Geld sparen beim Geschäftskonto

Die Gebühren von Geschäftskonten unterscheiden sich stark: Wer gut vergleicht, kann einige hundert Euro im Jahr sparen. Besonders günstige Konditionen erhalten Handwerker bei Direktbanken – auf einen Ansprechpartner vor Ort müssen sie dann allerdings verzichten.

Ein Geschäftskonto bietet viele Vorteile: Mit seiner Hilfe lassen sich geschäftliche und private Finanzen trennen, das Finanzamt erhält bei Prüfungen keinen Einblick in die private Finanzlage und seinen Kunden kann man das bequeme Lastschriftverfahren anbieten. Allerdings kostet ein Geschäftskonto – anders als immer mehr private Girokonten – in der Regel auch Geld. Da sich die Angebote jedoch enorm unterscheiden, können Handwerker mit einem Vergleich der Konditionen viel Geld einsparen.

Direktbank oder Filialbank?

Vor dem Gebührencheck steht eine grundsätzliche Entscheidung: Wer persönliche Beratung durch einen Ansprechpartner vor Ort wünscht, für den kommen in der Regel nur die teureren Filialbanken, wie Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken oder Post-, Commerz- und Deutsche Bank in Frage. Derjenige, dem eine Beratung per Telefon und Internet ausreicht und der überwiegend standardisierte Zahlungsvorgänge durchführt, kann sich für ein günstigeres Konto bei Direktbanken wie der DAB Bank oder der Agrarbank entscheiden. Diese beiden liegen auch beim Vergleich der Konditionen von 23 führenden Banken durch das Unternehmerportal Finanzchef24 vorn.

Musterrechnung für einen Handwerksbetrieb

Ein Vergleich für einen Beispiel-Handwerksbetrieb, Rechtsform Einzelunternehmen, mit einem monatlichen Geldeingang von 3000 Euro, einem durchschnittlichen Kontostand von 5000 Euro und 30 beleglosen Buchungen (zum Beispiel Online-Überweisungen) pro Monat zeigt, dass sich durch die geschickte Wahl des Geschäftskontos einige hundert Euro pro Jahr sparen lassen. So bringt ein Konto bei der DAB Bank einen Ertrag von 20 Euro im Jahr, das der Agrarbank immerhin noch 4,56 Euro. Die Verzinsung von rund einem halben Prozent überkompensiert in diesem Fall die ohnehin geringen Gebühren der Direktbanken.

Bei allen übrigen Konten steht unter dem Strich ein Minus. Ein Konto für den Muster-Handwerksbetrieb würde bei der Commerzbank beispielsweise 152,60 Euro jährlich kosten, bei der Deutschen Bank 154,80 Euro und bei der Postbank 170,40 Euro. Kontoführungs-, Kreditkarten- und Buchungsgebühren summieren sich zu diesen stolzen Summen. Und die Schere zwischen Direkt- und Filialbanken klafft noch weiter auseinander, wenn man mehr Buchungen vornimmt oder mehr Geld auf dem Konto liegt. Denn die Großbanken verzinsen Guthaben auf Geschäftskonten gar nicht oder erst ab einer großen Summe, so dass für Kleinunternehmer am Ende nur die Gebühren übrig bleiben. Wermutstropfen für manche Handwerker: Die DAB Bank bietet ihr Konto nicht für Betriebe mit der Rechtsform UG oder GmbH an.

Vorsicht bei beleghaften Buchungen

Von Nachteil ist eine Direktbank dagegen, wenn man viele beleghafte Buchungen vornehmen muss. Dies sind beispielsweise Einzahlungen am Bankschalter, Überweisungen per Papierformular oder Scheckeinreichungen. Diese bei einer Direktbank vorzunehmen, ist erstens schwer bis langwierig, da es meist keine Filiale in der Nähe gibt. Zweitens sind sie etwa bei der DAB Bank mit zwei Euro sehr teuer. Wer auf die beleghaften Buchungen angewiesen ist, sollte ihren Preis besonders gut vergleichen, denn sie schwanken zwischen 13 Cent und 2 Euro, liegen im Schnitt aber bei rund einem Euro.

Wenn Sie das günstigste Konto für Ihren Betrieb herausfinden wollen, können Sie jederzeit online nachrechnen unter www.finanzchef24.de

Autor

Nils Beste ist Pressereferent des Unternehmerportals Finanzchef24 in München.

Durch geschickte Kontowahl lassen sich einige hundert Euro pro Jahr sparen

Nachgerechnet

Zum Download finden Sie hier als pdfs Beispielrechnungen für zwei Musterbetriebe über Kosten und Erträge von Geschäftskonten sowie eine detaillierte Tabelle mit aktuellen Geschäftskontoangeboten verschiedener Banken.

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