Letzter Schliff

Mit Schleifgittern statt Schleifpapier erreicht der Trockenbaubetrieb beim Schleifen von Gipsspachtel an Decken und Wänden mit weniger Aufwand, geringeren Materialkosten und weniger Staub perfekte Oberflächen, begeisterte Kunden und nicht zuletzt gesündere Mitarbeiter.

Perfekte Oberflächen begeistern jeden Kunden. Und durch Mund-Propaganda spricht sich schnell herum, wer handwerklich die Nase vorne hat. Doch genauso gilt das auch anders herum: Nach dem letzten Spachtelgang wird beim leidigen Schleifen oft so viel Staub aufgewirbelt, dass die Mitarbeiter des ausführenden Betriebs nur deshalb die Nase vorne haben, weil sich dort ein millimeterdickes Gemisch aus Schweiß und Schleifstaub angesammelt hat.

Zugegeben – das war jetzt eine Spur übertrieben. Doch warum entsteht beim handelsüblichen Schleifen so viel Staub? Und muss das wirklich so sein? Das warum ist schnell beantwortet: Meist werden Klett-Schleifpapiere verwendet, die als 225 mm Scheibe für Langhalsschleifer in der Regel mit 6 – 8 mehr oder weniger kleinen mittig angeordneten Absauglöchern ausgestattet sind. Aufgrund des kleinen Lochanteils und der Lochgeometrie wird viel weniger Schleifstaub abgesaugt, als tatsächlich anfällt. Auch die Randabsaugung des Langhalsschleifers schafft es dann nicht, den Staub in ausreichendem Maß abzusaugen. Als Folge davon schluckt der Trockenbauer zum einen jede Menge Schleifstaub, zum anderen wird die komplette Baustelle eingestaubt.

Unabhängig von der unnötigen Gesundheitsgefahr für alle auf der Baustelle weiß jeder, wie fein sich Gipsstaub durch jede Ritze überall hin verteilt. Geschlossene Türen sind da kein großes Hindernis. Ganz besonders ungünstig ist das bei Renovierungen von Teilflächen im Bestand. Ganz schnell gerät dann die Qualität der fertigen Oberfläche in den Hintergrund, der Bauherr ärgert sich verständlicherweise vorrangig über den gigantischen Reinigungsaufwand. Und das bleibt im Gedächtnis haften.

Schleifgitter garantiert vollständige Absaugung

Die Schleifleistung von Schleifpapieren ist schlecht, weil auf den nicht abgesaugten Schleifstäuben „herumpoliert“ wird. Die auf dem Papier angeklebten Sandkörnchen haben außer bei nagelneuen Schleifscheiben gar nicht die Chance, effektiv Material von der Oberfläche wegzunehmen und setzen sich innerhalb von Sekunden zu. Das bedeutet praktisch eine viel längere Schleifdauer auf einer Stelle, als nötig wäre. Oft wird versucht, diesen Nachteil durch stärkeren Andruck oder durch Langhalsschleifer mit aktiver Ansaugung an die Fläche zu kompensieren. Folge sind „Schleifdellen“ oder glatt polierte Stellen in der Oberfläche, die nach einer Beschichtung mit zum Beispiel Dispersionsfarbe deutlich sichtbar sind und die Qualität der abgelieferten Fläche mindern bis hin zur Weigerung des Malers, die Fläche weiterzubearbeiten. Da hat die Bauherrschaft schnell die Nase voll vom Schleifstaub.

Doch das muss nicht sein: Stand der Technik sind heute Schleifgitter wie zum Beispiel Knauf Abranet Klettschleifgewebe, bei denen die Schleifkörner dauerhaft in Fasern der Gitterstruktur eingebunden sind. Die Fasern sind ähnlich einem Stoff verwoben und bilden durch ihre Gitterstruktur vollflächig verteilt mehrere 10 000 feine Löcher aus. Hält man ein solches Gitter gegen das Licht, kann man hindurchsehen wie durch ein Küchensieb. Das ermöglicht eine vollflächige optimale Absaugung für wirklich staubfreies Schleifen. Ein Zusetzen der Gitter mit Schleifstaub gibt es nicht, was praktisch zu einer sehr hohen Schleifleistung ohne großen Andruck trotz feiner Körnung führt. Praktischer Nebeneffekt durch die in den Fasern eingebundenen Schleifpartikel: Schleifgitter halten fünf- bis zehnmal länger als herkömmliche Schleifpapiere, bis sie merklich stumpfer werden. Das spart zum einen Kosten und Müll auf der Baustelle. Zum anderen liefern sie ein optimales Schleifergebnis ohne großen Kraftaufwand in Kombination mit wirklich staubfreiem Schleifen, was letztendlich auch an der Oberflächenqualität sichtbar wird und zufriedene Kunden hinterlässt. Dann klappt‘s auch mit der Mund-Propaganda – ohne staubiges Zähneknirschen…

Sauber schleifen bis in jede Ecke

Noch wichtiger ist der Einsatz von Schleifgittern in Kombination mit Absaugung für Handschleifer. Langhalsschleifer haben meist angeschlossene Absaugungen, handelsübliche Handschleifer in der Regel nicht. Und um das Schleifen der Ecken und Kanten von Hand kommt niemand herum. Dort kann man Langhals-Schleifteller aufgrund der runden Form nicht verwenden. Dummerweise liegen diese Ecken und Kanten meist an der Decke. Das bedeutet auf die Leiter steigen und über Kopf von Hand schleifen. Mit üblichen Schleifpapieren und Handschleifern ist das zum einen mühselig und anstrengend. Zum anderen weiß jeder, der das schon einmal gemacht hat, dass man danach vor jeder Menge Schleifstaub in den Augen kaum noch „geradeaus“ schauen kann. Und Brillenträger sehen die Welt danach nur noch durch einen Gips-Schleier.

Oft kommen Handschleifer auch bei Sanierungen von kleinen Flächen oder einzelnen Wänden im Bestand zum Einsatz. Gerade hier erwartet die Bauherrschaft sehr häufig Vorkehrungen vom Fachbetrieb, um Staubbildung zu vermeiden. Mit üblichen Handschleifern, bei denen Schleifpapier an den Seiten eingeklemmt wird, ist das unmöglich. Werden Schleifgitter in die Handschleifer eingeklemmt, so reißen diese häufig an den Kanten ein und brechen ab. Ein Schleifen bis genau in die Ecke ist auch nicht möglich.

Abhilfe schafft hier zum Beispiel das Knauf Abranet Superset, bestehend aus einem ergonomischen sehr leichten Handschleifer mit Absaugfunktion, einem 4 m langen sehr dünnen und leichten Absaugschlauch (der dank Adapterstück auf jeden handelsüblichen Industriestaubsauger passt) sowie passenden Klett-Schleifgittern. Durch die Klett-Befestigung ist es möglich mit den rechteckigen Schleifgittern bis in die Ecke zu schleifen. Durch die Absaugung wird der Staub vollflächig so gut abgesaugt, dass man sogar im schwarzen Anzug schleifen könnte. Das Superset ist somit die ideale Lösung, um Ecken und Kanten von Hand staubfrei und ohne großen Kraftaufwand zu schleifen. Eine gute Möglichkeit die Nase bei der Kundschaft vorne zu haben.

Autor

Matthias Schäfer ist Marktmanager Spachtelmassen und Werkzeuge bei der Knauf Gips KG in Iphofen.

Die Schleifleistung von Schleifpapieren ist oft schlecht, weil auf den nicht abgesaugten Schleifstäuben „herumpoliert“ wird

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