Schlechte Noten für Azubis Mangel an Fachkräften und Nachwuchs wird fürs Handwerk zum ernsten Problem

Der Mangel an Fachkräften und Nachwuchs hat das Handwerk mit voller Wucht erreicht: Noch im August des vergangenen Jahres waren über 23 000 Lehrstellen im Handwerk unbesetzt. In einer von Baumit im Mai 2012 durchgeführten Befragung kam die großen Besorgnis vieler Handwerksbetriebe zum Ausdruck.

Es gibt nämlich nicht nur ein Problem damit, überhaupt Interessenten für die Ausbildungsplätze zu finden. 64 Prozent der befragten Handwerker bewerten die Qualifikation der Lehrstellen-Bewerber darüber hinaus mit „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Mit den bereits in der Ausbildung befindlichen Jugendlichen sieht es nicht besser aus. So beklagen mehr als die Hälfte der Befragten bei den Azubis eine geringe Motivation, deren Unzuverlässigkeit, eine lückenhafte Vorbildung, schlechte Noten, schlechtes Sozialverhalten und einen unprofessionellen Kundenumgang.

Auch die Besetzung von Stellen mit Fachkräften bereitet immer mehr Unternehmen große Probleme. Zu häufig steht man im Wettbewerb mit vermeintlich attraktiveren Alternativen. Auf die Frage, ob die Betriebe bereit wären, Unterstützung von Dritten gegen einen Kostenbeitrag anzunehmen, haben 65 Prozent mit „Ja“ geantwortet. Das heißt, die Bereitschaft der Betriebe in die Aus- und Weiterbildung zu investieren ist durchaus vorhanden. Auch aus diesem Grund hat Baumit sein Schulungsangebot erweitert. So werden spezielle Schulungen für den Nachwuchs angeboten, beispielsweise der professionelle Umgang mit Kunden in der Schulung „Handwerker-Knigge“.

Gute Leute sind schwer zu kriegen …

Für die Gewinnung von Fachmitarbeitern ist es wichtig, die Attraktivität des eigenen Unternehmens zu steigern. So gilt es am Image zu arbeiten: das heißt das Bild, dass das Unternehmen in der Öffentlichkeit abgibt – vergleichbar einer Marke – positiv zu gestalten. Je attraktiver das Unternehmen wahrgenommen wird, desto höher wird die Anziehungskraft für neue Mitarbeiter sein. Was der Unternehmer tun kann, wird im Seminar „Nachwuchsgewinnung – Mitarbeiter halten und gewinnen“ vermittelt.

TÜV-zertifiziertes Fachwissen und Onlineschulungen

Detailliertes Wissen zu WDV-Systemen– zum Beispiel bauphysikalische Grundlagen, Windlastnorm und Berechnung, fachgerechte Verarbeitung und Recht – vermitteln Fachdozenten des TÜV Rheinland im Seminar „Sachkundenachweis“. Das Seminar bildet die Basis für eine Reihe von Seminaren bis hin zum WDVS-Experten. Nach bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat des TÜV.

Rund 90 Termine in 15 Städten bietet die Baumit-Akademie dieses Jahr in ganz Deutschland an. Ganz neu sind Internetseminare, sogenannte Webinare: Die Teilnehmer können bequem von zu Hause aus – über ihren internetfähigen Computer – an einem 45-minütigen kostenlosen Seminar am Abend teilnehmen.

Anmeldung und weitere Infos unter:

www.baumit.de/akademie

Autorin

Heike von Küstenfeld arbeitet in der Unternehmenskommunikation der Baumit GmbH in Bad Hindelang.

Umfrage im Handwerk: 64 Prozent der Lehrstellenbewerber sind schlecht qualifiziert

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