Befestigen von Holzbauteilen auf Beton mit Schraubankern

Holz auf Beton

Für die Befestigung von Holzbauteilen auf Beton gibt es zahlreiche, teils sehr arbeitsintensive Möglichkeiten. Eine einfache Lösung ist die Montage mit Schraubankern. Diese werden in Durchsteckmontage in ein Bohrloch gedreht und bilden eine formschlüssige, sofort tragfähige Verbindung.

Die dafür erforderlichen Arbeitsschritte werden hier am Beispiel des Schwellenankers Multimonti-Timberconnect (MMS-TC) von Heco erläutert. Der Schwellenanker kombiniert ein Betongewinde mit einem Unterkopf-Holzgewinde. Dadurch lässt er sich wie eine Schraube randnah, ohne Drehmomentvorgabe und ohne Aushärtezeiten verarbeiten. Gleichzeitig erlaubt er hohe Belastungswerte.

Welche Bohrlochtiefe, welcher Anker?

Vor der Montage wird die Dicke des Holzbauteils ermittelt. Sie bestimmt zusammen mit der Lastbeanspruchung die erforderliche Länge des Schwellenankers, den Bohrernenndurchmesser, die Bohrtiefe sowie den Antrieb. Die genannten Parameter kann der Handwerker zulassungskonform den Montagekennwerten des Beipackzettels entnehmen.

Dort findet er auch Angaben zur Verankerungstiefe. Diese ist Voraussetzung dafür, dass die beiden Gewinde des Ankers nach dem Eindrehen mit dem Übergang des Holzbauteils zum Beton übereinstimmen. Daher wird die MMS-TC stets mit einem Setzwerkzeug verschraubt. Je nach Dicke des Anbauteils stellt man die Verankerungstiefe mit dem Markierungsring auf der Skala des Setzwerkzeugs ein. Dieser Wert entspricht der Anbauteildicke in Zentimeter. Wichtig: Die Verankerungs- und Bohrtiefe sind nicht identisch. Letztere liegt stets 10 mm tiefer als die geforderte Setztiefe.


Bohren und Reinigen

Beim Vorbohren ist der Bohrdurchmesser in Holz und Beton identisch; ein Bohrerwechsel ist also nicht notwendig. Der Bohrernenndurchmesser muss stets kleiner als der Durchmesser der MMS-TC gewählt werden, damit sich die Gewindegänge des Schwellenankers in die Werkstoffe Holz und Beton einschneiden können und eine formschlüssige Verbindung entsteht. Für die darauffolgende Montage ist es wichtig, das Bohrmehl sorgfältig zu entfernen. Im Falle der MMS-TC genügt es, das Bohrloch auszublasen oder mit dem Bohrer gründlich zu lüften. Danach ist es montagefertig.

Schnelle Durchsteckmontage

Im nächsten Schritt erfolgt die Verschraubung in Durchsteckmontage. Hierfür wird das Setzwerkzeug auf den Tangentialschrauber aufgesetzt, die MMS-TC aufgenommen und eingedreht, bis der Markierungsring des Setzwerkzeugs mit der Oberfläche des Holzbauteils bündig abschließt. Dies ist auch ein Zeichen dafür, dass der Schwellenanker richtig gesetzt wurde.


Einfache Anwendung, hohe Lasten

Der Schwellenanker ist nach der Montage sofort belastbar, ohne zusätzliche konstruktive Arbeitsschritte und -mittel. Fehlerquellen hinsichtlich Montage und Sicherheit fallen weg. Der entscheidende Vorteil der MMS-TC liegt in ihrem Nachweis: Anders als bei traditionellen Ankersystemen kombiniert die Zulassung der MMS-TC Bemessungen nach ETAG (Beton) und DIN 1052 (Holz) beziehungsweise Eurocode 5. Diese einmalige Kombination unterschiedlicher Bemessungskonzepte erlaubt deutlich höhere Zug- und Querlasten. Darüber hinaus sind mit den drei MMS-TC-Varianten Anbauteildicken von 40 bis 300 mm möglich, da der Schraubensenkkopf im Holz versenkt wird und dadurch eine Länge des Schwellenankers für viele Holzdicken genügt.


Autor


Andreas Hettich ist Leiter Produktmanagement und Marketing bei Heco Schrauben in Schramberg.

Schnelle Durchsteckmontage gewährleistet formschlüssige, sofort tragfähige Verbindung

Montagekennwerte

Vor der Montage des Schraubankers wird die Stärke des Holzbauteils ermittelt. Sie bestimmt zusammen mit der gegebenen Lastbeanspruchung die erforderliche Länge des Schwellenankers, den Bohrernenndurchmesser, die Bohrtiefe sowie den Antrieb. Die genannten Parameter sind in der folgenden Tabelle mit Montagekennwerten aufgelistet.

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