Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2018 in Bremen und Rheinland-Pfalz verliehen

Der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ist eine Institution. Alljährlich wird er in zwei Bundesländern verliehen. Ende 2018 waren Bremen und Rheinland-Pfalz an der Reihe. Die Bauherren erhalten je Bundesland insgesamt 15 000 Euro; die Handwerker werden mit einer Urkunde geehrt.

Der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gestiftete Preis wird in jedem Jahr in zwei Bundesländern an private Denkmaleigentümer verliehen, die bei der Bewahrung ihres Denkmals in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk ­Herausragendes geleistet haben. Die an den Restaurierungsarbeiten beteiligten Handwerksbetriebe erhalten Ehrenurkunden, für die privaten Denkmaleigen­tümer gibt es je Bundesland insgesamt 15 000 Euro. In Bremen fand die Preisverleihung bereits Anfang November vergangenen Jahres im Bremer Rathaus statt. Dort erhielten sechs Denkmaleigentümer und 20 Handwerker unterschiedlicher Gewerke ihre Auszeichnungen und Preise. In Rheinland-Pfalz wurden die Preisträger erst am 20. Dezember in Mainz geehrt. Dort gab es fünf Denkmaleigentümer und ebenfalls 20 Handwerker, die sich über Preise und Auszeichnungen freuen durften.

Preise in Bremen

Einen ersten Preis gab es in Bremen für die mutige Entscheidung, das 1909 in der Hafenstraße in Bremerhaven errichtete, von Kriegszerstörungen verschonte Wohn- und Geschäftshaus denkmalgerecht wiederherzustellen. Ausgezeichnet wurde die Volksbank eG. Die Jury würdigt damit die für ein Bankhaus ungewöhnliche Bereitschaft, über eine optimale finanzielle Rendite hinaus in die Qualität und Aufwertung eines ganzen Quartiers zu investieren.

Ein zweiter Preis ging für die denkmalgerechte Instandsetzung der Außenhülle der ehemaligen Strom- und Wasserversorgungszentrale von 1902 in der Meierhofstraße in Bremen an Sabine und Hans-Joachim Orlok. In enger Absprache mit der Denkmalpflege ist es gelungen, die Fachwerkfassade und die lebendige Dachlandschaft des Wohnhauses wieder in ihrer ursprünglichen Qualität bis ins Details erlebbar zu machen.

Ein weiterer zweiter Preis ging an das Ehepaar Saad, das sich für die Instandsetzung des Altbremer Reihenhauses im Fedelhören eingesetzt hat. Besonders hervorzuheben ist dabei die Anwendung historischer Materialität und traditionelle Handwerkstechniken.

Einen dritten Preis gab es für den Wiener Hof, eine von 1905 bis 1907 für das Ostertor-Viertel in Bremen errichtete prägende Wohnanlage. Für das Engagement zur Erhaltung dieses Denkmals wurde die GEWOBA ausgezeichnet. Mit erfahrenen Handwerkern ist es gelungen, die Instandsetzungsarbeiten in angemessener Qualität durchzuführen.

Zudem wurde Renate Kropp-Hildebrandt für ihr langjähriges Engagement bei der Erhaltung des Hofes Hildebrandt mit dem „Wolfgang und Ursula Engelbarts-Förderpreis für besonders hervorragende Restaurierungsleistungen an denkmalgeschützten Objekten“ ausgezeichnet. Ein Handwerkerpreis ging an die Dachdeckerei Friedrich Schmidt Bedachungs GmbH für die Borgward Villa in der Bremer Horner Heerstraße.

Preise in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz ging der erste Preis an das Ehepaar Astrid und Norbert Schmitz für die Wiederherstellung und Rückgewinnung des ehemaligen Klösterlichen Zehnthofs aus dem 15. Jahrhundert in Leiwen. Mit langem Atem haben sie sich dem Ensemble genähert und in fachlicher Abstimmung mit Architekten und Denkmalbehörden eine denkmalgerechte Nutzung gekonnt integriert.

Einen zweiten Preis gab es für das bis in das Jahr 1392 zurückgehende Alte Haus in Bacharach. Dieses hatte bereits Victor Hugo beschrieben. Die über die Jahrhunderte entstandenen Ergänzungen und Umbauten in ihrem Zeugniswert zu erhalten und zu pflegen, ist für Reni Weber eine selbstverständliche Aufgabe und Pflicht.

Mit einem weiteren zweiten Preis wurden Freiherr Clemens August von Weichs und seine Frau für die Wiederbelebung des Herrestorffschen Hauses in Unkel als Familiensitz, der so genannten Burg Unkel, ausgezeichnet. Sie haben das Gebäude seiner ursprünglichen Nutzung als Wohnbau zugeführt und dabei eng mit dem Architekten, der Denkmalpflege und den Handwerkern zusammengearbeitet.

Einen dritten Preis gab es für die Rettung und Wiederbelebung eines nicht mehr landwirtschaftlich genutzten Gehöfts in Bettingen. Helmut Fink wurde ausgezeichnet, weil es ihm mit geringen und geschickten Eingriffen in die Struktur gelungen ist, neuen Wohnraum nach modernen Ansprüchen im Denkmal zu schaffen. Mit großem handwerklichen Können eines versierten Teams von Handwerkern konnte originale Substanz erhalten werden.

Der „Wolfgang und Ursula Engelbarts-Förderpreis“ ging in Rheinland-Pfalz an Herbert Mai für das Museum „Lernort Historischer Wohnraum“ in Bilkheim, ein Sonderpreis an die Doetsch & Hellinger Immobilien GmbH für die Rettung des Hotels Purs in Andernach.

Ende dieses Jahres wird der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege im Saarland und in Baden-Württemberg verliehen.

 

Autor

Dipl.-Ing. Thomas Wieckhorst ist Chefredakteur der Zeitschriften bauhandwerk und dach+holzbau.

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