Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im Vergleich zum Vorjahr sind die Heizölpreise nicht gestiegen, sondern gefallen und trotzdem wird 2013 das teuerste Heizjahr der deutschen Geschichte. Sieben Milliarden Euro gaben deutsche Haushalte in der Zeit von Januar bis April für Heizöl aus – eine Milliarde mehr als im Vorjahr. Grund hierfür war der lange, kalte Winter.

Den steigenden Kosten kann man nur mit Dämmung und erneuerbaren Energien begegnen. Selbst ein Passivhausstandard ist in diesem Zusammenhang hierzulande nichts Außergewöhnliches mehr. Dennoch bleibt die Bauweise mit einem Jahresheizwärmebedarf von unter 15 kWh/m2a ein energetisch ambitioniertes Ziel. Auf vieles müssen Handwerker und Architekten daher bei der Planung und Ausführung achten: auf eine luftdichte Bauweise zum Beispiel. Und wenn Luft rausgeht, so muss deren Wärme zurückgewonnen werden. Ein vernünftiges Heiz- und Dämmkonzept gehört natürlich dazu. Selbst Energiegewinne aus der Sonne, aus Haushaltsgeräten und nicht zuletzt den Bewohnern selbst gilt es zu beachten.

Die ersten Gebäude in Passivhausbauweise entstanden hierzulande zu Beginn der 1990er Jahre als Wohnhäuser. Ein in Berlin in diesem Jahr nach Plänen des Architekturbüros BCO fertiggestelltes, besonders gelungenes Beispiel eines Wohnhauses in Passivhausbauweise stellen wir ab Seite 22 in dieser Ausgabe der bauhandwerk in allen Einzelheiten vor.

Doch macht diese energetisch hochwertige Bauweise sinnvollerweise auch vor anderen Gebäudetypen nicht halt. Das weltweit erste Museum mit Passivhausstandard eröffnete Anfang des Jahres in Ravensburg. Wie die Handwerker es nach Plänen der Stuttgarter Architekten Lederer + Ragnarsdóttir + Oei aus den alten Ziegeln eines ehemaligen Klos-
ters errichteten, aus denen sie auch die Gewölbedecken im zweiten Obergeschoss mauerten, zeigen wir ab Seite 16.

Was bei einem Neubau mit einem vergleichsweise überschaubaren Aufwand möglich ist, wird in der Sanierung zur echten Herausforderung – insbesondere dann, wenn ein Gebäude mit einem energetisch sehr schlechten Standard auf Passivhausniveau gehoben werden soll. Bei der Christuskirche in Heinsberg war dies der Fall. Wie die Handwerker sie nach Plänen des Büros Rongen Architekten aus Wassenberg zur ersten auf Passivhausstandard ertüchtigten Kirche der Welt machten, lesen Sie ab Seite 12 in diesem Heft. Jedes im Bestand auf diesem energetisch anspruchsvollen Niveau sanierte Gebäude und jeder als Passivhaus neu errichtete Bau helfen Heizkosten sparen und bringen uns den Zielen der Energiewende einen Schritt näher.

Viel Erfolg bei der Arbeit wünscht

Trotz gesunkener Heizölpreise wird 2013 für die Deutschen das teuerste Heizjahr der Geschichte

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