Sicher verankert

Die Bauwerksanierung stellt hohe Anforderungen an das Bauhandwerk. Oft ist es schwer, die Qualität der Bausubstanz einzuschätzen und gerade bei Decken lässt sich der Untergrund nicht immer sicher beurteilen. Von der fachgerechten Befestigung abgehängter Decken aber hängt unsere Sicherheit ab.

Die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl der passenden Verankerung sind der Baugrund (Baustoff), die Montageart, die Korrosionsbelastung, die Abstände zu benachbarten Dübeln oder Bauteilrändern und natürlich die Art und Größe sowie die Richtung der Belastung. Für die Auswahl eines geeigneten Dübels oder Ankers sind deshalb die bauaufsichtlichen Zulassungen unabdingbar und eine große Hilfe. Sie enthal­ten die wichtigsten Informationen über Anwendungs­bereiche und -bedingungen sowie die charakteristischen Daten der jeweiligen Verankerung. 

Ganz gleich, welche Ausführung dabei den Vorzug bekommt, die Unterkonstruktion muss an etlichen Punkten mit der vorhandenen Raumdecke verbunden werden. Bei öffentlichen Bauwerken und immer dann, wenn „bei Versagen einer tragenden Konstruktion das Leben und die Gesundheit anderer gefährdet ist“, müssen bauaufsichtlich zugelassene Befestigungsmittel verwendet werden oder es ist eine Zustimmung im Einzelfall zu erwirken. Dies gilt ebenfalls, wenn durch das Versagen der Konstruktion mit einem großen wirtschaftlichen Schaden zu rechnen ist.

 

Zugversuche geben Aufschluss über den Untergrund

In Altbauten werden abgehängte Decken oft für die Schaffung von Installationsebenen oder zur Verbesserung der Feuerwiderstandsdauer des Traguntergrundes eingebaut. Den tragenden Untergrund bilden oft Stahlsteindecken, mit und ohne Hohlräume, Hohlziegeldecken, Ziegelkappendecken, Bimsdielen und Halbfertigdecken mit Auffüllungen. Da der verbaute Deckenbaustoff keiner DIN-Norm zugeordnet werden kann und somit nicht in einer Dübelzulassung geregelt ist, kann kein Rückschluss auf zulässige Lasten erfolgen. Um trotzdem Lastwerte für diese Baustoffe zu erhalten, sind Zugversuche vor Ort erforderlich. Nur so können die vom Planer angenommenen Lasten den aus den Zugversuchen empfohlenen Gebrauchslasten gegenübergestellt werden.

In Anlehnung an die Mauerwerkszulassung wird bei den Zugversuchen mit Kunststoffsiebhülsen, Gewindestangen und einem Injektionsmörtel wie zum Beispiel dem fischer FIS V gearbeitet. Dübeltyp und -größe sind entsprechend dem Deckenaufbau zu wählen. Die beim Zugversuch gewählte Verankerungsmethode kommt auch bei der endgültigen Deckenmontage zum Einsatz.

Porenbeton

Eine Verankerung in der Zugzone von Dach- und Deckenplatten aus Porenbeton kann mit bauaufsichtlich zugelassenen Porenbetondübeln (Gasbetondübeln) oder Injektionssystemen, wie dem FIS V mit Gewindestangen M 6 bis M 12 erfolgen. Bei dem angebotenen Porenbeton-Dübel GB 14 schneiden sich dessen spiralförmige Außenrippen formschlüssig in den Baustoff. Allerdings erreicht er seine optimale Tragfähigkeit nur mit der passenden Sicherheitsschraube.

 

Spannbeton-Hohlplattendecken

In Spannbetonhohldielen darf die Unterkonstruktion der Decke bauaufsichtlich zugelassen zum Beispiel mit dem Hohldeckenanker FHY montiert werden. Dieser Spezialanker wurde für Verankerungen in Hohlplattendecken aus Spannbeton entwickelt. Die Baugruppe besteht aus einer Spreizhülse und einer Konusmutter. Zur Montage können Schrauben und Gewindestangen mit metrischen Gewinden von M 6 bis M 10 mit Mutter verwendet werden.

 

Stahlbeton

Die Verankerung in Stahlbeton ist relativ unproblematisch. Gut geeignet sind hier Stahlanker, die für die Verankerung leichter Deckenbekleidungen und Unterdecken nach der DIN 18168 in Beton verwendet werden können und bauaufsichtlich zugelassen sind. Je nach örtlicher Gegebenheit werden Nagelanker wie der FNA II M 6, Schlaganker und Betonschrauben verwendet. Besonders beim Nagelanker besteht der Vorteil, dass sich das Loch mit einem handelsüblichen 6 mm Bohrer herstellen lässt und der Anker über eine geringe Einschlagenergie verfügt. Hier genügen in der Regel zwei Hammerschläge. Die lange Ausführung eignet sich besonders für verputzte Decken und die Befestigung von Holzunterkonstruktionen.

 

Fazit

Grundsätzlich sollte man sich bei der Verankerung von Deckenkonstruktionen rechtzeitig Klarheit über die Beschaffenheit des vor Ort angetroffenen Baugrundes verschaffen. Der Einsatz von zugelassenen Produkten ist unabdingbar. Führende Dübelhersteller bieten ihren Kunden technische Hilfestellungen und Leistungen vor Ort auf der Baustelle oder über eine technische Hotline an.

Befestigungsmittel brauchen eine
bauaufsichtliche Zulassung

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