Tischler-Nationalteam erfolgreich bei Worldskills 2026 in Shanghai
28.09.2026Mit einem herausragenden Ergebnis kehrt das deutsche Tischler-Nationalteam von den WorldSkills 2026 in Shanghai zurück: Tobias Kelz gewann in der Disziplin Möbelschreiner die Goldmedaille. Finn Gücker belegte bei den Bauschreinern den fünften Platz und wurde zusätzlich mit einer Medal of Excellence ausgezeichnet. Damit gehörten beide deutschen Teilnehmer zur internationalen Spitze ihrer Disziplinen.
Tobias Kelz (Möbelschreiner, 2.v.r.), Finn Gücker (Bauschreiner, 3.v.r.) sowie die Bundestrainer Jan Dröge (r.) und Markus Rauscher (l.) nach Wettbewerbsende.
Foto: TSD
Tobias Kelz setzte sich mit 731 Punkten gegen die internationale Konkurrenz durch. Nur ein Punkt trennte ihn am Ende vom Silbermedaillengewinner. Seine Wettbewerbsaufgabe bestand aus einem anspruchsvollen Möbelstück aus Massivholz und Plattenwerkstoffen, bei dem unter anderem 22 unterschiedliche Eckverbindungen präzise ausgeführt werden mussten. Das Wettbewerbsstück stellte Kelz erst unmittelbar vor Ablauf der Zeit fertig.
Finn Gücker erreichte im Wettbewerb der Bauschreiner 733 Punkte. Seine Aufgabe war eine komplexe Treppenkonstruktion mit geschwungenen Elementen, unterschiedlichen Verbindungen und hohen Anforderungen an Maßgenauigkeit und Ausführung. Platz fünf bedeutete für ihn zugleich die Auszeichnung mit einer Medal of Excellence. Diese erhalten bei den WorldSkills Teilnehmer, die mindestens 700 von 800 möglichen Punkten erreichen.
Der Weg nach Shanghai führte über Bad Wildungen
Dem Erfolg gingen Monate intensiver Vorbereitung voraus. Seit Mai trainierten Tobias Kelz und Finn Gücker gemeinsam mit ihren Bundestrainern Jan Dröge und Markus Rauscher in mehreren Trainingsblöcken an der Holzfachschule Bad Wildungen. Dazu gehörten simulierte Wettbewerbsbedingungen, ein internationales Training im Juni, eine weitere Trainingswoche im Juli und schließlich der abschließende Trainingsblock vom 20. bis 28. August.
In dieser letzten Phase arbeiteten Kelz und Gücker täglich rund zehn Stunden. Jeder fertigte zwei vollständige Wettbewerbsarbeiten unter WorldSkills-Bedingungen an. Präzision, Arbeitsorganisation, Tempo und der Umgang mit Zeitdruck standen ebenso im Mittelpunkt wie die konsequente Bewertung nach dem internationalen Wettbewerbsreglement.
Die Holzfachschule stellte dafür ihre Werkstätten, Maschinen und die notwendige Infrastruktur zur Verfügung. Der Fachverband Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz ermöglichte und finanzierte die Trainings. Mit Jan Dröge, Dozent und Ausbildungsmeister der Holzfachschule, und Markus Rauscher begleiteten zwei erfahrene Bundestrainer die beiden Nachwuchshandwerker auf ihrem Weg nach Shanghai.
„Der Erfolg von Tobias und Finn zeigt, was möglich ist, wenn eine gute Ausbildung, Talent und konsequente Förderung zusammenkommen“, sagt Andrea Belegante, Hauptgeschäftsführerin des Fachverbandes und Geschäftsführerin der Holzfachschule Bad Wildungen. „Dass ein wesentlicher Teil der Vorbereitung bei uns in Bad Wildungen stattfinden konnte, freut uns besonders. Mein Dank gilt Tobias und Finn für ihren enormen Einsatz, Jan Dröge und Markus Rauscher für ihre Arbeit als Bundestrainer und allen, die diese Trainings im Hintergrund unterstützt haben.“
Rückenwind aus der Staatskanzlei
Kurz vor der Abreise nach China hatte Finn Gücker gemeinsam mit Jan Dröge und Andrea Belegante noch einen Termin in Wiesbaden: Am 14. September empfing Hessens Ministerpräsident Boris Rhein die hessischen Mitglieder der deutschen Berufe-Nationalmannschaft in der Staatskanzlei. Rhein informierte sich über die Teilnehmer, ihre Wettbewerbsdisziplinen und den Weg zur Weltmeisterschaft und wünschte ihnen viel Glück und Erfolg für Shanghai.
Für Gücker lagen zu diesem Zeitpunkt bereits ereignisreiche Tage hinter ihm. Zwei Tage zuvor hatte er bei der Meisterfeier der Holzfachschule Bad Wildungen seinen Tischlermeisterbrief erhalten. Nur wenig später ging es gemeinsam mit dem deutschen Team nach China.
Internationale Spitze
Vom 22. bis 27. September trafen in Shanghai junge Spitzenfachkräfte aus aller Welt aufeinander. Unter hohem Zeitdruck mussten sie über mehrere Wettbewerbstage hinweg ihr fachliches Können, ihre Konzentration und ihre Belastbarkeit unter Beweis stellen. Für das deutsche Tischlerteam endete diese Weltmeisterschaft mit einem Ergebnis, das die monatelange Vorbereitung eindrucksvoll bestätigt. Für den Fachverband und die Holzfachschule ist das zugleich eine Bestätigung ihres Engagements in der beruflichen Spitzenförderung. Die Trainings in Bad Wildungen haben sich inzwischen als fester Bestandteil der Vorbereitung des deutschen Tischler-Nationalteams etabliert. Der Erfolg von Shanghai zeigt, auf welchem internationalen Niveau junge Fachkräfte aus dem deutschen Tischlerhandwerk bestehen können. (ela/bhw)
