IBA Thüringen plant viele Spatenstiche

Von Michaela Podschun

Die Internationale Bauausstellung Thüringen (IBA) bereitet sich auf viele Spatenstiche vor. Bei einer Online-Pressekonferenz stellten die Planer einige Projekte vor. Zu den Schwerpunkten 2022 zählen unter anderem der Baustellenstart für das Seesport- und Erlebnispädagogische Zentrum Kloster am Thüringer Meer im März, der Ausbau der Open Factory im Eiermannbau Apolda, der Bau der „StadtLandSchule“ Weimar mit Spatenstich im Mai, der Bau eines Werkhauses als Zwischenraum zum Ankommen in Saalfeld und der Bau von Gesundheitskiosken in der Region Seltenrain.

Wir stellen zwei Projekte vor, zunächst Weimar: „Weg von starren Lösungen, hin zu offenen Grundrissen“, bringt Projektleiter Tobias Haag die Idee auf den Punkt. Die „StadtLandSchule“ gehe einen ganz neuen Weg. Hier soll das Wissen offengelegt werden. Das Herzstück des neuen Schul-Campus bilden die sogenannten „Lernlofts“, die Lernhäuser. Das sind 400 m2 große Geschossebenen. Durch ein vielschichtiges Flächenangebot und flexible Möblierung wird eine Lernlandschaft geschaffen, die unterschiedliche Orte für individuelles und gemeinsames Lernen und Lehren in unterschiedlichen Gruppengrößen bietet.

Die Schule besuchen 848 Schüler (Klasse 1 bis 12), die voneinander lernen. „Das Ganze erinnert an eine Dorfschule, wo der Mehrwert genutzt wird“, sagt Tobias Haag. Modern gesprochen könnte es auch eine Werkstatt sein.  Die Schüler und Mitarbeiter der Schule teilen sich eine Etage und können diese individuell nach ihren pädagogischen Bedürfnissen anpassen. Die Fläche wird ergänzt um einen Funktionskern, der die Sanitäranlagen und Nebenräume beinhaltet.

Platz für 380 Schüler

Je drei dieser „Lernlofts" bilden ein Gebäude oder Gemeinschaftshaus, das auch Quartiersfunktionen übernehmen kann. Insgesamt drei dieser Lernhäuser positionieren sich frei auf dem großzügigen, circa 20.000 m2 umfassenden Grundstück mit parkartigem Charakter. Die vorhandene Sporthalle fügt sich in das Ensemble ein und wird modernisiert. Die Schule bietet damit Platz für insgesamt rund 380 Schüler und soll den sogenannten C-Zweig der Jenaplanschule als auch die 10. Klassen und Oberstufe der gesamten Schule (Zweige A, B, C) beherbergen. Zum Frühjahr 2023 soll der Unterricht beginnen. Die Außenanlagen und die Sporthalle sollen in 2024 folgen.

Die Staatliche Gemeinschaftsschule Weimar arbeitet und strukturiert sich nach dem reformpädagogischen Konzept „Jenaplan“. Die Jahrgänge 1 bis 12 bilden mit Pädagogen und Eltern eine Schulgemeinschaft und pflegen demokratische Prozesse. Heterogenität bildet die Basis ihrer Arbeit. Die Gemeinschaftsschule hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedem Einzelnen die Chance zu geben, den bestmöglichen allgemeinbildenden Schulabschluss innerhalb einer Schule, in einem verlässlichen sozialen Gefüge und ganztägig zu ermöglichen. Die individuelle Förderung in der Gemeinschaft steht im Fokus. Der offene Unterricht wird bevorzugt, neben den Lernergebnissen steht der Arbeits- und Lernprozess des Kindes im Mittelpunkt.

Weiteres Projekt: Gesundheitskioske in Seltenrain. Ziel ist es, im Zuge des demografischen Wandels nicht nur Gesundheitsdienstleistungen anzubieten, sondern soziale Isolation zu vermeiden und Pflege, Altenhilfe und das Wohlfahrtswesen in ländlichen Regionen zu ermöglichen. Wie Projektleiterin Kerstin Faber erläutert, werden Holzhäuser als eine Art Bushaltestellen geplant. Diese haben einen Warteraum, einen Besprechungsraum sowie ein kleines WC. Ausgerüstet sind diese Einheiten mit Sonnenkollektoren und Infrarotheizung. Ein Gesundheits-, Pflege- und Versorgungsnetzwerk soll in der Dorfregion mit den Gemeinden Kirchheilingen, Blankenburg, Bruchstedt, Urleben und Sundhausen aufgebaut werden, das aus einem Landzentrum und dezentralen Gesundheitskiosken bestehen soll. „Das Landzentrum sehen wir wie ein Mutterschiff, wo sich Ärzte, Apotheken, Friseure, Podologen und mehr befinden“, so Kerstin Faber. Die Gesundheits-Kioske decken dann weiteren Bedarf an Gesundheits-Themen ab.

Autorin

Michaela Podschun ist Redakteurin der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.

Weitere Infos gibt es unter: iba-thueringen.de

 

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