühmten Schlüterhof verlässt sich Graser auf den Trasskalkmörtel „TM 5 HS“ der Schwenk Putztechnik. Um die historischen Barockfassaden detailgetreu nachzubilden, wird vor dem bereits erstellten und mit Mineralwolle gedämmt Betonbau jeweils eine komplette Mauerziegelwand als Vorsatzschale hochgezogen, die mit den Natursteinornamenten durchzogen ist und anschließend verputzt wird. „Mit dem Trasskalkmörtel ‚TM 5 HS‘ der Schwenk Putztechnik können wir besonders effizient und vor allem auch besonders hochwertig arbeiten“, sagt Hermann Graser. Durch seine besonderen technischen Eigenschaften verhindert der Trasskalkmörtel ein Ausblühen der Ziegelsteine. „Das ist ein ganz entscheidender Vorteil“, so Graser. Nicht nur er, sondern auch der verantwortliche Fachbauleiter Martin Hohn ist zufrieden. „Der ‚TM 5 HS‘ lässt sich wie ein ganz normaler Mörtel verarbeiten und hält auch sehr gut, wenn wir Bewehrungen oder Gelenkanker mit einmauern. Auf der Baustelle klappt alles reibungslos“, so Hohn, der mit einem bis zu 40-köpfigen Team täglich am Wiederaufbau des Berliner Schlosses arbeitet.

Flexibilität und Zuverlässigkeit

Neben der einwandfreien Materialgüte waren auch die hohe Lieferfähigkeit und speziell die Flexibilität bei der Anlieferung weitere wichtige Kriterien für die Auftragsvergabe. Da kam es den Handwerkern sehr entgegen, dass die Putzspezialisten den geforderten Trasskalkmörtel in ihrem Werk in Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt just in time herstellen und immer dann flexibel nachliefern können, wenn eines der sechs Silos auf der Großbaustelle in Berlin nachgefüllt werden muss. Dies war im Sommer vergangenen Jahres durchschnittlich ein bis zweimal in der Woche der Fall. Bis zum Abschluss der Mauerwerksarbeiten werden insgesamt mehr als 3000 Tonnen an „TM 5 HS“ verbaut werden. „Für uns ist dies natürlich auch eine logistische Herausforderung, denn an einigen Tagen sind die Zeitfenster für die Materialanlieferung auf der Baustelle sehr knapp. Da kann es schon einmal vorkommen, dass die Zufahrten nur von 7 bis 9 Uhr in der Früh offen sind. Für einen Lieferanten aus dem Süden mit mehreren hundert Kilometern Anfahrt wäre das über den Projektzeitraum von mehr als zwei Jahren gar nicht sinnvoll zu bewerkstelligen“, sagt Thomas Hader, verantwortlicher Projektleiter bei der Schwenk Putztechnik.

Die Zuverlässigkeit der Schwenk Putztechnik schätzt auch Stefan Mally, Geschäftsführer der Philipp May Baustoffe GmbH aus Bamberg, über die die Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH die Baustoffe bezieht: „Egal, ob Trasskalkmörtel von der Schwenk Putztechnik oder die Blockziegel vom Ziegelwerk Eder in Freital: Es klappt wirklich alles wie am Schnürchen und man sieht, dass bei diesem Projekt wirklich Profis Hand in Hand arbeiten.“

Autor
Ingo Jensen ist Agenturchef der Jensen media GmbH in Memmingen. Er betreut die quick-mix Putztechnik GmbH & Co. KG im Rahmen umfangreicher PR-Projekte.
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