Holzfasern an Dach und Mauerwerk

Ein junges Bauherrenpaar verwandelte ein stark vernachlässigtes Steinhaus in ein modernes Heim. Dämmung aus Holzfasern in Verbindung mit einer thermischen Solaranlage zur Heizungsunterstützung sowie die Verwendung ökologischer Baumaterialien sorgen für eine gute Umweltbilanz.

Das stark vernachlässigte Steinhaus in Albbruck stammt aus dem Jahr 1959, der Anbau im Westen von 1969. Trotz der Sanierungsbedürftigkeit entschieden sich die jungen Bauherren zum Kauf des schön gelegenen Altbaus, der in der Mitte zwischen ihren Arbeitsstätten gelegen und infrastrukturell mit Einkaufsmöglichkeiten, Kindergarten und Schulen gut versorgt ist. Der gelernte Ingenieur packt auch gerne selber mit an und seine Frau hat sich im Laufe der Sanierung ebenfalls in die Hausbau-Thematik eingearbeitet.

Das Gebäude wurde komplett entkernt, einige Wände konnten zu Gunsten größerer Räume entfernt und Fensterflächen vergrößert werden. Die gesamte Elektrik wurde erneuert, und eine neue Fußbodenheizung ersetzt jetzt die alten Radiatoren. Die kombinierte Öl-Scheitholzheizung durfte bleiben und wird künftig von einer thermischen Solaranlage über einen großen Pufferspeicher unterstützt. Zusätzlich wird ein alter Kaminzug wieder in Betrieb genommen, der dann für den neuen Schwedenofen zu Verfügung steht.

Dachdämmung mit Holzfasern

Dachdämmung und 240 mm Mauerwerk entsprachen nicht mehr heutigem Energieverbrauchs- und Wohnanspruch. Das Dach wurde von außen geöffnet, so dass die Dachräume innen weitgehend unbeschädigt blieben. Lediglich bei der Vergrößerung beziehungsweise Erneuerung des Dachfensters und der Gauben gab es auch innen Veränderungen. Ansonsten konnte zwischen den bestehenden Sparren eine Dampfbremsfolie Berg- und Tal verlegt werden. Eine flexible Zwischensparrendämmung mit Gutex „Thermoflex“ (120 mm dick) legte man in die Hohlräume ein. Geschlossen wurde die Dachfläche mit „Ultratherm“ Aufdachdämmplatten, ebenfalls 120 mm dick. Auch die Gaubenvorderseiten und -backen konnten mit „Ultratherm“ überdämmt werden. Den Abschluss bilden neue dunkelgraue Tonziegel.

WDVS von Gutex

Das bestehende Mauerwerk war zwar recht gut erhalten aber aus energetischer Sicht sanierungsbedüftig. Im Nord-West-Eckbereich gruben die Handwerker 50 cm weit bis unter beheiztes Niveau aus und brachten eine später im Erd- beziehungsweise Kiesbett liegende wasserabweisende Dämmung an. Direkt anschließend entschied sich die Baufamilie für Dämmplatten aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, die mit Klebe- und Spachtelputz auf dem Mauerwerk befestigt wurden. Zusätzlich verankerten die Handwerker die Platten mit Dübeln im Mauerwerk. Der Vollwärmeschutz mit dem Gurtex WDVS ist besonders pilz- und algenresistent, bietet einen hohen sommerlichen Hitze­schutz und hat hervorragende Schallschutzeigenschaften. In Kombination mit den neuen Kunststofffenstern ist die Fassade nach der Sanierung wieder optimal geschützt.

Die neuen Fenster wurden nach außen bündig mit dem Mauerwerk gesetzt. So kann das WDVS aus Holzfaserdämmplatten in der Dicke 140 mm überlappend vor die Kunststofffenster angebracht werden. Beim Fensteranschluss mussten die Handwerker auf die genaue Montage von Dichtbändern und Anschlussprofilen achten.

Autorin

Sabine Euler betreibt ein Büro für Marketing- und Kommunikationsberatung in Weilheim-Remetschwiel.
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